Nur ganz verschwommen erinnern wir uns noch daran, was uns der Lehrer im Kunstunterricht über Komplementärfarben erzählt hat. Dass uns diese Grundkenntnisse der Farbenlehre beim Schminken noch einmal dienlich sein könnten, haben wir damals natürlich nicht bedacht. Jetzt stellt sich nämlich heraus: Wer Schönheitsmakel mit Make-up komplett verschwinden lassen möchte, sollte in den Farbkasten greifen! Das Zauberwort heißt: Colour Correcting!

von Diana Heuschkel

Beim sogenannten Colour Correcting (was nichts anderes als ,Farbkorrektur‘ heißt) trägst Du verschiedenfarbiges Flüssig-Make-up nacheinander auf Dein Gesicht auf, bis Du aussiehst, als seist Du in den Malkasten gefallen. Der Trick daran ist, Hautprobleme, wie bläuliche Augenringe, einen gelblich-fahlen Teint oder gerötete Pickel mit Farben abzudecken, die den jeweiligen Makel optisch auscanceln und so verschwinden lassen. Wenn alle unliebsamen Stellen des Gesichts mit Farbe abgedeckt sind, werden die verschiedenen Concealer sorgfältig ineinander verblendet, bis sie einen natürlichen und ebenmäßigen Hautton ergeben. Eine Concealer Palette findest Du zum Beispiel auf Amazon. Zum Schluss wird dieses Meisterwerk der Abdeckkunst noch mit etwas Puder versiegelt, damit der Teint den ganzen Tag ebenmäßig bleibt.

Colour Correcting: Welche Farbe wohin?

Color Wheel on Black BackgroundStellt sich also die Frage, durch welche Farbe welches Problem ausgecancelt wird. Grün gleicht rote Flecken aus, die durch Pickel, geplatzte Äderchen oder eine rote Schnupfnase entstehen. Lila hilft, fahle Haut lebendiger und frischer wirken zu lassen und neutralisiert gelbstichige Haut. Umgekehrt hilft ein gelbes Make-up dabei, Hautflecken zu kaschieren, die einen lila Farbton aufweisen. Unter gelbem Make-up verschwinden also beispielsweise Alters- und Sonnenflecken. Die Farbe Orange gleich bläuliche Augenringe aus und lässt Dich wacher und frischer erscheinen. Sehr helles hautfarbenes oder weißes Make-up ist, wie wir es schon vom Contouring und Highlighting kennen, dafür da, bestimmte Partien Deines Gesichts zum Strahlen zu bringen und optisch hervorzuheben.

Welche Problemzonen kaschiert werden sollen – ob Du also beispielsweise rötliche Aknenarben verstecken willst oder bläuliche Ringe unter den Augen – ist natürlich eine individuelle Angelegenheit, nach der Du entscheiden musst, welche Farbe Du auf welche Stelle Deines Gesichts aufträgst. Ein Beispiel, wie Colour Correcting aussehen könnte, siehst Du hier:

Colour Correcting vs. Clown Contouring

Eine extreme Variante des Colour Correcting ist das sogenannte Clown Contouring, das bereits seit einiger Zeit sein Unwesen in der Beauty-Blogosphäre treibt. Clown Contouring funktioniert nach demselben Prinzip wie Colour Contouring, treibt das Ganze allerdings damit auf die Spitze, dass auch Highlighter, Bronzer, Foundation und Rouge gleichzeitig im Gesicht verteilt werden. Nachdem alle Schattierungen, Highlights und Concealer-Farben gesetzt sind, wird klar, woher der Name kommt: Man sieht aus, wie ein Clown! Wir finden allerdings, dass das Ganze auch nach dem Verblenden sehr ,cakey‘, also sehr maskenhaft wirkt und allenfalls für ein Fotoshooting, nicht jedoch als Alltagslook zu gebrauchen ist.

Colour Correcting ist im Prinzip nichts Neues, denn dass man, beispielsweise, gerötete Haut durch grünes Make-up ausgleichen kann, ist schon lange bekannt. Trotzdem macht es einfach Spaß, beim Schminken kreativ zu werden und zu sehen, wie sich die bunten Farben beim Verblenden zu einem deckenden Hautton zusammenmischen und den Teint ebenmäßig und makellos erstrahlen lassen.

Bildquelle: iStock/Dutko, iStock/PeterHermesFurian


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