Drohen WhatsApp-Nutzern Abmahnungen?
Katharina Meyeram 29.06.2017

Das aktuelle Urteil des Amtsgerichts Bad Hersfeld gibt allen WhatsApp-Usern viele Fragen auf. Könnte dir nun eine Abmahnung drohen, weil du die Geschäftsbedingungen des Messengers vorm Akzeptieren nicht richtig durchgelesen hast?

Anstoß nahm das Gericht an dem Abschnitt in den Nutzungsbedingungen des beliebten Messenger-Dienstes, in dem es heißt: „Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen“, wie die Berliner Zeitung zitiert. Kommt dir nicht bekannt vor? Wahrscheinlich hast du, ohne weiter drüber nachzudenken, trotzdem das Häkchen dahinter gesetzt.

Und das könnte dir unter Umständen nun teuer zu stehlen kommen. Denn falls du dir nicht die Genehmigung aller Kontaktpersonen, die in deinem Smartphone eingespeichert sind, eingeholt hast, können diese dich theoretisch wegen der Weitergabe ihrer Daten auf Schadensersatz verklagen oder kostenpflichtig abmahnen.

Darum geht es im Urteil konkret

WhatsApp-Urteil

Die Mutter eines 11-Jährigen muss nun die Genehmigung bei all seinen Telefonkontakten einholen.

Die Runde machten die schon ziemlich krassen Nutzungsbedingungen von WhatsApp, über die nur zuvor anscheinend niemand so richtig nachgedacht hat, weil in einem Prozess zwischen zwei geschiedenen Elternteilen eines Elfjährigen über die Smartphonenutzung des Jungen gestritten wurde. Die Mutter wurde angehalten, die schriftliche Genehmigung aller Handykontakte ihres Sohnes einzuholen, um nicht gegen die Datenschutzrichtlinien zu verstoßen. Die alleinerziehende Mutter argumentierte, dass alle dieses Häkchen machten, da man sonst zum Beispiel keine Gruppen bei WhatsApp erstellen könne. Doch für den Richter war klar: Nur weil die Mehrheit der Nutzer dieses Häkchen auch ohne vorherige Genehmigung der Kontakte setzt, macht es dies noch längst nicht rechtens.

Was heißt das für dich?

Wenn du auf der ganz sicheren Seite sein möchtest, müsstest du das Häkchen entweder wieder deaktivieren, oder dir bei allen Kontakten in deinem Handy-Telefonbuch die Genehmigung einholen, ihre Daten an den Messenger-Dienst weitergeben zu dürfen. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass dir auch ohne diese entweder doch sehr anstrengende oder einschränkende Lösung, nun die Abmahnungen ins Haus flattern? Die Gefahr ist nun durch das Bekanntwerden dieses Urteils natürlich höher, aber erst einmal müsste einer deiner Kontakte wohl einen ziemlichen Groll gegen dich hegen und dann auch noch nachweisen können, dass du derjenige warst, der seine Daten an das Unternehmen weitergegeben hat. Das dürfte gar nicht so leicht sein…

Wie siehst du das Urteil? Fühlst du dich jetzt in der Verantwortung, dir das Einverständnis all deiner Kontakte einzuholen? Oder machst du einfach weiter wie bisher? Verrate es uns in den Kommentaren.

Bildquelle: iStock/Wachiwit


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Was denkst du?

  • PelzTuch361 am 30.06.2017 um 00:12 Uhr

    "Teuer zu stehen kommen" heisst das korrekt, liebe Verfasserin!

    Antworten