Begrüßung
Jessica Tomalaam 22.02.2017

Wie begrüßt Du eigentlich Deine Freunde, Familie und Fremde? Gibst Du jedem nur die Hand? Machst Du einen Unterschied zwischen Fremden und Bekannten, Männern und Frauen? Die Reisesuchmaschine „swodoo“ hat sich auf die Suche nach den 12 kuriosesten Kuss- und Begrüßungstraditionen der Welt gemacht. Wir haben hier den Überblick für Dich, damit Du für Deinen nächsten Urlaub optimal gerüstet bist.

In Deutschland ist es eigentlich recht einfach, oder? Denn außer vielleicht bei Freunden und Familie geben wir uns einander bei der Begrüßung einfach die Hand. Kühl, wie wir halt so sind. In Polen sieht das schon ganz anders aus: Ich bin auf jeder Familienfeier aufs Neue überrascht darüber, wie viele Polen mir das obligatorische rechts-links-rechts Küsschen auf die Wange hauchen, während ich eher nach ihrer Hand greifen will. Auch wenn man in anderen Ländern unterwegs ist, die etwas mehr Feuer im Blut haben oder vielleicht noch eisiger sind als wir, kann es bei der Begrüßung zu Missverständnissen kommen. Also wagen wir mal den Blick in die Rituale dieser zwölf Länder:

1. Brasilien: Regionale Unterschiede

In Brasilien ist die Begrüßung gar nicht so einfach, es gibt nämlich regionale Unterschiede: Während die Damen in Rio de Janeiro immer zweimal geküsst werden, einmal auf jede Wange, gibt es in der größten Stadt des Landes, São Paulo, nur ein Küsschen für sie. Männer haben es einfacher: Sie schütteln einander einfach fest die Hände und halten dabei kurz Augenkontakt oder geben sich als gute Freunde einen kurzen Klaps auf die Schulter.

2. China: Der revolutionäre Händedruck

Eigentlich macht man eine Art kurze Verbeugung, um sein Gegenüber zu begrüßen. Aber inzwischen setzt sich auch das europäische Händeschütteln vermehrt durch. Beim Küsschen taten sich die Chinesen schwer: Noch bis in die 80er Jahre konnte die Polizei aufschlagen, wenn man in der Öffentlichkeit diese Zärtlichkeit austauschte. Im schlimmsten Fall konnte man dafür sogar ins Gefängnis gehen. 1997 wurde dieses Gesetz abgeschafft. Knutschen ist jetzt also auch erlaubt, allerdings wird es in der Öffentlichkeit immer noch nicht gern gesehen.

Begrüßung

Der buddhistische Gruß ist in Thailand weit verbreitet.

3. Thailand: Steife Verneigung

Thailand ist ein ziemlich konservatives Land, zumindest was die Begrüßung angeht. So soll man sich am besten nicht berühren, sondern sich einfach nur kurz voreinander verneigen. „Wai“ nennt sich diese Verbeugung. Auch der buddhistische Gruß mit den Händen vor der Brust ist weit verbreitet. Dabei gilt: je tiefer die Verbeugung, desto größer die Wertschätzung für das Gegenüber.

4. Neuseeland: Der Hongi

Diese Begrüßung aus Neuseeland finden wir irgendwie ziemlich süß. Die Māori, das indigene Volk Neuseelands, presst nämlich Stirn und Nase aufeinander. Dabei soll der „Ha“, der Atem des Lebens, ausgetauscht werden. Damit verbinden sich wohl kurzzeitig die Seelen der Aufeinandertreffenden. Klingt spannend, oder?

5. Äthiopien: Wangenkussalarm

In diesem nordafrikanischen Land kann eine Begrüßung schon mal zu einem kleinen Kussmarathon ausufern. Denn je nachdem, wie eng man miteinander befreundet ist, können aus den obligatorischen drei Küsschen auf die Wange auch schon mal zehn oder mehr werden. Bevor Du Dich aber die Lippen schürzend auf Dein Gegenüber stürzt, solltest Du die Situation abschätzen. Im formalen Rahmen gibt man sich nämlich einfach nur die Hand und Küsse in der Öffentlichkeit sind eher verpönt.

Begrüßung

Links-rechts-links Küsschen!

6. Schweiz: Links, rechts, links

Wenn Du Deine Freunde in der Schweiz besuchst, solltest Du Dich auf ein links, rechts, links Küsschen gefasst machen, das gilt vor allem für die jüngere Generation. Im französischsprachigen Teil der Schweiz orientiert man sich eher an der großen Schwester Frankreich und beschränkt sich auf zwei Küsschen.

7. Frankreich: Wangenküsse für alle

Hier ein Bussi und da gleich noch eins: Frankreich ist wirklich das Land der Küsse! Schließlich hat es auch dem Zungenkuss den Namen „French Kiss“ gegeben. Ganz so zungenlastig geht es bei der Begrüßung aber nicht zu. Trifft man sich hier, gibt es zwei Küsschen auf die Wange, Männer geben sich einfach die Hand.

8. Belgien: Küsse in die Luft

Keine richtigen Wangenküsse, sondern angedeutete Küsschen, die aber eher in die Luft gehaucht werden, erwarten Dich im Land der Schokolade. Wichtig: Begonnen wird immer links!

9. Die USA, Land des Hollywood-Kusses: Umarmungen statt Küsse

Prüdes Amerika? Statt Küsschen gibt es hier Umarmungen, um seine Zuneigung bei der Begrüßung zu zeigen. Darüber sollte man aber noch froh sein. Alles scheint momentan besser, als mit dem derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump die Hände schütteln zu müssen. Japans Premierminister Shinzo Abe war vor Kurzem 19 Sekunden lang in den Klauen von Trump gefangen:

Handschlag

Sieht ganz schön schmerzhaft aus, oder?

10. Griechenland: Luft-Kuss und Klaps

In Griechenland wird unabhängig vom Geschlecht drauf losgeküsst, allerdings nur auf die Wange und mit ausreichendem Abstand. Denn geküsst wird hier auch nur in die Luft, einmal rechts und einmal links. Dazu gibt’s oft einen freundschaftlichen Klapser auf den Rücken.

11. Slowakei: Verbale Küsschen

Interessantes Phänomen in der Slowakei: Hier küsst man nicht wirklich, sondern verbal, und zwar in der abgewandelten Form des altösterreichischen “Küss die Hand”. Vor allem ältere Leute begrüßen sich mit einem „bozkavam“ (Ich küsse) – tun es aber nicht wirklich.

12. Österreich: Küss die Hand!

Unser Nachbar ist berühmt für den formvollendeten Handkuss, der dort regelrecht zelebriert wird. Die Habsburger brachten den Brauch aus Spanien ins Land, dort war er Teil des Hofzeremoniells. Bis heute ist er sehr gebräuchlich, besonders während der Wiener Ballsaison. So führst Du ihn korrekt aus: der Herr hebt die Hand der Dame leicht an, beugt sich darüber und berührt den Handrücken vorsichtig mit den Lippen.

Bildquellen: iStock/Wavebreakmedia, iStock/PIKSEL, iStock/BHAKHAWADEE, Giphy

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