Vitiligo
Anne Lüftner am 06.03.2015

Auf Deiner Haut bilden sich weiße Flecken und Du hast Angst, an Vitiligo zu leiden? Oder wurde bei Dir die Hautkrankheit bereits diagnostiziert und nun fragst Du Dich, wie schlimm es wirklich ist? Vitiligo ist zwar nicht heilbar – aber sehr gut behandelbar!

Dem perfekten Hautbild eifern viele Frauen hinterher. Ein strahlender Teint und eine ebenmäßige Haut ohne Makel ist das, was sich die meisten Menschen wünschen, doch nur die wenigsten können wohl von sich behaupten, voll und ganz zufrieden mit ihrer Haut zu sein – so geht es auch den Patienten, die unter der Pigmentstörung Vitiligo leiden. In diesem Fall breiten sich weiße Flecken auf ihren Körpern aus, die sofort ins Auge fallen. Die Vitiligo, auch Weißfleckenkrankheit genannt, entsteht zumeist im Alter zwischen 10 und 30 Jahren und betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Eine der bekanntesten Vitiligo-Patienten ist Chantelle Brown-Young, die ihre Pigmentstörung zu ihrem Markenzeichen gemacht hat und auf der New York Fashion 2015 zu einem der am häufigsten gebuchten Models gehörte. Doch der Vitiligo können nicht alle Erkrankten etwas Positives abverlangen, denn besonders die Frage nach dem „Warum?“ beschäftigt sie.

Vitiligo: Die Pigmentzellen des Körpers werden bei ihrer Arbeit gestört

Vitiligo ist nicht gefährlich

Vitiligo: Viele Frauen schämen sich für ihre Pigmentstörung

Vitiligo ist ein Begriff, mit dem in den meisten Fällen wohl nur die Betroffenen der Weißfleckenkrankheit selbst etwas anfangen können. Den Flecken auf der Haut liegt eine Pigmentstörung zugrunde, bei der Antikörper auf die Melanozyten, sprich die Pigmentzellen, die für die Hautfärbung zuständig sind, treffen. Dies hat zur Folge, das der Farbstoff der Haut an vereinzelten Stellen nicht mehr gebildet werden kann, sodass die weißen Flecken der Vitiligo entstehen. Forscher gehen davon aus, dass es sich bei der Weißfleckenkrankheit um eine Immunreaktion gegen den eigenen Körper handelt, da festgestellt wurde, dass Patienten in einigen Fällen auch unter weiteren Autoimmunkrankheiten leiden – außerdem hat jeder dritte Betroffene einen weiteren Fall von Vitiligo in seiner Familie. Neben dem Immunsystem kann aber auch Stress die Vitiligo begünstigen und auch starke Sonnenbrände sollen bei der Entstehung der Pigmentstörung eine Rolle spielen. Bisher liegen jedoch noch nicht genügend Forschungsergebnisse vor, um die Zusammenhänge endgültig zu klären.

Wie macht sich die Vitiligo bemerkbar?

Die weißen Flecken sind das prägnante Merkmal der Vitiligo. Allerdings können sich diese im Laufe der Zeit in ihrer Ausprägung verändern, sodass Patienten stets unter ärztlicher Aufsicht stehen sollten. Die Krankheit macht sich durch weiße Flecken bemerkbar, die einen scharfen Rand haben und sich so sehr klar von dem Teil der Haut unterscheiden, dessen Pigmentzellen noch intakt sind. Vitiligo beginnt mit der Entstehung kleiner Flecken, die mit Voranschreiten der Krankheit jedoch meistens größer werden, sodass es oft unmöglich ist, sie gänzlich unter Make-up oder Kleidung zu verstecken. Doch nicht jede Vitiligo verläuft wie die andere – stattdessen sind verschiedene Arten zu unterscheiden:

1. Segmentale oder generalisierte Vitiligo

Bei dieser Art der Vitiligo verteilen sich die Flecken symmetrisch über den ganzen Körper. So sind beispielsweise beide Wangen oder Oberschenkel im gleichen Ausmaß von den weißen Flecken bedeckt. Es handelt sich hierbei um die häufigste Art der Weißfleckenkrankheit: Über 90 Prozent der Erkrankten weisen eine generalisierte Vitiligo auf, wobei sie besonders oft bei Kindern zu beobachten ist.

2. Nichtsegmentale oder lokalisierte Vitiligo

Hierbei werden sich die Symptome der Vitilogo nur vereinzelt sichtbar. Zudem hat sich gezeigt, dass diese Form der Weißfleckenkrankheit meist nicht voranschreitet. Circa zwei Prozent der Patienten sind hiervon betroffen, sodass sie unter den Vitiligo-Erkrankten eher eine Ausnahmeerscheinung ist.

3. Gemischte oder universelle Vitiligo

Wer unter dieser Art der Vitiligo leidet, hat auf gut 80 Prozent seines Körpers mit den weißen Flecken zu kämpfen. Das Tückische dieser Form ist, dass sie eine Mischung der vorab genannten Vitiligo-Typen ist und sich die Symptome so großflächiger bemerkbar machen können.

Die Weißfleckenkrankheit ist zwar nicht ansteckend und wirkt sich auch nicht negativ auf die körperliche Verfassung des Patienten aus, doch die Psyche leidet oft enorm unter den weißen Flecken auf der Haut, sodass es mehrere Möglichkeiten gibt, die Vitiligo zu therapieren.

Die Vitiligo kann vielfältig behandelt werden

Die Therapie der Vitiligo richtet sich nach dem Maß der Fleckenausprägung. Sind zum Beispiel nicht mehr als zehn Prozent der Körperfläche von den weißen Flecken betroffen, können gut deckende Foundations und spezielle Cremes helfen, die Symptome abzuschwächen – Experten sprechen hier von einer fokalen Therapie. Cremes mit dem Wirkstoff Cortisol, der auch als Cortison bekannt ist, sollen dazu führen, dass das überaktive Immunsystem gebremst wird, sodass die Pigmentzellen wieder arbeiten können. Jedoch dauert diese Behandlung mehrere Monate an, was zur Folge haben kann, dass die Haut durch das Cortisol dünner wird. Wer dieses Risiko vermeiden möchte, kann sich alternativ für eine Phototherapie entscheiden: Hierbei werden betroffene Hautareale mit einer speziellen Lampe bestrahlt, dessen Licht die Aktivität der Melanozyten ankurbeln soll. Doch auch hier ist Geduld gefragt, denn sichtbare Ergebnisse sind erst nach mindestens sechs Monaten sichtbar. Für Vitiligo-Patienten, deren Flecken einen großen Teil des Körpers in Beschlag genommen haben, besteht auch die Möglichkeit einer Operation. Dabei entnimmt der Arzt Pigmentzellen, züchtet sie nach und setzt diese dann wieder in die Haut ein. Jedoch ist diese Behandlung nur selten möglich, da sich die Krankheit vor dem Eingriff ein Jahr lang nicht weiter ausbreiten darf – dies ist bei der Vitiligo jedoch leider recht unwahrscheinlich!

Die Vitiligo hat Folgen für die Psyche

Oft leiden die Menschen, die an der Vitiligo erkrankt sind, jahrelang unter den Flecken, die meistens immer größer werden. Patienten fühlen definieren sich oft nicht als Mitglied der Gesellschaft oder grenzen sich sogar selbst aus, da sie sich nicht verstanden fühlen. Da die Belastung für die Psyche daher sehr hoch ist und auch Depressionen aus der Vitiligo resultieren können, übernimmt in manchen Fallen die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung. Nachfragen lohnt sich in diesem Fall, denn die Vitiligo ist mit gezielten Therapien behandelbar und muss die Lebensqualität nicht ein Leben lang einschränken!

Die Vitiligo ist eine Pigmentstörung, unter der rund ein Prozent der Weltbevölkerung leidet. Ihre Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht, doch es existieren schon vielfältige Behandlungsmethoden, die der Vitiligo entgegenwirken können. Model Chantelle Brown-Young hat bereits gezeigt, dass die Weißfleckenkrankheit keine Hürde darstellen muss, um sich schön zu finden. Doch wer nicht mit seinen weißen Flecken leben möchte, kann Hilfe bei einem Dermatologen finden.

Bildquelle: istock/olenagorbenko


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Was denkst du?

  • Tatiana18 am 06.03.2015 um 16:44 Uhr

    Vitiligo ist ja durch das Model recht bekannt inzwischen, aber ich finde es echt schlimm. Mir tun die Leute leid, die Vitiligo haben, denn sie fühlen sich bestimmt immer beobachtet!

    Antworten
  • Marta4171 am 01.12.2014 um 07:24 Uhr

    Creme gegen vitiligo - http://nplink.net/x0NCPUux

    Antworten
  • omyZ am 14.05.2014 um 07:08 Uhr

    @miri2913 meine Tochter auch, was hast du schon dagegen unternommen?

    Antworten
  • merlinzauberin am 16.04.2014 um 14:13 Uhr

    Ich wusste gar nicht, dass es soetwas wie Vitiligo gibt. Sachen gibt's, die gibt es gar nicht...

    Antworten
  • redheadgirl am 02.12.2013 um 09:21 Uhr

    oh je, Vitiligo scheint ja echt eine nervige Hautkrankheit zu sein. Ich bin zum Glück verschont geblieben

    Antworten
  • miri2913 am 27.09.2013 um 09:24 Uhr

    Ich habe auch Vitiligo im Gesicht.

    Antworten
  • funky_funky am 29.07.2013 um 12:00 Uhr

    von Vitiligo habe ich bisher noch gar nicht gehört. Spannend zu lesen!

    Antworten
  • miriam24 am 17.06.2013 um 12:43 Uhr

    ich kannte vitiligo bisher gar nicht. Spannender Artikel!

    Antworten
  • Evie am 11.06.2013 um 13:33 Uhr

    meine Mutter hat auch Vitiligo - ich bisher noch nicht.

    Antworten