Sonnencreme selber machen

Natürliche Creme

Sonnencreme selber machen: So geht’s richtig!

Judith Heineam 19.05.2017 um 17:06 Uhr

Du möchtest Sonnencreme selber machen? Wie du eine mineralische Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor aus natürlichen Inhaltsstoffen herstellen kannst, erfährst du hier.

Sonnencreme selber machen

Sonnencreme ohne gefährliche Nanopartikel

Mineralische Sonnencreme verspricht Sonnenschutz ohne gefährliche Nanopartikel.

Spätestens, wenn du dich im Sommer am Kiessee oder Badestrand in der Sonne aalst, solltest du deine Haut sowohl vor dem Sonnenbaden als auch währenddessen mehrmals mit ausreichend Sonnenschutz eincremen. Genauso viel Wert wie auf einen angemessenen Lichtschutzfaktor, solltest du dabei auch auf die Inhaltsstoffe deiner Sonnencreme legen:

Produkte aus Drogerie, Parfümerie & Co. enthalten nicht selten Inhaltsstoffe, die du dir sicher nicht jeden Tag auf deine Haut schmieren willst. So zum Beispiel Nanopartikel – winzig kleine Teilchen, die im Verdacht stehen, große Schäden zu verursachen. Damit du ganz genau weißt, was in deinem Sonnenschutz enthalten ist, kannst du eine mineralische Sonnencreme ganz einfach aus natürlichen Zutaten selber machen.

Video: Nanopartikel im Sonnenschutzmittel

Lichtschutzfaktor in selbstgemachter Sonnencreme?

Natürlich soll auch deine selbstgemachte Sonnencreme über einen Lichtschutzfaktor (LSF) verfügen. Es gibt sehr viele Öle, die natürlichen Sonnenschutz versprechen. Doch meist ist deren Lichtschutzfaktor sehr gering. Oft schützen diese Fette zwar vor der rötenden UVB-Strahlung, nicht aber vor UVA-Strahlung, die der Haut schwer zusetzt, sie schnell altern lässt und Hautkrebs verursachen kann. Die ebenso natürliche Alternative: Zinkoxid als mineralischer UV-Blocker.

Zwar enthält Zinkoxid ebenfalls Nanopartikel, aber Nanopatikel ist eben nicht gleich Nanopartikel: Achte beim Kauf von Zinkoxid deshalb auf die Bezeichnung „non nano“ bzw. darauf, dass enthaltene Nanopartikel nicht kleiner als 100 nm, sondern idealerweise 330 nm und grösser sind. So können die Partikel die Schutzbarriere deiner Haut nicht durchdringen und sorgen wie gewollt für Schutz auf der Hautoberfläche.

Je nach erwünschtem Lichtschutzfaktor, kannst du das Zinkoxid in deiner Sonnencreme wie folgt dosieren:

  • Für LSF 2 bis 5 = 5 % Zinkoxid
  • Für LSF 6 bis 11 = 10 % Zinkoxid
  • Für LSF 12 – 19 = 15 % Zinkoxid
  • Für LSF 20 und höher = 20 % Zinkoxid

Beispiel: Angenommen du hast 50 g deiner mineralischen Sonnencreme angerührt und möchtest ihr einen Lichtschutzfaktor von 10 geben, dann gib ihr – gemäß der Tabelle – 10 Prozent des Cremegewichts, also etwa 5 Gramm an Zinkoxid, dazu.

Rezept für selbstgemachte mineralische Sonnencreme

# Zutaten

  • 30 g Kokosöl mit natürlichem LSF von 7
  • 24 g Sheabutter mit natürlichem LSF von 4
  • 3 g Jojobaöl pflegt und nährt die Haut
  • 3 g Vitamin-E-Öl nährt, spendet Feuchtigkeit und konserviert die Creme
  • 30 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl verleiht der Creme Duft
  • Zinkoxid (non nano) je nach gewünschtem LSF

# Herstellung

  1. Gib Kokosöl, Sheabutter und Jojobaöl in ein warmes Wasserbad.
  2. Erhitze das Wasser vorsichtig, bis Kokosöl und Sheabutter geschmolzen sind.
  3. Nimm die Öle aus dem Wasserbad und lass sie etwas abkühlen.
  4. Leg eine handelsübliche Staubmaske an, um das Zinkoxidpulver nicht einzuatmen.
  5. Miss das Zinkoxid nach deinen Wünschen ab und gib es gemeinsam mit dem Vitamin-E-Öl und den ätherischen Ölen zu dem Ölmix aus dem Wasserbad.
  6. Rühre alles gut unter, bis alles eine homogene Masse ergibt.
  7. Fülle die Sonnencreme in ein dunkles Glasgefäß oder blickdichten Cremetiegel.

# Anwendung & Aufbewahrung

Mineralische Sonnencreme selber machen

Einmal cremen, schützt deine Haut ganz und gar nicht.

Trage die Sonnencreme mehrmals täglich auf. Je häufiger du dich im Wasser erfrischst oder je stärker du beim Bad in der Sonne schwitzt, desto öfter solltest du den Sonnenschutz auf deiner Haut erneuern – ganz wie bei herkömmlichen Sonnencremes auch. Lagere den selbstgemachten Sonnenschutz für maximal 6 Monate im Kühlschrank.

Hinweis: Wenn du die selbstgemachte Sonnencreme mit ins Freibad nimmst, achte darauf, sie auch dort an einem möglichst dunklen Platz aufzubewahren bzw. sie nach der Benutzung stets wieder in deiner Tasche zu verstauen. Sobald du zu Hause bist, muss sie wieder in den Kühlschrank.

Sonnencreme selber machen, ist gar nicht so aufwendig, wie es im ersten Moment scheinen mag. Und selbst wenn dem so wäre: Der Gesundheit deiner Haut zuliebe lohnt sich die Prozedur allemal – diese Pflegetipps nach dem Sonnenbad übrigens auch!

Bildquellen: iStock/Marko_Marcello, iStock/, iStock/Nevena1987

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