Verkatert

Verkatert

am 13.02.2008 um 18:46 Uhr

Jeder kennt sie. Die Morgen an denen man aufwacht, in den Spiegel schaut und ein Harlekin zurückblickt. Ein klassischer Kater-Morgen…

Aua, mein Kopf. Was ist das? So langsam kommt die Erinnerung wieder. Gestern Abend wurde es spät oder besser heute morgen wurde es früh. Ich blinzle vorsichtig und es ist dunkel. Ach ja, ich habe ja ne Schlafmaske auf. Das ich daran noch gedacht habe – da bin ich glatt ein bisschen stolz auf mich. Das verfliegt jedoch ganz schnell, als ich sie mir vom Gesicht schiebe. Nochmal Aua. Licht ist nicht gut. Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät, es ist eindeutig nach Mittag, vielleicht sollte ich doch mal langsam auf die Beine kommen.

Als ich nach gefühlten 10 Minuten das Bad erreiche, fällt mein Blick in den Spiegel. Das bin ich, ziemlich offensichtlich, ich gucke ja schließlich in einen Spiegel. Was ich allerdings da sehe, ist erschreckend – für die Schlafmaske hat es noch gereicht, aber zum Abschminken nicht mehr? Die Mascara hängt eine Etage tiefer, Smoky Eyes sind was anderes. Na gut, was soll´s, sehe ich halt heute mal ein bisschen verquollen aus. Plötzlich kommt ein weiteres Stück Erinnerung wieder. Ich habe heute Abend ein Date. Wir haben uns letzte Woche auf einem Seminar kennen gelernt und uns für einen gemütlichen Kaffee am Sonntagabend verabredet. Wie rette ich denn bitte jetzt dieses Desaster?

Erstmal unter die Dusche, runter mit den Resten der letzten Nacht, Haare waschen. Als das Wasser über meinen hämmernden Kopf prasselt, gehe ich schon mal alle Möglichkeiten durch, mich wieder in einen normalen Menschen zu verwandeln. Meine Oma würde mir einen ordentlichen Brathering empfehlen. Schon beim Gedanken wird mir ganz anders. In der Studenten-WG gab es immer salzige Nudeln als Katerfrühstück. Oder sollte ich doch die alte Weisheit verfolgen und damit aufhören, womit ich angefangen habe? Aber was war das denn gleich noch? Egal, viel wichtiger ist, wie sehe ich wieder gut aus.

Ein paar Minuten später liege ich wieder im Bett, auf meinen Augen zwei Teebeutel. Soll helfen bei geschwollenen Augen. Naja, Einbildung hilft ja auch und wenn man sich schön fühlt, dann wirkt man auch auf andere schön, oder so ähnlich… Während ich da so liege, piepst mein Handy. Am Teebeutel vorbei lese ich: „Hey, steht heute Abend noch? Würde mich freuen! Bis später, Stefan“ Ja klar steht heute Abend noch, die Frage ist nur, ob ich bis dahin stehen kann.

Eiswürfel! Wenn was gegen dick geschwollene Augen hilft, dann Eiswürfel. Schon wieder im Bett. Diesmal versuche ich Eiswürfel auf meinen Augen zu balancieren – während sie schmelzen. Das Tauwasser läuft mir in die Ohren. Macht zwar wach, aber noch nicht hübsch. Verdammt! Was mache ich denn nur? Noch 3 Stunden bis zum Date und es ist keine Besserung in Sicht. Ich entscheide mich für noch ne Runde Schönheitsschlaf, vielleicht ist es ja danach besser.

Als ich wach werde, bilde ich mir ein, ein Klingeln gehört zu haben. Panisch begreife ich, dass ich mir das nicht eingebildet habe, sondern dass das Stefan ist. Ich springe auf und drücke auf den Türöffner bevor ich noch so sexy wie möglich „4. Stock“ in die Gegensprechanlage gehaucht habe. Okay, schnell ein Outfit übergeworfen, Hauptsache, ich habe was an. Als ich schon die Schritte im Treppenhaus höre, gucke ich das erste Mal in den Spiegel. Als mir auffällt, dass ich ungeschminkt bin, wünsche ich mir, ich wäre gerade eben das erste Mal aufgewacht. Das hätte man echt noch als Smoky Eyes verkaufen können. Das kann man nur als Drunky Eyes verkaufen. Aber es ist zu spät. Es klingelt. Nach kurzem Zögern öffne ich die Tür und lächle. Stefan sieht gut aus, er hat es wohl gestern nicht übertrieben. Als wir in meiner Küche stehen und ich uns einen Kaffee mache, sagt er: „Du siehst süß aus, wenn Du müde bist.“ und zwinkert mir zu.


News zu Lifestyle, Liebe, Mode & mehr!Jetzt direkt per WhatsApp auf dein Smartphone.Starte jetzt!
1
Klicke unten und speichere die Nummer als "Erdbeerlounge"!
2
Schicke uns eine Nachricht mit dem Wort „Start“.%PHONE%

Kommentare