Geht es uns schlecht?

Millennial-Studie

Geht es uns schlechter als unseren Müttern?

Katharina Meyeram 16.06.2017 um 14:51 Uhr

Eigentlich können wir uns doch nicht beklagen. Die bei weitem meisten von uns haben ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, eine Schulbildung und zumindest die Möglichkeit, den Job zu ergreifen, den wir wollen. Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass Frauen in unserer Generation es schlechter haben als in der Generation unserer Mütter.

Wenn du irgendwann zwischen 1980 und 2000 geboren bist, bist du ein sogenannter Millennial. Die oft auch Generation Y genannten jungen Leute gelten als gebildet, Technologie-affin und selbstbestimmt. Selbstverwirklichung, Individualität und eine ausgewogene Work-Life-Balance sollen für Millennials wichtiger sein als Status und Prestige. Klingt doch eigentlich super!

Doch dann kommen die Schattenseiten, die nun auch eine Studie des amerikanischen „Population Reference Bureau“ aufgedeckt hat. Sie zeigt, dass Frauen unter 35 Jahren (also die Millennials) eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, inhaftiert zu werden, in Armut zu leben, Selbstmord zu begehen, bei Komplikationen einer Schwangerschaft oder Geburt zu sterben und eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, einen gutbezahlten Job in einem MINT-Fach (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu besetzen als noch die Generation ihrer Mütter.

Es geht uns um 1 Prozent schlechter

Population Reference Bureau

So geht es uns im Vergleich zur Vorgeneration. ©Population Reference Bureau

Unsere Mütter, die größtenteils zur Generation der Baby-Boomer (Geburtsjahre zwischen 1955 und 1969) gehören, erlebten wirtschaftlich und die allgemeine Lebensqualität betreffend einen starken Aufschwung im Gegensatz zur vorherigen Generation. 66 Prozent besser ging es ihnen in 14 Schlüsselindikatoren des sozioökonomischen Fortschritts und des Wohlbefindens. Diesen starken Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg und begünstigt durch die Emanzipation der Frau konnte zwar schon die darauffolgende Generation X (Geburtsjahre zwischen 1965 und 1980) nur noch um zwei Prozent erhöhen, doch in unserer Generation gibt es erstmals seitdem einen Rückgang des Wohlbefindens – um einen Prozent.

„Es sieht aus, als sei der Fortschritt für Millennial-Frauen stehengeblieben und sogar leicht rückläufig im Vergleich zu der Generation ihrer Mütter und Großmütter“, resümiert Mark Mather, einer der Autoren der Studie. So habe sich die Müttersterblichkeitsrate von 7,5 Todesfällen auf 100.000 Geburten auf 19,2 mehr als verdoppelt – trotz der vielen medizinischen Fortschritte. Die Selbstmordrate von Frauen ist um 43 Prozent angestiegen, die Armutsrate um 37 Prozent.

Es gibt auch Verbesserungen

Auch wenn in den oben bereits genannten sechs Indikatoren teils krasse Verschlechterungen festgestellt wurden, gibt es auch Bereiche im Leben von Frauen, die sich verbessert haben. So haben mehr Frauen einen Schul- oder Hochschulabschluss gemacht, mehr Frauen leiten ihr eigenes Unternehmen, der Gender-Gap beim Verdienst ist gesunken, ebenso wie die Rate an Schwangerschaften von Teenagern und Raucherinnen. Die Mordrate ist gesunken und die Anzahl an Frauen in politischen Ämtern ist gestiegen.

Bildquellen: iStock/michaeljung, Population Reference Bureau


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