Schuppenflechte
Anett Pohlam 14.05.2013

Schuppenflechte ist zwar keine bedrohliche Krankheit, für die Betroffenen aber alles andere als ein Spaß: Unschöne Stellen auf der Haut und Juckreiz begleiteten sie oft ihr Leben lang. Rund 1,5 Millionen Deutsche leiden unter Schuppenflechte. Du gehörst auch dazu? Wir verraten Dir, woher die Krankheit kommt und was Du gegen den lästigen Juckreiz tun kannst!

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die auch noch Deine Gelenke, Nägel und Schleimhäute befallen kann. Die medizinische Bezeichnung der Schuppenflechte, Psoriasis, leitet sich von dem griechischen Wort „psora“ ab, das „jucken“ bedeutet. Seit Jahrtausenden leiden die Menschen an dieser juckenden, aber nicht ansteckenden Hauterkrankung. Bereits der griechische Arzt Hippokrates (ca. 460-370 v. Chr.) hat in seinen Aufzeichnungen eine schuppende Hautkrankheit beschrieben, bei der es sich vermutlich um die Schuppenflechte handelt. Bis heute gilt die Schuppenflechte als nicht heilbar – und kann Dir das Leben schwer machen.

Schuppenflechte: Was sind die Ursachen?

Wodurch die Schuppenflechte ausgelöst wird, konnten Mediziner bis heute nicht vollständig aufklären. Bekannt ist nur, dass die Schuppenflechte auf eine genetische Veranlagung zurückgeht – doch selbst, wenn Du diese Veranlagung in Dir trägst, heißt das nicht, dass die Krankheit tatsächlich ausbricht! Genauso wenig wie sie die Frage nach dem Auslöser der Schuppenflechte beantworten können, konnten Ärzte bis heute keine Erklärung dafür finden, warum die Krankheit bei manchen Betroffenen ausbricht, bei anderen mit der gleichen Veranlagung aber nicht.

Schuppenflechte ist eine chronische Hauterkrankung

Schuppenflechte kannst Du mit speziellen Cremes behandeln

Vermutlich haben eine Reihe äußerer Faktoren Einfluss auf den Ausbruch der Schuppenflechte – Infektionen, Verletzungen an der Haut, Stoffwechselstörungen und Hormonschwankungen, Medikamente (wie Beta-Blocker, Interferon, Chloroquin, Lithium), klimatische Einflüsse, Alkoholkonsum sowie seelischer Stress sollen Schuppenflechte auslösen. Wenn die Krankheit bei Dir ausbricht, leidest Du wahrscheinlich an einer Autoimmunreaktion: Dein Körper stuft eigenes Gewebe als körperfremd an und startet eine Abwehrreaktion gegen diese Zellen.

Schuppenflechte: Die Symptome

Ob Du an Schuppenflechte leidest, kannst Du anhand der typischen Symptome feststellen: Gerötete und mit silberweißen Schuppen bedeckte Hautgebiete, die teilweise stark jucken und die sich im Laufe der Krankheit verdicken sind ein untrügerisches Zeichen für Schuppenflechte. Meist befällt die Krankheit nur einzelne Hautgebiete, vor allem an den Knien, den Ellenbogen, dem Kreuzbein und auf der Kopfhaut finden Betroffene die schuppigen Stellen. Nur in seltenen Fällen breitet sich die Krankheit über den ganzen Körper aus. Außer der Haut können auch Gelenke, Nägel und Schleimhäute befallen sein. An den Nägeln macht sich die Schuppenflechte durch stecknadelkopfgroße Einsenkungen der Nagelplatte oder gelb-braunen Verfärbungen des Nagelbettes bemerkbar. An den Gelenken ist die Schuppenflechte durch Bewegungseinschränkungen und schmerzhafte Schwellungen gekennzeichnet. Die Krankheit verläuft in der Regel chronisch oder in wiederkehrenden Schüben – das heißt, dass die Symptome mal stark, mal weniger stark ausgeprägt sind, aber nie ganz verschwinden. Der Krankheitsverlauf und der Schweregrad der Symptome sind jedoch von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Doch nicht nur die körperlichen Symptome der Schuppenflechte machen den Betroffenen zu schaffen: Viele Erkrankte nehmen die Schuppenflechte auch als starke Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität wahr. Betroffene fühlen sich aufgrund ihres veränderten Hautbildes als Aussätzige und sozial isoliert, leiden unter mangelndem Selbstbewusstsein und oftmals sogar unter Depressionen.

Schuppenflechte: Die Therapie

Die schlechte Nachricht zuerst: Schuppenflechte ist bislang nicht heilbar. Aber durch verschiedene Therapien kannst Du der Schuppenflechte effektiv den Kampf ansagen: Von pflegenden Salben bis hin zu starken, das Immunsystem hemmenden Medikamenten gibt es eine ganze Reihe an Behandlungsmöglichkeiten. Schuppenflechte kann innerlich und äußerlich behandelt werden – welche Therapieform für Dich die beste ist, besprichst Du am besten in Ruhe mit Deinem Hautarzt. Generell gilt jedoch, dass bei einer weniger stark ausgeprägten Schuppenflechte eine äußerliche Therapie meist ausreicht. Die Schuppenflechte wird dann mit Salben, Cremes und Lotionen, die zum Beispiel Harnstoff, Salizylsäure, Steinkohlenteer, Dithranol, Kortikoide und Vitamin-D-Derivate enthalten, behandelt. Zudem bieten sich spezielle Badezusätze an, um die Wirkung der Therapie zu verstärken. Gerade im Sommer hast Du außerdem einen ganz natürlichen Schuppenflechte-Hemmer an Deiner Seite: Die Sonne! Die UV-Strahlen haben eine heilende Wirkung, weshalb sich ein Sonnenbad (mit ausreichendem Sonnenschutz!) anbietet. Viele Schuppenflechte-Patienten nehmen außerdem sogenannte Lichtbäder nehmen, um den Juckreiz loszuwerden. Hierbei handelt es sich um künstliches Licht mit einer bestimmten Wellenlänge. Mittlerweile bieten einige Hautärzte diese spezielle Therapie an, Du kannst Dir aber auch ein Lichtbad-Gerät für zu Hause anschaffen. Nebenwirkungen haben die Lichtbäder keine – ganz im Gegenteil, das Sonnenlicht tut Deiner Laune und Deinem Körper gut! Auch mit kleinen Fischen kannst Du der Schuppenflechte den Kampf ansagen: Dafür tauchst Du die betroffenen Stellen in ein Aquarium mit rötlichen Saugbarben. Die Fische, die auch Knabberfische genannt werden, machen sich sofort an die Arbeit und befreien Deine Haut von den überschüssigen Schuppen. Wenn Du allerdings unter einer stärkeren Form der Schuppenflechte leidest, kannst Du auch auf eine innerliche Therapie zurückgreifen: Dein Arzt verschreibt Dir dann Tabeletten, die Retinoide oder Kortikoide enthalten. In ganz schweren Fällen werden Immunsuppressiva eingesetzt, die das Immunsystem unterdrücken.

Schuppenflechte loswerden: Do it yourself!

Du willst nicht nur mit der Chemie-Keule gegen Deine Schuppenflechte vorgehen? Kein Problem, die Natur bietet Dir gleich mehrere Mittelchen, die gegen den Juckreich und die schuppigen Stellen helfen können! Wenn Deine Schuppenflechte gerade wieder akut ist, kannst Du die betroffenen Stellen beispielsweise mit Teebaumöl oder einem parfumfreien Aloe Vera-Gel einreiben, um die Entzündung zu hemmen. Die gleiche Wirkung haben Packungen aus Heilerde, die auf die entzündlichen Hautareale aufgetragen werden. Um den Juckreiz zu lindern, bietet sich ein Bad in Kamille und Rosenblättern, in ölhaltigen Badezusätzen oder in Salz aus dem Toten Meer an. Nach dem Baden solltest Du Deine Haut aber auf alle Fälle eincremen, da sie durch das Bad zusätzlich austrocknet. Die Basis jeder Schuppenflechte-Behandlung ist jedoch die regelmäßige Pflege der Haut – und das auch in der beschwerdefreien Zeit! Damit Deine Haut gar nicht erst austrocknen kann, sollst Du sie täglich mit einer reichhaltigen Creme verwöhnen. Am besten nimmst Du dafür eine Creme oder Lotion mit Harnstoff, da er eine feuchtigkeitsbindende Wirkung hat. Solche Harnstofflotionen sind in Apotheken und Drogeriemärkten erhältlich, lassen sich aber auch ganz einfach und kostengünstig selbst herstellen. Einfach 250 ml parfümfreie, fetthaltige Lotion mit 25 g Harnstoffpulver (aus der Apotheke) mischen und fertig ist die perfekte Pflegelotion für Deine Haut!

Auch wenn noch immer kein Heilmittel gegen die Schuppenflechte gefunden wurde, musst Du nicht den Kopf in den Sand stecken! Mit einfach Tricks kannst Du Deine Haut im Kampf gegen schuppige Stellen und Juckreiz unterstützen – Schuppenflechte adé!

Bildquelle: Dreamstime / Citalliance


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Was denkst du?

  • sannesusanne am 26.11.2013 um 12:10 Uhr

    Schuppenflechte liegt bei mir in der Familie, bisher hatte ich das aber selbst noch nicht. Hoffentlich bleibt es so...

    Antworten
  • Aida am 28.05.2013 um 15:07 Uhr

    Danke für die Tipps! Ich habe auch Schuppenflechte...

    Antworten