Manuelle Lymphdrainage
Anett Pohlam 14.05.2013

Der Begriff „Manuelle Lymphdrainage“ hört sich für den Laien zunächst nach einem schwerwiegenden medizinischen Eingriff an. Dabei handelt es sich lediglich um eine entspannende Massagetechnik, die zwar vor allem bei der Behandlung von Schwellungen eingesetzt wird, aber auch bei der Bekämpfung von Cellulite große Erfolge erzielen kann. Doch wie lässt sich die manuelle Lymphdrainage zu diesem Zweck wirkungsvoll einsetzen?

Die manuelle Lymphdrainage hat sich in den letzten Jahren zum Geheimrezept im Kampf vieler Frauen gegen Cellulite entwickelt. Dabei wird die äußerst angenehme Therapie für den ästhetischen Einsatz eigentlich zweckentfremdet. So wurde sie in den 1930er Jahren vor allem für den medizinischen Gebrauch entwickelt, in dem sie auch heute noch überwiegend eingesetzt wird. Vor allem Schwellungen, die durch Verrenkungen, Stauchungen oder Zerrungen entstanden sind, werden über die manuelle Lymphdrainage erfolgreich behandelt.

Eine manuelle Lymphdrainage

Eine manuelle Lymphdrainage rückt lästigen Dellen auf den Leib.

Die manuelle Lymphdrainage aktiviert das Lymphsystem

Wie die angesprochenen Schwellungen wird auch Cellulite durch Zellflüssigkeit ausgelöst, die sich im Gewebe ansammelt. In diesem Fall wird das Wasser, das sich besonders gerne an Bauch, Hüfte und Oberschenkel konzentriert, durch eine Störung im Lymphsystem nicht in ausreichendem Maß in die Blutgefäße geleitet, in denen es abtransportiert werden könnte, und staut sich stattdessen im Gewebe an. Dabei ist ein reibungslos funktionierendes Lymphsystem von zentraler Bedeutung für das Wohlbefinden und den Zustand der Haut. Schließlich werden in diesem Gefäßsystem lebenswichtige Stoffe zu den einzelnen Körperzellen geführt. Die manuelle Lymphdrainage dient dazu, die ins Ungleichgewicht geratene Balance zwischen der Gewebewassermenge und der Lymphaktivität wiederherzustellen. Gleichzeitig wird durch die sanfte Massage das Immunsystem gestärkt und die Durchblutung angeregt, sodass eine manuelle Lymphdrainage nicht nur Cellulite bekämpfen kann, sondern darüber hinaus auch einen wertvollen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit leistet.

Die manuelle Lymphdrainage sollte von einem Experten durchgeführt werden

Trotz dieser zahlreichen positiven Effekte solltest Du eine manuelle Lymphdrainage nicht in Eigenregie durchführen. Stattdessen sollte ein in diesem Bereich ausgebildeter Experte, beispielsweise ein Masseur, ein Physiotherapeut oder ein Heilpraktiker, die Massage vornehmen. Schließlich soll durch eine manuelle Lymphdrainage nicht etwa die überschüssige Flüssigkeit wegmassiert, sondern durch eine korrekte Aktivierung des Lymphsystems vom Körper selbst abgebaut werden. Hierzu bedarf es jedoch einiger Erfahrung, über die ein Laie meist nicht verfügt. Im Normalfall wird der Masseur mit der manuellen Lymphdrainage am Hals beginnen und sich langsam zum Torso vorarbeiten. Dabei wird das Unterhautgewebe sanft und gleichmäßig massiert, wobei mit verschiedenen Kreisbewegungen der Finger, Pump- und Schöpfgriffen sowie unterschiedlichen Drehgriffen eine ganze Bandbreite an Massagetechniken bereitsteht.

Mechanische und manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage wird in vielen Praxen durch ein mechanisches Pendant ergänzt. Dabei wird das Bindegewebe nicht durch Hand- und Fingermassagetechniken gestärkt, sondern durch ein spezielles Gerät, das einen gleichmäßigen Druck auf Haut und Bindegewebe ausübt. Dieses Utensil deckt den gesamten Unterkörper ab und sieht aus wie eine überdimensionale Plastikhose. Diese „Hose“ ist mit überlappenden Luftkammern ausgestattet und übt nach und nach vom Fuß bis zur Hüfte leichten Druck auf die Haut aus. Auf diese Weise entstehen sanft gleitende Druckwellen, die das Lymphsystem aktivieren. Die mechanische Lymphdrainage wird vor allem bei Schwellungen und Wassereinlagerungen am Unterkörper und am Bauch verwendet. Deshalb ist sie besonders für Frauen geeignet, die unter Wassereinlagerungen an den Beinen leiden oder nach der Entbindung mit den Überbleibseln des Babybauchs zu kämpfen haben. Doch auch bei Cellulite, Besenreisern und Krampfadern kann dieses technische Hilfsmittel eine manuelle Lymphdrainage wunderbar ergänzen.

Eine manuelle Lymphdrainage ist in der Regel risikofrei

Die manuelle Lymphdrainage hat nur in den seltensten Fällen unerwünschte Nebenwirkungen und kann daher in der Regel ohne Sorgen oder Ängste genossen werden. Allerdings gibt es einige Risikogruppen, die von der Cellulitebekämpfung mithilfe der manuellen Lymphdrainage zur Sicherheit besser Abstand nehmen sollten. So sollten Menschen mit einer Herzschwäche oder sonstigen Erkrankungen am Herzen von der Massage absehen. Auch bei Blutgerinnungsstörungen oder einem Blutgerinnsel sollte auf die manuelle Lymphdrainage besser verzichtet werden. Darüber hinaus ist auch bei starken Entzündungen oder akuten allergischen Reaktionen von der Therapie abzuraten.

Die Kosten für eine manuelle Lymphdrainage

Die durch eine manuelle Lymphdrainage entstehenden Unkosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur im Falle einer medizinischen Notwendigkeit übernommen. Dies ist beispielsweise bei Schwellungen nach Unfällen bzw. Operationen oder Nervenschmerzen der Fall. Die Bekämpfung der Cellulite als ästhetische Korrektur ist für die Krankenkassen jedoch leider kein ausreichender Grund, um die Kosten zu erstatten. Daher müssen Betroffene die manuelle Lymphdrainage im Regelfall selbst bezahlen. Diese belaufen sich bei einer Teilbehandlung auf etwa 20 bis 50 Euro für eine 30- bis 45-minütige Sitzung, eine Ganzkörperbehandlung, die etwa 60 bis 90 Minuten in Anspruch nimmt, schlägt mit circa 35 bis 90 Euro zu Buche. Die mechanische Lymphdrainage ist etwas preiswerter. Normalerweise werden etwa fünf bis zehn Sitzungen angesetzt. Aufgrund der hohen Preisunterschiede lohnt sich ein Preisvergleich unter den verschiedenen Anbietern.

Die manuelle Lymphdrainage bietet eine sanfte und angenehme Möglichkeit, die unschönen Folgen der Cellulite wirkungsvoll zu bekämpfen. Dafür wird eine medizinische Massagetechnik, die eigentlich zur Bekämpfung von Schwellungen eingesetzt wird, in gewisser Weise zweckentfremdet. Die Kosten für die Behandlung müssen von den Patienten jedoch meist selbst getragen werden.

Bildquelle: © Fabiana Ponzi | Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • applepie77 am 06.06.2013 um 09:26 Uhr

    ich kenne kenne die manuelle Lympgdrainage nur als medizinisches Mittel, aber wenn man damit auch Cellulite bekämpfen kann... umso besser!

    Antworten