Falten reduzieren

Anti-Aging-Tipps für straffe Haut

Katharina Lübkeam 19.08.2016 um 10:27 Uhr

6 Milliarden Euro geben wir Deutschen pro Jahr für Körperpflege aus, wir Frauen deutlich mehr als die Männer. Am Ende bleibt es wie es ist: Altern lässt sich nicht aufhalten. Immerhin aber verlangsamen. Falten lassen sich hinauszögern und in Tiefe und Breite begrenzen. Spezielle Anti-Aging-Cremes enthalten Stoffe, die die Haut straffen und Fältchen sogar bis zu einem gewissen Grad glätten. Wir verraten Dir, in welche Produkte Du investieren solltest und was Du sonst noch für ein jugendliches Hautbild tun kannst.

Zuerst einmal: Ja, man kann Falten reduzieren – bedingt und in geringer Form: Faltentiefe und Hautglätte können durch bestimmte Wirkstoffe günstig beeinflusst werden. Besonders die kleinen Fältchen um die Augen, die mimischen und die kleinen Knitterfältchen lassen sich glätten. Großen Fältchen allerdings, wie die Nasolabialfalten zwischen Naseflügel und Mundwinkel, müssen wir hinnehmen.

Anti Aging Tipps

Mit ein paar Anti-Aging-Tipps lassen sich Falten hinauszögern und glätten

Der wirksamste Schutz gegen Falten: UV-Schutz

Wichtig für die Hautpflege und das Anti Aging ist eine milde Gesichtsreinigung. Das Stichwort lautet „mild“, also nicht übertreiben und aggressiv abschrubben. Die sanfte Reinigung am Abend reicht völlig aus, da am Morgen noch keine Umwelteinflüsse auf die Haut gewirkt haben und sie ohnehin sauber ist.

Die oberste Priorität, wenn es darum geht, Falten vorzubeugen, ist Sonnenschutz: Bis zu 80 Prozent der Falten im Gesicht entstehen laut Forschern durch Sonnenlicht, speziell durch UV-A-Strahlen. Diese führen zur vermehrten Bildung aggressiver Sauerstoffteilchen, der sogenannten freien Radikalen, die uns altern lassen. Sie nehmen der Haut ihre Spannkraft und legen sie in tausend Knitterfalten. Sie greifen nicht nur die Hautzellen selbst an, sondern auch die beiden Faserproteine – Kollagen und Elastin – die unsere Haut straff und elastisch halten. Je weniger Faserproteine die Haut hat, umso weniger Feuchtigkeit kann sie speichern. Sie trocknet aus und wird faltig. Zudem hat das Hautgewebe spezielle Zellen, die Fibroblasten, die täglich neue Faserproteine bilden – sofern sie nicht von den freien Radikalen angegriffen werden. Deswegen ist der wichtigste und wirksamste Inhaltsstoff in Cremes UV-Schutz.

Gut untersuchte Wirkstoffe: Antioxidantien und Retinol

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Antioxidantien wirken gegen freie Radikale in der Haut.

Darüber hinaus gibt es eine Anzahl von sechs bis acht Wirkstoffen, die von der Deutschen Gesellschaft für Dermatopharmazie gut untersucht sind: Weit oben in der Liste steht Vitamin A oder Retinol. Der eigentliche aktive Wirkstoff darin ist aber die Vitamin-A-Säure, das Tretinoin, das den Neuaufbau von Collagen in der Lederhaut fördert. Tretinoin kann nur über den Umweg über das reine Vitamin A in die Haut gelangen: über eine Creme mit Retinol. Nur rund 10 Prozent des Retinols werden dann zum aktiven Wirkstoff verstoffwechselt.

Zentral sind außerdem Antioxidantien, also die Vitamine C und E und das Coenzym Q10. Sie wirken gegen die freien Radikalen. Vitamin C gewährleistet zudem, dass Kollagen und Elastin in der Haut richtig funktionieren und lässt die Zellen in der Oberhaut schneller wachsen. Vitamin E hemmt den Abbau von Kollagen und hilft der Haut, Feuchtigkeit zu binden. Es kann tief in die Haut eindringen und kleine Fältchen glätten. Das Coenzym Q10 unterstützt den Stoffwechsel der Zellen. Auch Mineralstoffe und Spurenelemente, wie Kupfer, Zink und Magnesium wirken verjüngend auf die Haut. Mithilfe von Omega-6-Fettsäuren kann sie wiederum eine schützende Barriere gegen Austrocknung aufbauen.

Wundermittel Traubenkernextrakt und OPC

Ein kleines Wundermittel gegen die freien Radikalen und damit gegen Falten und Hautprobleme ist auch Traubenkernextrakt. Das darin enthaltende OPC, ein antioxidativ wirksamer Pflanzenstoff, und all die anderen enthaltenen antioxidativen Wirkstoffe schützen die Hautzellen, die Fibroblasten, die Faserproteine und die Blutgefäße vor freien Radikalen. Das antioxidative Potential von OPC soll 20 Mal größer sein als beim Vitamin E und 50 Mal wirkungsvoller als beim Vitamin C. OPC kann aber auch instabiles Kollagen reparieren und die Hautenzymaktivität fördern, also gegen UV-Strahlung schützen.

Darüber gilt die Hyaluronsäure als Wunderwaffe: Am wirkungsvollsten ist sie als Injektion, beziehungsweise als Filler, ähnlich wie bei der Mesotherapie, denn dabei wirkt sie direkt am Wirkort, in die Lederhaut: Diese quellt auf und die Haut wird straffer. Laut Forschern lässt sich so nicht nur eine optische Verjüngung erreichen, sondern möglicherweise sogar eine biologische: Denn das Hinzuspritzen von Hyaluronsäure kann vermutlich das körpereigene Hyaluronproduktionssystem, also die Bindegewebszellen in der Lederhaut, langfristig aktivieren.

Wirken Cremes mit Hyaluronsäure tatsächlich?

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Hyaloronsäure-Cremes straffen die Haut messbar

Trägt man die Hyaluronsäure lediglich auf der Haut auf, dringen vermutlich nur Bruchteile, etwa durch Poren, ein. Das aber reicht offenbar für eine Wirkung: Forscher an der Universität München haben an zwanzig Probandinnen Cremes mit Hyaluronsäure getestet, darunter Produkte namhafter Hersteller für über 100 Euro bis hin zu Hausmarken von Drogerieketten für 6 Euro.

Nach drei Monaten wurde bei allen die Faltentiefe in den Augenwinkeln mit einem 3D-Scanner vermessen. Die Haut war durchgehend messbar straffer geworden. Die günstigsten Cremes strafften die Haut um rund 13 Prozent, die Cremes aus dem mittleren Preissegment um etwa 20 Prozent, die teuerste sogar um 30 Prozent. Auch die Falten wurden reduziert, bei den günstigen Cremes um rund 15 Prozent, bei den teuren um 25 Prozent.

Zwar haben einfache Produkte die gleichen Wirkstoffe und können Gutes leisten. Dennoch seien teure Cremes oft besser formuliert und die Inhaltsstoffe höherwertiger, so die Hamburger Forscher. So konnten die Cremes im preislichen Top-Segment das Hautbild in punkto Faltentiefe und Hautstraffheit noch etwas mehr verbessern.

Cremes für den Tag und die Nacht

Ab einem Alter von rund 30 ist es sinnvoll, die Tages- mit einer Nachtcreme zu kombinieren: Während die Tages-Version gegen UV-Strahlen und Umweltbelastungen schützt, unterstützt die Nacht-Version die Reparaturmechanismen und die Zellteilung, die nachts in unserem Körper ablaufen. Auch eine spezielle Augencreme bietet sich an, da die Haut um die Augen viel dünner ist als im Gesicht und damit auch am empfindlichsten. Augencremes haben daher eine verfeinerte Rezeptur. Willst Du einen sofortigen Frische-Effekt, kannst Du zusätzlich ein Serum verwenden.

Zwar entscheiden Deine Gene mit, inwiefern und wie schnell sich bei Dir Falten bilden. Dennoch kannst Du diesen Prozess zu einem großen Teil auch mit Deiner Lebensweise selbst beeinflussen. Zu hautstraffenden Maßnahmen im Alltag gehören

  • viel Wasser trinken, auch wenn es nur teilweise in der Haut landet,
  • ein erholsamer und gesunder Nachtschlaf und
  • regelmäßige Bewegung.

Faktoren, die die Zahl der freien Radikalen in die Höhe treiben, sind dagegen

  • Nikotin und Alkohol,
  • Stress und
  • eine ungesunde Ernährung.

Was hilft gegen Falten?

Eine ausgewogene, vielfältige Ernährung macht sich also als Anti-Aging-Food ebenfalls in Deiner Hautentwicklung bemerkbar: Besonders hautverjüngend sind etwa grüne Gemüsesorten wie Spinat. Beeren und Tomaten sind wiederum sehr wirksam gegen freie Radikale. Fisch enthält Omega-3-Fettsäuren und Zitrusfrüchte sind reich an Vitamin C und helfen so dem Körper bei der Kollagen-Produktion. So hast Du also auch relativ unabhängig vom Geldbeutel Dein Alter in der Hand.

Bildquelle: iStock/evgenyatamanenko, iStock/sciencestock, iStock/monkeybusinessimages

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