Fish spa pedicure wellness skin care treatment with the fish rufa garra, also called doctor fish, nibble fish and kangal fish.
Diana Heuschkelam 13.11.2015

Bei der Fisch-Pediküre musst Du einfach nur Deine Füße ins warme Wasser hängen und schon machen sich die kleinen Tiere ans Werk, um Dir geschmeidig-weiche Füße zu bescheren. Während die Fans der Fisch-Pediküre sie als besonders schonende und natürlich Art der Hautbehandlung feiern, warnen ihre Kritiker vor den möglichen Risiken für die Gesundheit der Fische und Patienten.

Verständlicherweise müssen sich viele erst einmal an den Gedanken einer von kleinen Fischen durchgeführten Pediküre gewöhnen, denn die heilende und pflegende Wirkung dieser Fußbehandlung entsteht dadurch, dass die possierlichen Tiere an der äußeren Hautschicht herumknabbern. Wer sich allerdings erst einmal an das Konzept dieser ungewöhnlichen Art der Fußpflege gewöhnt hat und nicht zu kitzelig ist, der kann sich bei der Behandlung entspannt zurücklehnen, denn sie ist komplett schmerzfrei und bringt einige Vorteile mit sich.

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Fisch-Pediküre: Die Vorteile

Die für diese Pediküre eingesetzten Fische werden im Volksmund als Knabber- oder Putzerfische (lat. „Garra Rufa“) bezeichnet und sind auch unter dem Namen Kangalfische bekannt, da sie aus der Kangalregion der Ost-Türkei stammen. Dort wird die therapeutische Fisch-Behandlung, die auch für die Hände und andere Körperteile eingesetzt werden kann, schon seit langer Zeit durchgeführt. Die sogenannte Ichthyotherapie (von „ichthys“, dem griechischen Wort für Fisch) kommt besonders Menschen mit Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Psoriasis zugute. Die bei diesen Krankheiten vermehrt auftretende Hautproduktion bewirkt den Aufbau übermäßig vieler abgestorbener Hautzellen und verursacht dadurch starken Juckreiz. Und auch die Auswirkungen auf die Psyche der Betroffenen sollte bei diesen Hautkrankheiten nicht unterschätzt werden, da sie durch die offensichtlichen Hautveränderungen oft das Gefühl haben, sich verstecken zu müssen. Dagegen kann die Behandlung der betroffenen Hautareale durch den Einsatz der Kangalfische Abhilfe schaffen.

Einmal ans Werk geschritten, befreien die Fische Deine Haut von abgestorbenen Hautzellen und fördern dadurch die Bildung neuer Hautzellen. Sie sorgen außerdem für eine bessere Durchblutung Deiner Haut. Sogar gegen Fußpilz oder Akne soll der Einsatz der Knabberfische seine Wirkung zeigen. Aber auch für die normale, rein kosmetische Pediküre ist die Behandlung mit den putzigen Tierchen bestens geeignet, denn durch das Wegknabbern alter Hornhaut werden Deine Füße in kürzester Zeit wieder weich wie Babyhaut und sehen wunderbar gepflegt aus.

Fisch-Pediküre: Die Nachteile

Hältst Du nun bereits voller Begeisterung über die Vorteile der tierischen Fußpflege Dein Handy in der Hand, um beim nächsten Fisch-Spa anzurufen, solltest Du dringend noch die beiden nicht zu unterschätzenden Nachteile der Fisch-Pediküre bedenken: Zum einen birgt die Ichthyotherapie gesundheitliche Risiken, zum anderen steht sie wegen des Verdachts auf Tierquälerei unter Kritik.
Die Fische können beim Übergang vom einen zum anderen Patienten bakterielle Krankheitserreger übertragen. Nach einer wissenschaftlichen Studie der britischen Health Protection Agency (HPA) aus dem Jahr 2011, wird das Risiko einer Übertragung allerdings als sehr gering eingeschätzt. Häufig werden die Fische nach der Behandlung eines Patienten deshalb für eine bestimmte Zeit unter Quarantäne gestellt, bevor sie erneut eingesetzt werden. Da die Inkubationszeit einiger übertragbarer Krankheiten aber mitunter sehr lang sein kann, werden die Tiere mancherorts nach Abschluss einer Behandlung sogar getötet, um jegliches Risiko auszuschließen. Die Gesundheitsrisiken können jedoch auch durch andere Verfahren entschieden vermindert werden: Das Wasser des Fischbeckens sollte nach jeder Behandlung gefiltert oder durch einen UV-Entkeimer gereinigt werden.

Dies führt allerdings wiederum dazu, dass die Fische einer hohen Belastung ausgesetzt werden. Rechtlich und ethisch ist der Einsatz der Fische deshalb in Deutschland und anderen Ländern sehr umstritten. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen mahnt beispielsweise, dass Kangalfische nach dem Deutschen Tierschutzgesetz nicht zur Verwendung kosmetischer Anwendungen eingesetzt werden sollten und die Verwendung zu therapeutischen Zwecken zumindest fragwürdig ist. Um dem Wohlergehen der Fische nicht weiter zu schaden, solltest Du Deine Füße vor der Fisch-Pediküre gründlich waschen, damit sie von Seifen, Parfüm und anderen, für die Kangalfische eventuell giftigen, Bestandteilen befreit werden.

Hast Du trotz der beschriebenen Bedenken Lust auf die schonende Pflege Deiner Füße durch die Fisch-Pediküre bekommen oder möchtest mit ihrer Hilfe eine bestehende Hautkrankheit mildern? Die Fußpflege mit den Kangalfischen wird in Naturheilpraxen und vereinzelten Kosmetikstudios angeboten. Bei einer 20-minütigen Behandlung solltest Du mit Kosten von etwa 20 bis 30 Euro rechnen.

Bildquelle: iStock/Maridav, iStock/pekour


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