Bambi
Katharina Meyeram 16.05.2017

Ist dir auch schon aufgefallen, dass sehr viele unserer liebsten Disney-Charaktere keine Mutter mehr haben, oder innerhalb ihrer Geschichte den Verlust der Mutter erleiden? Dafür soll es drei tragische Gründe geben.

Arielle? Keine Mutter. Belle? Keine Mutter. Anna und Elsa? Verlieren Vater und Mutter. Bambi? Darüber wollen wir gar nicht reden. In sehr vielen Disney-Filmen muss der Protagonist auf eine weibliche Bezugsperson in seinem Leben verzichten. Warum dieses grausame Schicksal so viele Disney-Helden – einer aktuellen Auswertung der Webseite „Hopes and Fears“ zufolge über 50 Prozent – ereilt? Ein wahrer Schicksalsschlag ist – neben zwei weiteren plausiblen Gründen – dafür verantwortlich.

Grund #1: Walt Disney verlor seine Mutter – und gab sich selbst die Schuld daran

Der wohl schwerwiegendste Grund, warum in sage und schreibe 56 von 104 Disney-Spielfilmen Hauptfiguren ohne Mutter, Vater oder beide Eltern vorkommen, liegt „König der Löwen“-Produzent Don Hahn zufolge in einer Tragödie, die Walt Disney selbst erleben musste. Nach dem immensen Erfolg von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ im Jahr 1937 wollten Walt und sein Bruder Roy ihren Eltern eine große Freude machen. Sie schenkten ihnen ein Eigenheim in Hollywood, unweit der Disney-Studios.

„Walt Disney ließ Arbeiter von den Studios rüberkommen und die Ofenanlage reparieren, aber als seine Mutter und sein Vater einzogen, gab es ein Leck im Ofen und seine Mutter starb“, berichtet Hahn in einem Interview mit „Glamour“. „Die Haushälterin kam am nächsten Morgen und zog seine Mutter und seinen Vater nach draußen in den Vorgarten. Sein Vater war krank und kam ins Krankenhaus, aber seine Mutter starb. Es sprach nie darüber, niemand tat das. Er sprach nicht über diese Zeit, weil er sich persönlich dafür verantwortlich fühlte.“

Daraufhin schrieb Walt Disney die Mutterfiguren vieler seiner Charaktere raus oder tötete sie, um seine Schuld am Tod seiner eigenen Mutter besser verarbeiten zu können.

Grund #2: Höhere Müttersterblichkeit in Märchen

Cinderellas Stiefmutter und -schwestern

Cinderella verlor nicht nur ihre Eltern sondern wurde mit einer bösen Stiefmutter gestraft.

Schon vor dem Tod seiner Mutter war der Verlust der Eltern zentrales Thema in Disney-Filmen. Neben „Schneewittchen“ waren „Bambi“ und „Pinocchio“ zu dieser Zeit bereits in der Mache. Hier liegt es jedoch vor allem an den literarischen Vorlagen, in denen die Protagonisten bereits ohne Eltern aufwachsen. Dass dies damals so häufig in Märchen und Büchern vorkam, liegt an der allgemein geringeren Lebenserwartung und der hohen Müttersterblichkeit bei der Geburt wegen der noch nicht wirklich vorhandenen medizinischen Versorgung. Da auch danach viele Disney-Filme auf Märchen von vor langer Zeit basieren, kann der Verlust der Mutter auch hierauf geschoben werden.

Grund #3: Verlust der Mutter zwingt Charaktere, erwachsen zu werden

Arielle und Triton

Arielle fühlt sich von ihrem Vater unverstanden.

In vielen Disney-Filmen durchläuft der Protagonist die – viel zu rasche – Entwicklung vom Kind zum jungen Erwachsenen. Die Hauptfigur muss sich meist einer wichtigen Aufgabe stellen, die durch den Verlust oder die Abwesenheit der Eltern zusätzlich erschwert wird. Für die Autoren ist das Töten der Bezugsperson dabei ein recht leichter Kniff. Statt sich bei Problemen einfach an Mama oder Papa zu wenden, sind unsere Helden auf sich alleine gestellt.

So schlimm Szenen wie die aus „Bambi“ bereits sind – jetzt, wo wir wissen, auf welch tragische Weise Walt Disney seine Mutter verloren hat, werden die Filme mit mutterlosen Helden noch trauriger. Welcher Disney-Elterntod hat dich am meisten mitgenommen? Verrate es uns in den Kommentaren!

Bildquellen: Disney


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