Cannabis auf Rezept
Susanne Falleram 28.02.2017

Neuer Monat, neue Gesetze. Eines, was für viele Schmerzpatienten sicher besonders erfreulich ist: Ab 1. März 2017 gibt es endlich Cannabis auf Rezept. Somit findet mit dem Inkrafttreten des Gesetzes eine Art Teillegalisierung der Droge statt. Dass sie damit für jeden frei zugänglich ist, der dem Doktor etwas vorgaukelt, stimmt allerdings nicht. Wem das Recht auf Cannabis in Deutschland laut Gesetz zusteht, erfährst Du hier.

Gras als Medizin

Ärzte dürfen ab März 2017 in besonderen Fällen Cannabis verschreiben.

Medizinisches Cannabis gibt es nur für Schmerzpatienten

Wer jetzt glaubt, dass hier bald jeder öffentlich mit einem Joint im Mund herumsitzt, der täuscht. Natürlich gibt es strenge Restriktionen, was die Ausgabe von Marihuana, Haschisch und Co. angeht. In der Apotheke haben nämlich nur Schmerzpatienten die Chance, Cannabis-Präparate überhaupt zu erwerben. Es muss bei solchen Leuten also eine schwere, chronische Erkrankung vorliegen.

Marihuana

Starke Schmerzen können mit Cannabis gelindert werden.

Ihr behandelnder Arzt muss jedoch vorher alle therapeutischen Möglichkeiten zur Bekämpfung der Schmerzen ausgeschöpft haben. In Ausnahmefällen kann es auch individuelle Entscheidungen geben, diese liegen jedoch ganz in der Macht des Doktors. Allgemein gilt, dass Cannabis auf Rezept nur verordnet werden darf, wenn die Einnahme die starken Schmerzen des Patienten bzw. den gesamten Krankheitsverlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit verbessern werden.

In solchen Fällen wird vom Arzt ganz genau vorgeschrieben und beaufsichtigt, welche Mengen an Gras konsumiert werden. Schließlich handelt es sich hier immer noch um ein Medikament, bei dem es weniger um den Rausch als vielmehr um die Schmerzlinderung geht. Maximal 100 g dürfen in 30 Tagen verschrieben werden. Das sind immerhin 1.800 Euro im Monat, die fällig werden, da der Preis für ein Gramm bei rund 18 Euro liegt. Die Kosten für das Cannabis übernimmt in solchen Fällen mit dem neuen Gesetz jedoch die Krankenkasse.

Die Verwendung als Rauschgift sowie der Anbau zu Hause sind, auch für Schmerzpatienten, weiterhin verboten und strafbar.

Welche weiteren Dinge sich ab März in den Gesetzesbüchern ändern, siehst Du noch in diesem Video:

Marihuana aus der Apotheke: Findest Du, dass das Gesetz längst überfällig war oder siehst Du die Regelung als kritisch, da es sich immer noch um ein Rauschmittel handelt? Sag uns Deine Meinung in den Kommentaren!

Bildquelle: iStock/OpenRangeStock, iStock/cyano66, iStock/gvictoria


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