Lichte Stellen

Erste Hilfe gegen Haarausfall

Jessica Tomalaam 06.04.2016 um 11:00 Uhr

Der erste Moment ist immer ein Schock: Warum liegen so viele Haare im Abfluss oder hängen in der Haarbürste fest? Bis zu 100 Haare pro Tag zu verlieren, gilt als normal. Wer darüber liegt, kann von diffusem oder anlagebedingtem Haarausfall betroffen sein. Wir geben einen Überblick über die Ursachen und Behandlungstipps. 

Haarausfall Frau

Haarausfall ist für Frauen vor allem ein psychisches Problem

Haarausfall ist ein sehr individuelles Problem, das verschiedene Ursachen haben kann. Unterschieden werden muss zwischen diffusem Haarausfall (Effluvium) und dem anlagebedingten Haarausfall (Alopezie). Diffuser Haarausfall kann durch die falsche Ernährung, Stress, einen Vitamin- und Nährstoffmangel ausgelöst werden oder auch hormonell bedingt sein. Effluvium kann leider auch schon in jungen Jahren auftreten. Der häufigste Grund für Haarausfall bei Frauen ist jedoch der sogenannte hormonell erblich bedingte Haarausfall. Männliche Sexualhormone, die aber auch bei Frauen zu finden sind, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Es besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber diesem Hormon, die dazu führt, dass die Haarwurzel verkümmert, das Haar stetig dünner wird und am Ende sogar ausfällt. Wieder repariert werden kann eine einmal zerstörte Haarwurzel leider nicht. Typisch sind lichte Stellen am Scheitel oder aber auch am Stirn- oder Schläfenbereich. Gerade für uns Frauen bringt Haarausfall meist eine große psychische Belastung mit sich. Schließlich identifizieren wir uns auch ein Stück über unsere schönen Haare.

Prophylaxe

Wer Haarausfall von vorne rein im Keim ersticken möchte, sollte vor allem auf eine ausgewogene Ernährung achten. Denn Haarausfall lässt sich oft mit einer Mangelerscheinung begründen. Auch aggressive Haarpflegeprodukte, Glätten oder Färben schädigen die Haarstruktur und können Haarausfall hervorrufen. Schlechte News gibt es auch für Frauen, die gerne einen strengen Dutt tragen: Das straffe Zurückbinden der Haare kann die Haarwurzel verändern und bringt damit die kleinen Geheimratsecken an den Schläfen zum Vorschein, die wir alle so hassen.

Was tun bei Haarausfall?

Kamm mit Haaren

Wenn sich viele Haare in der Bürste verfangen ist der Schock zunächst groß.

Wenn Ihr vermehrt Haare im Kamm oder auf dem Badezimmerboden entdeckt, solltet Ihr zunächst beobachten, wie viele Haare Ihr pro Tag tatsächlich verliert. Irgendwann solltet Ihr Eure ausgefallenen Haare am besten also einmal zählen. Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren gilt als normal. Erst wenn Euch über einen längeren Zeitraum vermehrt Haare ausfallen, kann es ein Zeichen für eine Haarwachstumsstörung sein. Dann wäre der Gang zum Dermatologen angebracht. Dort führt der Arzt ein Anamnese-Gespräch, fragt nach Essgewohnheiten, Krankheiten, eingenommenen Tabletten oder erblich bedingtem Haarausfall in der Familie. Der Arzt schaut sich nicht nur die Haare an sich, sondern auch die Kopfhaut und die Fingernägel an, um zu überprüfen, ob eventuell eine Hautkrankheit vorliegt. Auch ein Bluttest oder eine digitale Haarwurzelanalyse können Auskunft über die Gründe für den Haarausfall geben. Vom Mediziner verschrieben werden können dann spezifische Medikamente für die Kopfhaut oder ein ergänzendes Shampoo. Manchmal müssen auch nur fehlende Nährstoffe wieder aufgefüllt werden.

Erste Hilfe

Wer tatsächlich von Haarausfall betroffen ist und bereits lichte Stellen im Haar bemerkt, kann mit verschiedenen Frisuren, Hüten, Mützen, Bandanas oder in besonders schweren Fällen auch mit Perücken oder Haarteilen Erste Hilfe leisten. Für Frauen, die besonders von Haarausfall an den Seiten betroffen sind gilt: Am besten keine strengen Zöpfe binden und die Haare lieber offen tragen. Wer nicht auf seinen Haarzopf verzichten möchte und vielleicht ein längeres Pony hat, kann die Geheimratsecken damit gut verstecken.

Auf dem Beautymarkt gibt es diverse Produkte, die versprechen Haarausfall zu mindern, zur Kräftigung des Kopfhaars beizutragen und das Haarwachstum anzuregen. Viele Produkte sind überteuert und ob das Produkt dann auch tatsächlich wirkt, ist eine ganz andere Frage. Der Besuch beim Facharzt ist deshalb zur Ursachenforschung wahrscheinlich die beste Lösung. 

Bildquelle: iStock/AndreyPopov, iStock/SKatzenberger

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