Schönmacher?

Ist Silikon in Kosmetik eigentlich schädlich?

Susanne Falleram 01.08.2016 um 15:49 Uhr

Dass Silikon in Shampoos keine so tolle Sache ist, wissen wir ja bereits. Doch wie sieht es eigentlich mit Silikon in Kosmetik aus? Was der Inhaltsstoff hier bewirkt und ob er eine ebenso negative Wirkung auf unsere Haut wie auf unsere Haare hat, das erklären wir Dir hier.

Silikone zaubern eine glänzende, seidige Mähne. Allerdings wissen wir mittlerweile: Der schöne Schein trügt. Denn auch, wenn die Haare oberflächlich repariert und gesund aussehen, entsteht dieser Effekt nur durch den dünnen Silikonfilm, der sich um jedes einzelne Haar gelegt hat. Richtig gepflegt wird die Haarstruktur, die vielleicht durch Trockenheit, Spliss und Haarbruch geschädigt ist, so natürlich nicht. Zumal die Silikonschicht so abweisend wirkt, dass keinerlei Pflegestoffe mehr durch sie durchdringen können. Die Haare werden im Endeffekt also nur eingeschlossen und können durch die mangelnde Pflege erst recht kaputt gehen. So weit, so schlecht. Nun wird Silikon aber nicht nur in Shampoos, Conditionern und Co., sondern auch in Kosmetikprodukten wie Gesichtscremes und sogar Lippenstiften oder Foundations eingesetzt. Wie sieht es hier mit dem trügerischen Effekt aus?

Silikon in Kosmetik

Ist Silikon in Kosmetik genauso negativ zu bewerten wie in Shampoos?

Warum werden Silikone in Kosmetik eingesetzt?

Silikon ist ein vollsynthetischer Stoff, der auf Erdöl basiert (ebenso wie Vaseline oder Paraffine beispielsweise). Auf die Haut aufgetragen bilden Silikone, ähnlich wie auf den Haaren, einen dünnen, Wasser abweisenden Film, da die Moleküle zu groß sind, um in die Haut einzudringen. Durch die feuchte Konsistenz sorgen sie dafür, dass die Haut äußerlich erst mal aufquillt und samtweich wird. Die Silikone können sich so auch in den feinen Unebenheiten der Haut ablegen und ein ebenmäßiges, zartes Hautbild schaffen. Deshalb kommen sie auch vermehrt in vielen Anti-Aging-Cremes vor, aber eben auch in Lippenstift und Foundations, von denen man ja eine gewisse Geschmeidigkeit auf der Haut erwartet. Hier werden vor allem flüchtige Silikone verwendet. Bei Kontakt mit Hautwärme verdunstet der cremige, feuchte Anteil, sodass eine pudrige Textur zurückbleibt, die Farbpigmente fixiert.

Gefährlich? Die Wahrheit über Silikon in Kosmetik

Silikone in Kosmetik

Der Schein trügt: Silikon-Kosmetik macht nicht unbedingt schöner

Die durch die Silikone eingeschlossene Feuchtigkeit, die die Haut aufquellen lässt, sorgt im Endeffekt dafür, dass die Haut anfällig und spröde wird. Leider haben die künstlichen Inhaltsstoffe auch keinerlei Pflegewirkung, sondern sorgen eben nur für den schönen Schein. Der Stoffwechsel der Haut wird durch die Ablagerungen behindert, wodurch die Poren verstopfen können. Die Folge: Pickel und Mitesser machen sich breit. Gesundheitlich ist die Menge an verwendeten Silikonen in Kosmetik zwar nicht unbedingt bedenklich, trotzdem wird die Haut auf Dauer unter der Verwendung entsprechender Produkte leiden. Und nicht nur die: Der Umwelt schaden silikonhaltige Beauty-Produkte immens. Nicht nur, weil die Verbrennung von Erdöl unserer Umwelt schadet, auch die Silikonpartikel, die auf natürliche Weise nicht abgebaut werden können, belasten die Natur und sogar unser Grundwasser.

In zertifizierter Naturkosmetik sind Silikone deshalb absolut tabu; stattdessen werden hochwertige Pflanzenöle oder Hyaluronsäure zur Hautpflege, -verschönerung und -straffung eingesetzt. Eine Tagescreme ohne Silikone erhältst Du zum Beispiel in Reformhäusern oder bei Amazon. Wer den Schönmacher-Effekt von Silikonen trotzdem nutzen will, der sollte dies nur reduziert tun. Außerdem sollte man darauf achten, dass sie nicht gleich ganz vorne auf der Zutatenliste von Beauty-Produkten stehen, sondern im günstigsten Fall im unteren Drittel. Sie tauchen dort unter den unterschiedlichsten Bezeichnungen auf, erkennen kannst Du sie an den Endungen  „-cone“ oder „-xane“. Besonders geläufig sind unter anderem „Dimethicone“, „Amodimethicone“, „Cyclomethicone“, „Polysiloxane“ oder „Phenyl Trimethicone“.

Bildquelle: iStock/Ridofranz, iStock/ValuaVitaly

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