Selbstverteidigung
Nina Rölleram 13.03.2017

Tagtäglich finden auf der ganzen Welt sexuelle Übergriffe auf Frauen statt. Viele dieser tragischen und brutalen Vorfälle bleiben ungehört, weil nicht jede der Betroffenen über die traumatisierenden Erlebnisse spricht. Kelly Herron aus Seattle ist mit ihrer Geschichte jedoch bewusst an die Öffentlichkeit gegangen, um nicht als Opfer dargestellt zu werden: Dank eines Selbstverteidigungskurses konnte sich die junge Frau vor ihrem Angreifer wehren. Wie sie der Täter am helllichten Tag in einer öffentlichen Toilette zunächst überwältigte und wie sie schließlich die Kraft fand, ihn zu Boden zu bringen, erfährst Du hier.

Der Angreifer lauerte in der WC-Kabine

Es ist erst wenige Tage her, als Kelly Herron wie gewohnt ihre Laufrunden im Golden Gardens Park von Seattle drehte, um für einen Marathon zu trainieren. Um sich die verschwitzten Hände zu waschen, ging sie auf die öffentliche Damentoilette des Parks. Was dann passierte, schildert sie detailgetreu in einem Interview mit der lokalen Presse von Kiro TV: „Als ich gerade meine Hände abtrocknete, wurde ich von dem Angreifer in die Ecke gedrängt.“ Der 40-jährige Gary Steiner hatte unbemerkt in einer Toilettenkabine ausgeharrt und auf ein Opfer gewartet. Durch den überraschenden Angriff wurde Kelly zu Fall gebracht und gewaltsam festgehalten. Instinktiv fing die junge Frau aber an, sich mit Händen und Füßen zu wehren und ihn anzuschreien. Als sie sich schließlich in eine der Kabinen retten konnte, wähnte sie sich in Sicherheit, doch Gary Steiner ließ nicht locker und versuchte sie abermals zu überwältigen. Kelly war sich sicher, dass er versuchen würde, sie zu vergewaltigen, wenn sie es nicht schaffen würde, ihn abzuwehren.

My biggest running nightmare became reality- 4 miles into my long run Sunday afternoon, I stopped to use the restroom and was assaulted by a man hiding in a stall (that is my GPS in red lines). I fought for my life screaming("Not today, M**F**er!"), clawing his face, punching back, and desperately trying to escape his grip- never giving up. I was able to lock him in the bathroom until police arrived. Thankfully I just took a self-defense class offered at my work and utilized all of it. My face is stitched, my body is bruised, but my spirit is intact. #fightingchanceseattle #ballard #runnersafety #marathontraining #womensselfdefense #myballard #fightlikeagirl #fightback #dontbeavictim #nottodaymotherfucker #youcantbreakme #instarunners #garmin #garminvivosmarthr

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Nur 2 Stunden Selbstverteidigungskurs retteten Kelly vor einer Vergewaltigung

Obwohl Kelly zu diesem Zeitpunkt bereits schwer verwundet war und am Boden lag, setzten ihre Überlebensinstinkte ein. Sie sammelte all ihre Kräfte und versetzte ihrem Angreifer einen heftigen Schlag ins Gesicht und brüllte: „Not today, Motherfucker!“, um ihm zu zeigen, dass sie keine Angst vor ihm hat. Durch diesen Schreckensmoment konnte Kelly schließlich aus dem Klohäuschen fliehen und mit der Hilfe von anderen Parkbesuchern Steiner bis zum Antreffen der Polizei einschließen. Aufgrund ihrer Schreie waren bereits Passanten alarmiert worden, die ihr zur Hilfe kamen und für ein schnelles Eintreffen der Polizei sorgen konnten. Dass sie noch relativ glimpflich aus dieser schrecklichen Situation entkommen konnte, verdankt sie einem nur 2-stündigen Selbstverteidigungskurs, an dem sie nur wenige Wochen vorher teilgenommen hatte.

Kelly wurde angegriffen, aber sie ist kein Opfer!

Die Tatsache, dass Kelly brutal angegriffen wurde, macht sie zwar zum Opfer einer Gewalttat, sie selbst möchte aber keinesfalls als solches bezeichnet werden. Vielmehr ist es ihr wichtig, anderen Frauen Mut zu machen und durch das Erzählen ihrer Geschichte zu beweisen, dass es möglich ist, sich zu wehren – selbst wenn der Angreifer einem körperlich überlegen ist. Bei Gary Steiner war nicht nur das der Fall, sondern er hatte bereits zuvor mehrere Frauen sexuell belästigt und vergewaltigt. Welche Bestrafung der Sexualstraftäter für den Angriff im Park erhält, ist noch nicht bekannt. Kelly ist es jedoch wichtig, ihn öffentlich für seine Taten bloß zu stellen und zugleich für ein Recht auf Selbstverteidigung zu plädieren. Denn es steht leider außer Frage, dass es in Fällen wie diesen keinen anderen Ausweg als die gewaltsame Selbstverteidigung gibt. Die junge Joggerin hatte nur durch Zufall an einem Selbstverteidigungskurs teilgenommen, der von ihrem Arbeitgeber angeboten wurde. Nun möchte Kelly auch andere Firmen dazu bewegen, ihren Angestellten diese lebensrettenden Kurse zu finanzieren.

Wüsstest Du, wie Du Dich in einer vergleichbaren Situation zur Wehr setzen könntest? Falls nicht, solltest Du Dir zumindest Grundkenntnisse in Selbstverteidigung aneignen. Denn leider passieren solche Attacken auf Frauen tagtäglich und können einen jederzeit treffen. Wenn Du Dich zusätzlich absichern möchtest, könnte dieser Ring etwas für Dich sein, der in Notsituationen ein Alarmsignal von sich gibt und die Polizei und Angehörige in Deiner Nähe informiert.

Bildquelle: iStock/videodet, Instagram/run_kiwi_run


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