AfD Bundestagswahlen 2017
Jessica Tomalaam 13.09.2017

Am 24. September 2017 wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Eine Wahl, deren Ergebnis mit Spannung erwartet wird. Bleibt Angela Merkel (CDU) Bundeskanzlerin und welche Parteien und Abgeordneten ziehen in den Bundestag ein? Geht es nach einem Bündnis soll auf keinen Fall die Partei Alternative für Deutschland dazugehören. Mit einer Social-Media-Kampagne wollen die „Frauen* gegen die AfD“ auf die frauenfeindliche Politik der Partei aufmerksam machen.

Die Organisatorinnen des Bündnisses, die gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen lieber anonym bleiben möchten, haben die Zitate zur Frauen- und Familienpolitik der AfD, die sie in Reden von AfD-Politikern, Wahl- und Landesprogramme oder eben Social-Media-Posts gefunden haben, Frauen und Männern in verschiedenen Städten vorgestellt und ihre Reaktionen darauf gefilmt. Unter dem Hashtag #FgdAfD werden diese nun bis zur Bundestagswahl auf Twitter, Youtube und Facebook geteilt. Ein Video dreht sich um diesen Tweet:

Charmant, nicht wahr? Irgendwie scheint Andreas Wild, der erst im Juli dieses Jahres von der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ausgeschlossen wurde, stecken geblieben zu sein in einer Zeit, in der Frauen als Heimchen am Herd betrachtet wurden. Karriere? Bloß nicht. Welches Frauenbild du selbst hast, kannst du übrigens in unserem Test herausfinden. Im ersten Video siehst du, wie die Befragten auf seine Aussage reagieren:

Frauenkapitel im AfD-Wahlprogramm? Nö!

Wer sich, wie das Bündnis, die Mühe macht, die Aussagen der AfD und ihrer Mitglieder zu analysieren, der stößt auf viele Formulierungen, die ein ziemlich düsteres Frauen- und auch Familienbild einer Partei zeichnen. Dazu passt auch, dass der Umfang des Frauenkapitels in den Wahlprogrammen, der in einem Gleichstellungscheck des Deutschen Frauenrates zur Bundestagswahl 2017 überprüft wurde, bei der AfD bei Null Prozent liegt. Die höchsten Anteile erzielen die Linke (3,54 Prozent) und die Grünen (3,23 Prozent).

Bestehende Förderlinien sollen beendet werden, die der Gender-Ideologie verpflichteten Gleichstellungsbeauftragten an den Universitäten sind abzuschaffen.

AfD-Bundestagswahlprogramm, Onlineausgabe 06/2017

Brauchen wir wirklich keine Gleichstellungsbeauftragen? Schau dir im zweiten Video das Statement von Krimiautorin Simone Buchholz an:

Ein nicht mehr zeitgemäßes Familienbild

Equal-Pay-Day, Quotenregelungen für Frauen, geschlechterneutrale Sprache: Laut AfD-Parteiprogramm sind das „Propagandaaktionen“. Und eine Familie besteht übrigens nur aus Vater, Mutter und Kindern. Schlechte Karten also weiterhin für alle Kinder (bisher ist das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare trotz der kürzlichen Zustimmung zur „Ehe für alle“ in Deutschland verboten), die ohne Familie aufgewachsen sind und vielleicht die Hoffnung hatten, in einer Familie, die aus zwei Männern oder zwei Frauen besteht, etwas Geborgenheit zu finden. Kein Wunder also, dass auch dieser äußerst beunruhigende Absatz im Parteiprogramm zu finden ist:

Die AfD stellt sich allen Versuchen klar entgegen, durch staatlich geförderte Umerziehungsprogramme […] das bewährte, traditionelle Familienbild zu beseitigen. Unsere Kinder dürfen nicht zum Spielball der sexuellen Neigungen einer lauten Minderheit werden.

AfD Wahlprogramm, Onlineausgabe 06/2017

Aufgrund von Aussagen wie diesen ist es das Ziel von „Frauen* gegen die AfD“, Nichtwählerinnen und mögliche AfD-Wähler zu informieren und am 24. September ihre Stimme abzugeben – am besten natürlich nicht für die AfD, die leider erschreckenderweise laut aktuellen Prognosen des Instituts INSA mit elf Prozent auf dem dritten Platz hinter der Union und der SPD liegt. Wenn du noch eine Wahlhilfe brauchst, kannst du in unserem Artikel über die Sinnigkeit des Wahl-O-Mats nachlesen, inwiefern er dich in deiner Wahlentscheidung unterstützt.

Coole Aktion, die hoffentlich noch etwas bewirkt!

Elf Prozent für die AfD und der Tag der Wahl rückt immer näher! Mich traf fast der Schlag, als ich nach den aktuellen Umfragewerten gesucht habe. Umso wichtiger, dass es Aktionen wie diese gibt, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Alternative für Deutschland eben keine Alternative ist. Ich möchte nicht, dass eine Partei in meinem Land die Stricke zieht, die Hass sät – nicht nur in der Flüchtlingspolitik, sondern eben auch in der Familien-, Frauenpolitik und vielen weiteren Bereichen.

Wichtig ist es deshalb, vor allem die Menschen zu motivieren, die vielleicht nicht wählen gehen wollen, weil sie entweder kein Interesse haben oder der Meinung sind, nichts bewirken zu können. Denn jeder Nichtwähler beeinflusst die Sitzverteilung im Deutschen Bundestag, auch die AfD könnte somit mehr Sitze erlangen. Wie denkst du darüber? Wirst du am 24. September 2017 dein Kreuzchen machen oder hast du vielleicht eine ganz andere Meinung über die AfD als ich? Ich diskutiere gerne mit dir in unseren Kommentaren!

Bildquelle:

Odd Andersen/AFP/Getty Images/Logo: Frauen* gegen die AfD


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Was denkst du?

  • Katja Nauck am 13.09.2017 um 14:42 Uhr

    Die Aktion der "Frauen gegen die AFD" finde ich wirklich gut. Denn Information ist wirklich das A und O. Meiner Meinung nach kann keiner, der bei klarem Verstand ist, ein solches Wahlprogramm unterstützen, das vor allem an der Realität völlig vorbei geht. Für mich spricht aus diesem Wahlprogramm einfach nur Angst. Diese Partei hat scheinbar Angst vor einer heterogenen Gesellschaft und Angst vor einer Vielfalt. Natürlich ist Vielfalt nicht einfach, denn wo viele Unterschiede aufeinander treffen, ist viel Verständnis, Geduld und Toleranz nötig, Probleme zu lösen. Aber wie kann man denn einer Frau vorschreiben wollen, wie viele Kinder sie zu kriegen hat? Bin ich dann wertlos für die Gesellschaft, wenn ich keine Kinder bekommen will oder bekommen kann? Das halte ich für äußerst problematisch und kann nur hoffen, dass alle die das auch so sehen, zur Wahl gehen und ihre Stimme abgeben.

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