Tattoo-Allergie
Katja Gajekam 14.07.2017

Man sagt, sich ein Tattoo stechen zu lassen, sollte gut überlegt sein. Und das nicht ohne Grund: Nicht nur, dass das Motiv vermutlich für immer auf deiner Haut sein wird, es kann auch zu schweren Hautirritationen und sogar -infektionen kommen – ausgelöst, durch eine Tattoo-Allergie. Erfahre hier, woran man diese erkennt und welche Tattoofarben schwere Probleme verursachen können.

Tattootinte

Bei einer Tattoo-Allergie werden die Farbstoffe der Tinte nicht vertragen.

Die gefährlichen Inhaltsstoffe von Tattoofarben

Es gibt mehrere hundert verschiedene Mischungen für Tattootinte, die weltweit verwendet werden. Zertifiziert werden müssen diese nicht, weshalb es nicht selten ist, dass in vielen Studios noch Farben verwendet werden, die gefährliche und sogar krebserregende Stoffe enthalten. So findet man allergieauslösende Schwermetalle wie Quecksilber, Nickel oder Chrom oder auch Substanzen, die sonst in Autolacken oder Druckerfarbe vorkommen. Über die Haut können diese ins Lymphsystem gelangen und langfristig Schaden im Körper anrichten.

Tattoo-Allergie: Symptome

Wenn du dir ein Tattoo stechen lassen willst, solltest du dir ein Studio aussuchen, welches stark nach hygienischen Vorschriften arbeitet und steriles Werkzeug benutzt. Zudem ist es sinnvoll, über eventuelle Kontaktallergien Bescheid zu wissen, so dass du weißt, welche Farben du meiden musst, um später keine Probleme zu bekommen. Denn bei einer Tattoo-Allergie ist der Betroffene gegen die in der Tinte enthaltene Farbe allergisch. Die Allergie kann sich in folgenden Symptomen äußern:

  • JuckenEkzeme
  • Brennen
  • Rötungen
  • Entzündungen
  • Blasenbildung
  • Fieber
  • Übelkeit

Die Symptome müssen dabei nicht zwingend auf der Hautstelle mit dem Tattoo auftreten, sondern können auch ganz woanders oder am ganzen Körper auftreten.

Tattoofarben mit allergenen Stoffen

FarbeMögliche allergene InhaltsstoffeFolgen
Schwarz– Enthält meist gewöhnliche Tusche
– Aus Kohle hergestellt
– Löst am seltensten Probleme aus
Braun– Enthält Kadmiumsalt oder Eisenoxid– Reagiert mit der Haut, kann ebenfalls eine Lichtempfindlichkeit auslösen
– Probleme beim MRT: Eisenpartikel reagieren magnetisch, bewegen sich (vor allem bei großen Tattoos)
Rot– Enthält oft Zinnober, auch Quecksilbersulfit genannt
– Auch reines Quecksilber möglich Alternativen: Brasilholz, Karmin, Sandelholz
– Verursacht die größten Probleme in Zusammenhang mit Allergien
– Kann Entzündungen, Ekzeme entstehen lassen; diese können auch erst Jahre nach dem Tätowieren auftreten
– Kreuzallergien mit Thiomersal (Natriumsalz; wird als Konservierungsmittel in Kosmetika oder medizinischen Produkten verwendet) möglich
Kadmiumrot – Das Pigment enthält Metalle; ist mittlerweile sogar in Autolacken und bei der Herstellung von Kunststoff verboten, wird aber weiterhin für Tattoos verwendet– Mögliche Lichtallergie mit Verbrennungen als Folge
Purpur– Enthält Mangan, ein Übergangsmetall– Kann an der gestochenen Stelle Hautreaktionen auslösen
Blau– Besteht aus Kobaltverbindungen– Kann allergische Reaktionen auslösen
– Selten: Entzündung der Augenhaut
Grün– Enthält Chromoxid– Kann häufig Ekzeme auslösen, auch Jahre später
Gelb– Ist ein Kadmiumderivat– Kann ein lokales Ekzem oder welche am ganzen Körper auslösen
– Lichtempfindlichkeit möglich

 

Henna-Allergie: Auch bei vorübergehenden Tätowierungen mit dem natürlichen Farbstoff Henna können Allergien auftreten. Diese äußern sich durch Hautreaktionen, Rötungen, Bläschen und in schlimmeren Fällen durch Atemprobleme oder Asthma bis hin zum allergischen Schock, der sofort behandelt werden muss. (LINK)

Allergietest bei Tattoo-Allergie?

Wenn du nicht weißt, ob du unter einer Tattoo-Allergie leidest, kann dir ein Test beim Hautarzt Aufschluss darüber geben. Beim sogenannten Epikutantest werden dir Pflaster mit verschiedenen Allergenen auf den Rücken geklebt, wo sie für etwa 48 Stunden kleben bleiben. Danach wird der Test für weitere 24 Stunden wiederholt. Auf diese Weise wird eine mögliche Kontaktallergie getestet. So lange der Test läuft, darfst du nicht duschen, da sonst die Allergene ausgewaschen und das Ergebnis verfälscht werden könnte. Den Test zahlen in einigen Fällen die Krankenkassen, du solltest dich jedoch vorher über die Kosten informieren. Kommt beim Epikutantest heraus, dass du unter einer Allergie leidest, solltest du auf Tattoofarben mit den jeweiligen Inhaltsstoffen verzichten und dir eine andere Farbgestaltung überlegen.

Frau mit Rosentattoo

Die meisten Tattoo-Allergien werden durch rote Farbe ausgelöst. Mach also vor dem Tätowieren einen Allergietest!

Behandlung der Tattoo-Allergie

Eine Tattoo-Allergie ist nicht behandelbar, da eine Unverträglichkeit eines bestimmten Stoffes in den Farben ein Leben lang bleibt. Wenn du dir bereits ein Tattoo stechen lassen hast und nun die Symptome einer Allergie aufweist, solltest du zunächst zum Arzt gehen. Vielleicht handelt es sich nur um eine Entzündung des Tattoos. Zudem ist es nach dem Stechen eines Tattoos ganz normal, dass die Haut anschwillt oder gerötet ist, auch Krusten können sich bilden.

Wenn du jedoch tatsächlich auf die Tattoofarbe reagierst, hilft nur ein drastischer Weg: Das Tattoo muss entfernt werden. Dies funktioniert entweder mit einem Laser oder noch schneller mit einer chirurgischen Entfernung. Dabei können jedoch oft auffällige Narben zurückbleiben, vor allem bei großen Tattoos. Es ist also immer besser, vorher einen Allergietest zu machen.

Natürlich sollst du jetzt nicht in Panik verfallen und deinen Tattoowunsch total abschreiben. Dennoch ist es besser, vorher eventuelle Probleme abzuklären, als hinterher mit den Folgen einer möglichen Tattoo-Allergie zu kämpfen. Und wenn der Wunsch doch nicht so stark ist, tun es vielleicht auch erstmal diese Tattoos, die nur zwei Wochen halten.

Bildquellen: iStock/Belyjmishka/vladans/Taborsk/Sergei_Aleshin

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