Anschlag in Berlin
Jessica Tomalaam 20.12.2016

Auch wenn die Berichterstattung zu aktuellen Ereignissen, die nichts mit Beauty, Lifestyle, Stars und Liebe zu tun haben, eigentlich bisher nicht auf der Erdbeerlounge thematisiert worden sind, haben wir uns dazu entschlossen, an diesem Morgen trotzdem zu berichten: Gestern Abend wurde Berlin mitten ins Herz getroffen. Ein Lkw fuhr gegen kurz nach 20 Uhr in einen Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz in der City-West an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Bisher wurde bestätigt, dass zwölf Menschen dabei ums Leben gekommen sind, 50 wurden verletzt. Die Polizei geht dabei mittlerweile von einem Anschlag aus. Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Wir sind schockiert und zutiefst betroffen. Einfach zur Tagesordnung überzugehen ist keine Option. Deshalb informieren wir Euch weiterhin über den Stand der Ermittlungen.

Am Montagabend hat sich in Berlin eine Katastrophe ereignet, über die lange gemutmaßt wurde, ob es sich dabei um einen terroristischen Anschlag oder um einen schrecklichen Unfall handelt. Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass es sich dabei wohl tatsächlich um einen Anschlag gehandelt habe und auch Innenminister Thomas de Maizière bestätigt dies bei einer Pressekonferenz am Dienstagmittag. In den Medien und im Netz kursieren viele Gerüchte. Wir haben für Euch die Fakten zusammengefasst:

– Gesichert ist, dass ein Lkw einer polnischen Spedition am Montagabend gegen kurz nach 20 Uhr in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gerast ist. Nach Polizeiangaben kamen dabei zwölf Menschen ums Leben, 50 wurden verletzt, zum Teil schwer.

– In dem Lkw haben sich während des Vorfalls wohl zwei Personen befunden. Zum einen der ursprüngliche polnische Fahrer des Lkws, der nach dem Vorfall tot im Lastwagen aufgefunden wurde. Wie der Tagesspiegel berichtete, geht Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz-Schröter (SPD) davon aus, dass er erschossen wurde. Wer ihn erschossen hat, ist bisher noch nicht bekannt.

– Der Lkw hatte wohl Stahl geladen, der nach Berlin ausgeliefert wurde. Der polnische Spediteur hatte am Montag wohl mehrmals versucht, Kontakt zu seinem Fahrer aufzunehmen, was ihm allerdings nicht gelang. Eine Auswertung der GPS-Daten ergab, dass am Montagnachmittag dreimal versucht wurde, den Lkw zu starten. Laut der Deutschen Presse-Agentur verließ der Wagen dann gegen 19.45 Uhr endgültig seinen Platz in Berlin und fuhr in Richtung Breitscheidplatz.

– Kurz nach dem Vorfall konnte in der Nähe der Siegessäule im Tiergarten, größtenteils durch die Hilfe eines couragierten Augenzeugen, ein Verdächtiger festgenommen werden. Wie Spiegel Online berichtet, gehen Sicherheitskreise davon aus, dass der Verdächtige 23 Jahre alt ist und aus Pakistan stammt. Anfang dieses Jahres soll er nach Deutschland eingereist sein. Allerdings sind die Angaben zu seiner Herkunft noch nicht gesichert, da der Verdächtige, der sich bisher nur wenig zu den Vorwürfen geäußert haben soll, wohl über mehrere gefälschte Dokumente verfügen soll. Inzwischen meldet die Berliner Polizei über ihren Twitter-Account, das der Tatverdächtige die Tat bestreitet. Auf der Pressekonfernz im Roten Rathaus in Berlin gibt Polizeipräsident Klaus Kandt an, dass man nicht mit Sicherheit sagen könne, dass der festgenommen Verdächtige auch tatsächlich der Fahrer ist. Die Ermittlungen dauern weiter an.

– Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich während der Pressekonferenz im Bundeskanzleramt besonnen, aber gleichzeitig auch schwer betroffen zu dem mutmaßlichen Terroranschlag geäußert. Sie bedankte sich bei den Rettungskräften und sprach von einem „sehr schweren Tag“. Nach jetzigem Stand müsse man von einem terroristischen Anschlag ausgehen. „Ich möchte, dass Sie wissen: Wir alle, ein ganzes Land, ist in tiefer Trauer mit Ihnen vereint“, sagte die Bundeskanzlerin weiter. Gleichzeitig berief sie das Sicherheitskabinett mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Innenminister Thomas de Maizière (CDU), ihrer Person und dem Chef des Bundeskanzleramts, Peter Altmaier (CDU), zusammen. Zum Ende gab sich die Kanzlerin kämpferisch: „Auch wenn es in diesen Stunden schwerfällt: Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen.“

– Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat am Dienstagmittag bestätigt, dass es von offizieller Seite aus keine Zweifel mehr an einem Anschlag gibt. Zudem wurde bundesweit Trauerbeflaggung angeordnet.

– Auch Bundespräsident Joachim Gauck hat sich während seiner Stellungnahme sehr betroffen von den aktuellen Ereignissen in Berlin gezeigt. Der Angriff sei gegen arglose Menschen gerichtet gewesen und sei ein Angriff auf „unsere Art zu leben“. Deutlich stellte er heraus, dass der Zusammenhalt dadurch nicht schwächer, sondern stärker werde. „Deutschland bleibt ein Land der Freiheit, des Zusammenhalts und des inneren Friedens“, so der Bundespräsident.

– Am Dienstagabend fand in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche ein Trauergottesdienst statt, zudem auch Politiker und Persönlichkeiten der Berliner Regierung und der Bundesregierung kamen. Vor der Kirche hatten sich zahlreiche Berliner und Touristen versammelt, die dem Gottesdienst über Lautsprechern folgten und sich während der Schweigeminute alle in die Hand nahmen und so gemeinsam der Toten und der Verletzten gedachten. Auf dem Breitscheidplatz selbst waren alle Weihnachtsmarkt-Buden geschlossen und mit einer Kerze versehen. Die Stimmung wirkte surreal, wie in einem Kinofilm. Dazu kam eine unfassbare Stille in dieser Stadt, die eigentlich nie still stehen kann. Viele legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an, weinten, lagen sich in den Armen. Der Breitscheidplatz wurde weiträumig von schwer bewaffneten Polizisten bewacht, wahrscheinlich auch aus Angst davor, einem weiteren Anschlag ausgesetzt zu sein. Viele Menschen wirkten fassungslos, schüttelten den Kopf und immer wieder war in die Stille die Frage nach dem „Warum“ zu hören.

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– Inzwischen hat die Polizei den Montagabend festgenommenen Verdächtigen wieder freigelassen. Gegen den 23-jährigen Pakistani ist kein Haftbefehl erlassen worden. Im Laufe des Tages waren vermehrt Zweifel aufgetreten, ob der Tatverdächtige tatsächlich an der Katastrophe beteiligt war. Auf der Homepage des Generalbundesanwalts heißt es, dass die bisherigen Ermittlungsergebnisse keinen dringenden Tatverdacht ergeben hätten. Im ZDF verkündete der deutsche Innenminister Thomas de Maizière, dass der Täter weiterhin flüchtig sei.

– Nach Meldungen der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters hat sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zum Anschlag in Berlin bekannt. Über das als Nachrichtenagentur getarnte IS-Sprachrohr Amak, nahm der IS für sich in Anspruch, dass der Anschlag von einem IS-Kämpfer verübt wurde.

– Nachdem der am Montagabend festgenommene Tatverdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, wird nun einer neuen Spur nachgegangen. Verschiedenen Medienberichten zufolge wurde im Führerhaus des LKWs eine Duldungsbescheinigung gefunden, die auf einen tunesischen Staatsbürger ausgestellt wurde. Bundesweit wird nun nach Anis Amri gefahndet, das BKA wird wohl heute noch eine Öffentlichkeitsfahndung einleiten. Wie der Tagesspiegel berichtet, gab es vermutlich einen Kampf zwischen dem Attentäter und dem polnischen LKW-Fahrer, kurz bevor der 40-Tonner auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zusteuerte.

– Inzwischen geht man davon aus, dass der Verdächtige Anis Amri in Deutschland unter verschiedenen Namen unterwegs war und sich anscheinend in der nordrhein-westfälischen Salafistenszene bewegt hat. Bekannt geworden ist auch, dass sein Asylantrag in Kleve (NRW) wohl abgelehnt wurde und er deshalb bereits mehrmals abgeschoben werden sollte. Allerdings vergeblich. Der Verdächtige war der Polizei bereits vorher bekannt, auch seine Kommunikation soll überwacht worden sein.

– Der mutmaßliche Attentäter von Berlin, dessen Fingerabdrücke und Dokumente im LKW gefunden worden sind, ist tot. Das bestätigte Innenminister Thomas de Maizière am Freitagmittag. Anis Amri wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Sesto di San Giovanni nördlich von Mailand von zwei Polizisten bei einer Ausweiskontrolle erschossen. Nach Angaben des italienischen Innenministers Marco Minniti hatte Anis Amri bei der Ausweiskontrolle direkt seine Waffe gezogen und das Feuer eröffnet. Ein Polizist wurde dabei verletzt.

– Die Ermittlungen hinsichtlich des Attentats auf den Berliner Weihnachtsmarkt sind mit dem Tod von Anis Amri jedoch noch nicht beendet. Unklar ist bisher u.a. nämlich weiterhin, ob Amri Hintermänner und Unterstützer hatte.

*Damit schließt unser Newsblog. Wir danken Euch fürs Verfolgen.*

Bildquelle: iStock/steglitzer


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