Kükenschreddern
Nina Rölleram 11.05.2017

Für alle Eier, die nicht vom Bilderbuch-Bauernhof stammen, müssen leider viele Tiere sinnlos sterben: Männliche Küken können weder Eier legen noch taugen sie aufgrund ihrer speziellen Züchtung als Fleischlieferanten. Das Problem ist längst bekannt, doch bisher wurde noch keine wirkliche Lösung gefunden. Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat nun aber in Aussicht gestellt, dass eine neue Methode schon bald Abhilfe schaffen könnte. Ob sich so das Kükenschreddern in Deutschland schon dieses Jahr beenden lassen wird, erfährst du hier.

Kükenschreddern

Männliche Küken von Legehennen werden nicht weiter aufgezogen wie diese Vögel, sondern direkt nach dem Brüten getötet.

Geschlechtsbestimmung per Laser: So funktioniert’s

In den letzten Jahren ist das Problembewusstsein in Sachen Nutztierhaltung gewachsen. Viele Menschen wollen zwar nicht ganz auf Eier verzichten, haben aber auch ein schlechtes Gewissen bei dem Gedanken, das sinnlose Töten von bis zu 50 Millionen männlicher Küken jährlich mitzuverantworten. Bis jetzt werden Küken von Legehennen direkt nach dem Schlüpfen nach Geschlecht sortiert und die männlichen anschließend vergast oder zerschreddert. Mittels der sogenannten Spektralanalyse soll aber nun das Geschlecht der Küken bereits vor dem Schlüpfen bestimmt werden. Dafür werden die Eier mit einem Laser geöffnet, das Geschlecht per Lichtstrahl bestimmt und anschließend wieder verschlossen. Anschließend werden nur die Eier weitergebrütet, in denen weibliche Küken heranwachsen und die Eier mit den männlichen Küken entsorgt.

Werden Eier dann bald teurer?

Das klingt zwar reichlich kompliziert, erspare den Brütereien aber laut Schmidt das weitere Ausbrüten, Aussortieren und Töten der Tiere. Daher rechne sich die neue Technik für die Betriebe auch ökonomisch. Laut eines Interviews mit dem Kölner Stadtanzeiger sollen auf den Verbraucher am Ende nur „kaum bemerkbare Mehrkosten“ im einstelligen Centbereich zukommen. Klingt eigentlich großartig, doch noch ist die Spektralanalyse nicht genügend ausgetestet worden, um flächendeckend verfügbar zu sein. Diesen Sommer wird der Bundeslandwirtschaftsminister erst einmal einen Praxistest in einer Brüterei besuchen, um so den „Einstieg in den Ausstieg“ zu starten. Wann das Kükenschreddern in Deutschland aber dann tatsächlich ein Ende haben wird, ist noch nicht bekannt und kann womöglich noch eine ganze Weile dauern.

Bildquelle: iStock/franz12


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