UV-Tattoo

Leuchtend

UV-Tattoo: Wie gefährlich ist es wirklich?

Susanne Falleram 02.06.2016 um 14:29 Uhr

Neben weißen Tattoos gibt es eine weitere Farbe, die Tattoo-Fans aufmerksam werden lässt, nämlich eine, die Tattoos im Dunkeln zum Leuchten bringt. UV-Tattoos, auch als Schwarzlicht-Tattoos, Glow-Tattoos oder Light-Tattoos bekannt, nennen sich diese und sind definitiv ein Hingucker mit besonderer Extravaganz. Doch kann es gesund sein, sich ein Tattoo mit einer solchen Tinte stechen zu lassen? Wir klären Dich auf.

Video: Tattoo-Typ-Test

Was sind UV-Tattoos?

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Zugegeben: Ziemlich cool sehen UV-Tattos ja schon aus. Durch eine spezielle Tinte namens Titanium White, die beim Stechen verwendet wird, haben sie einen fluoreszierenden Neon-Effekt unter UV-Licht. Stell Dir vor, wie Du also zum Beispiel in eine dunkle Disko mit ultravioletter Schwarzlicht-Beleuchtung kommst und Dein Tattoo plötzlich zu leuchten anfängt. Erstaunte, faszinierte Blicke sind Dir damit garantiert sicher! Es gibt auch UV-Tattoos, die ohne Lichtquelle auskommen, sondern durch die Aufnahme von Tageslicht im Dunkeln leuchten, ähnlich der Sterne, die man vielleicht noch als Wandverzierung aus Kindertagen kennt.

Am Tag bleibt das UV-Tattoo dafür unbemerkt, wenn die Spezial-Tinte in Weiß gehalten ist und nicht mit einer richtigen Farbe vermischt wurde und so auch in normalem Licht sichtbar ist. Die perfekte Lösung also für alle, die vielleicht aus Jobgründen kein sichtbares Tattoo tragen können? Bevor man sich jetzt zum Tätowierer begibt, muss man sich jedoch erst mal zu Recht fragen: Wie gefährlich ist es, sich eine solche Farbe unter die Haut stechen zu lassen?

Video: Wie unsichtbar ist ein UV-Tattoo am Tag?

UV-Tattoo: Das sind die Risiken

Egal, ob Du nur ein kleines Tattoo oder gleich eine große, leuchtende Tätowierung willst (quasi als Gegenstück zum düsteren Blackout-Tattoo): Vorher solltest Du Dir Gedanken machen, wie schädlich die Tinte sein kann. Zunächst einmal ist zu sagen, dass es zwei unterschiedliche Sorten von Tattoo-Tinte für UV-Tattoos gibt. Die eine sorgt dafür, dass die Tattoos nur unter Schwarzlicht leuchten. Die andere ist mit Phosphor angereichert und hat den bereits genannten Effekt, dass das Tattoo auch so im Dunkeln leuchtet. Bei beiden gibt es gewisse Risiken und Nebenwirkungen, die bedacht werden müssen:

  • Gerade die mit Phosphor angereicherte Tinte birgt das Risiko, allergische Reaktionen auszulösen. Doch auch die andere Tinte kann Allergien und Entzündungen verursachen. Langzeitstudien gibt es zu dem Thema allerdings noch nicht. Jedoch zeigte sich bei einem medizinischen Fallbeispiel, dass auch nach Jahren noch ernsthafte Entzündungen entstehen können.
  • Ein weiteres Problem: Die UV-Tattoos lassen sich nicht einfach mit einem Laser entfernen. Das geht nur bei farbigen Partikeln und nicht dieser speziellen Tinte.
  • Bei auftretenden, gesundheitlichen Problemen muss man sich in die Hände eines Dermatologen begeben, der eine medizinische Behandlung einleitet. Sollte sich die Entzündung noch verschlimmern, kann es sogar sein, dass das entzündete Gewebe operativ entfernt werden muss und große Narben zurückbleiben.

Allerdings muss man auch sagen, dass allergische Reaktionen prinzipiell bei jedem Tattoo und jeder Farbe auftreten können und kein spezieller Nachteil von UV-Tattoos sind. Welche Nebenwirkungen die Schwarzlicht-Hautverzierung langfristig hat, ist noch nicht erforscht und vor allem deshalb als kritischer Aspekt mit einzubeziehen.

Kosten für ein UV-Tattoo

Rund 20 Prozent mehr als für ein normales Tattoo legt man für ein Schwarzlicht-Tattoo auf den Tisch. Wenn der Stundenpreis bei etwa 70 bis 100 Euro für ein Tattoo liegt, kannst Du Dir mit der Zeitangabe Deines Tätowierers errechnen, wie teuer Dein Schwarzlicht-Tattoo wird. Der Grund für die Preiserhöhung: Das Stechen dauert länger, da die Pigmente der UV-Tinte dicker sind und langsamer sowie sanfter unter die Haut gebracht werden müssen. Somit kann sich eine Tätowier-Sitzung um einige Zeit verlängern.

UV-Tattoos werden eigentlich bei Tieren eingesetzt

UV-Tattoos kommen übrigens schon seit langem an anderer Stelle vor, nämlich zum Markieren von Wildtieren. Bei ihnen wurde die Verwendung als ungefährlich eingestuft; beim Menschen fehlen jedoch entsprechende Studien. Ob UV-Tattoos daher tatsächlich krank machen, vielleicht sogar krebserregend sind, oder dem Körper anderweitig schaden, ist diskutabel. An sich ist die Tinte zum Tätowieren zugelassen. Und natürlich versichern viele Tätowierer, dass es beim Stechen und danach noch nie Probleme gab. Ob das jedoch so stimmt und ob man das Risiko eingehen will, langfristig vielleicht gesundheitliche Probleme durch das UV-Tattoo zu bekommen, muss man wohl selbst abwägen.

Schön anzusehen sind sie ja, doch als noch relativ neuer Trend fehlen schlichtweg die medizinischen Beweise, dass Schwarzlicht-Tattoos tatsächlich nicht gesundheitsschädlich sind. Deshalb sind sie mit Vorsicht zu genießen. Würdest Du Dir ein UV-Tattoo stechen lassen?

Bildquelle: iStock/SERGEY ALESHIN


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