Krasser Trend

Stick and Poke: Tattoos selber stechen

Nina Rölleram 12.07.2016 um 09:59 Uhr

Für Manche mag schon der Gedanke, sich überhaupt ein Tattoo stechen zu lassen, schlimm genug sein. Es geht jedoch noch eine Nummer krasser: Tattoos selber stechen. Während diese Form von Body Modification früher nur in Knästen und in der Punk-Szene verbreitet war, sind sogenannte Stick and Poke Tattoos mittlerweile verbreiteter denn je. Auf Instagram und Pinterest werden eifrig die neuesten hausgemachten Tattoos präsentiert. Wir zeigen Dir, wie die Stick and Poke-Technik funktioniert und welche Materialien hierfür Verwendung finden. Bevor Du Dir aber nun schon begeistert die Ärmel hochkrempelst und eine heimische Tattoo-Session planst, solltest Du einige Dinge beachten!

Bei Stick and Poke Tattoos handelt es sich in der Regel um kleine simple Tattoo-Motive, die von Laien ohne eine Tätowiermaschine gestochen werden. Zum Einsatz kommen schlichtweg eine Nadel und Tinte. In der einfachsten Variante wird hier tatsächlich eine beliebige Näh- oder Sicherheitsnadel und schwarze Tusche oder Kugelschreiber-Tinte verwendet. Etwas ambitioniertere Stick and Poke-Fans benutzen immerhin spezielle Tattoo-Nadeln, die eigentlich für den Einsatz mit einer Maschine gedacht sind, und Tattoo-Tinte. In Amerika werden sogar komplette Stick and Poke-Sets für das schnelle Stechen daheim angeboten, aber auch hierzulande sind Tatoonadeln und -tinte bei Amazon erhältlich. Dies mag den Eindruck erwecken, ein jeder sei in der Lage, sich selbst ein Tattoo zu stechen. Wir zeigen Dir, wie aufwändig Stick and Pokes wirklich sind!

Tattoos selber stechen

Nichts für schwache Nerven: Stick and Poke Tattoos werden sogar komplett von Hand, ganz ohne Tätowiermaschine, gestochen.

Tattoos selber stechen: So aufwändig ist es wirklich

Um zu verstehen, wie Stick and Pokes funktionieren, ist es hilfreich zu wissen, wie Tattoos im Allgemeinen entstehen. Das Grundprinzip ist, ob mit Maschine oder per Hand gestochen, das Gleiche: Mit Hilfe einer Nadel wird Tattoo-Tinte mit vielen kleinen Stichen unter die obersten Hautschichten gebracht. Nach der Abheilphase ist dann das gestochene Motiv, durch die oberen Hautschichten hindurch, sichtbar. Der größte Unterschied zwischen einem maschinell und einem manuell gestochenen Tattoo, ist aber die Geschwindigkeit, in der die Nadel in die Haut eindringt. Eine Tattoomaschine sticht dabei etwa 80 bis 150 mal in der Sekunde zu. Da mit einer per Hand geführten Nadel nur ein Bruchteil dieser Geschwindigkeit erreicht wird, sind Stick and Poke Tattoos um ein Vielfaches langwieriger und aufwändiger zu stechen. Selbst für ganz kleine Motive kannst Du locker mit einigen Stunden Prozedur rechnen, während das gleiche Motiv von einem professionellem Tätowierer in kurzer Zeit fertig gestochen werden könnte.

This is my heaven #sticknpoke #stickandpoke #equality #grlpwr thanks @ohbishplease for the new tat

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So entsteht ein Stick and Poke Tattoo

Genauso wie bei einem herkömmlichen Tattoo, steht Hygiene an erster Stelle. Die zu tätowierende Hautpartie sollte stets desinfiziert werden. Außerdem sollte die Person, die das Tattoo sticht, immer saubere Einweg-Handschuhe tragen. Niemals solltest Du eine Tattoo-Nadel wiederverwenden, bzw. Dir mit einer anderen Person teilen. Hierdurch können gefährliche Krankheiten übertragen werden! Für das eigentliche Stechen des Tattoos, muss das Motiv zunächst mit einer speziellen Transferfolie oder einem Tattoo-Marker auf die Haut gezeichnet werden. Da Stick and Pokes viel Zeit in Anspruch nehmen, werden in der Regel nur sehr kleine einfache Motive mit dieser Technik gestochen. Manche DIY-Tätowierer binden einen Faden um ihre Tattoonadel, die als Reservoir für die Tattoo-Tinte dient. In diese muss die Spitze der Nadel nun immer wieder eingetunkt und in die Haut gestochen werden. Für unerfahrene Heim-Tätowierer ist es oft schwer abzuschätzen, wie tief sie mit der Nadel in die Haut eindringen sollen. Ein zu tiefer Stich führt dazu, dass das Motiv verläuft und Linien unklar erscheinen, während ein zu oberflächlicher schlichtweg keinen bleibenden Effekt erzielt. Es gehört also einiges an Fingerspitzengefühl und Erfahrung dazu, um ein sauberes Stick and Poke Tattoo zu stechen. Die Prozedur muss nun solange wiederholt werden, bis eine gewünschte durchgängige schwarze Linie entsteht.

Poking away yesterday! Thanks for the video @jillnorth28 📽✍🏻

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Was Du von einem Stick and Poke-Tattoo erwarten kannst

Die Frage, welche Art von Tattoos mit der Stick and Poke-Technik realisierbar ist, ist nicht einfach zu beantworten. Grundlegend lassen sich eher schwarze lineare oder gepunktete Motive stechen, während sich flächige und bunte Tattoos nicht eignen. Vor allem hängt aber die Verwirklichung Deines Wunsch-Motives von dem Können und der Geduld des Tätowierers ab.

Du solltest durch Bilder von kunstvoll gestochenen Stick and Poke-Tattoos in sozialen Netzwerken keine falschen Vorstellungen bekommen. Nur weil ein Tattoo von Hand gestochen wurde, heißt es nicht, dass das Tattoo auch von einem Laien zu Hause fabriziert wurde. Viele der häufig geteilten Fotos auf Instagram, die so viele dazu inspirieren sich selbst ein Tattoo zu stechen, wurden von erfahrenen Profis gestochen.

My own little #stickandpoke done with the @sticknpoketattookit 🍄#tattoo #shrooms #mushroom

A photo posted by Laura Dawe (@lauragail97) on

Oftmals sehen erste eigene Stick and Poke-Versuche vielmehr derart unsauber aus. Wenn Du Dir also unsicher über deine künstlerischen Fingerfertigkeiten bist, solltest Du lieber die Finger von Stick an Poke Tattoos lassen! Andernfalls ist anschließend sowieso der Gang in ein professionelles Studio erforderlich, um dein misslungenes Werk wieder abzudecken.

Auch wenn Tattoo-Sets für Zuhause den Anschein erwecken, Tattoos selber zu stechen sei ganz einfach, sieht die Realität anders aus. Stick and Poke Tattoos sollten nur von Menschen gestochen werden, die bereits Erfahrung haben und wissen, was sie tun. Wenn Du Stick and Poke Tattoos in Erwägung ziehst, um Geld zu sparen, solltest Du Dich vorab lieber einmal in einem Tattoo-Studio informieren. Kleine Motive können schneller gestochen werden, als Du vielleicht denkst und kosten auch kein Vermögen.

Bildquelle: iStock/Zametalov

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