times up
Nina Rölleram 03.01.2018

Wer damit gerechnet hat, dass die #metoo-Debatte langsam in Vergessenheit gerät, wird direkt zum Jahresanfang eines Besseren belehrt. Nun haben sich Frauen aus der Medienbranche und viele Prominente zusammengetan, um wirklich aktiv zu werden. Die Initiative Time’s up will mit Spenden insbesondere benachteiligten Frauen rechtlichen Beistand bei sexueller Belästigung zusichern. Die Botschaft ist klar: Sexismus am Arbeitsplatz soll ein für alle Mal ein Ende haben!

Die Zeit des Wegsehens ist vorbei

Während es bei #metoo noch darum ging, durch das Schildern persönlicher Erlebnisse auf die Allgegenwärtigkeit sexueller Übergriffe aufmerksam zu machen, ist Time’s up eher eine Kampfansage. Hollywoodfrauen wie Reese Witherspoon, Shonda Rhimes, Emma Stone, Eva Longoria, Meryl Streep, Emma Watson und viele andere wollten sich nicht länger mit der bloßen Sichtbarmachung der Situation vieler Frauen zufriedengeben. Stattdessen wurde mittels einer großen Anzeigenkampagne in Zeitungen und sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #timesup für Spenden geworben.

Time’s up – das bedeutet so viel wie „Die Zeit ist abgelaufen“. Im Jahr 2018 wollen die beteiligten Frauen also nicht mehr über Ungerechtigkeiten schweigen und Diskriminierung sowie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz einfach als gegeben hinnehmen. Doch wie genau soll Geld Frauen dabei helfen, sich zu wehren?

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Mit 15 Millionen gegen sexuelle Gewalt

Auf der Homepage der Initiative erhalten Frauen zunächst ein umfassendes Informationsangebot. Unter dem Punkt „Know Your Rights“, „Kenne deine Rechte“, wird genau erklärt, welche Handlungen unter sexuelle Belästigung fallen, und wie Frauen an ihrem Arbeitsplatz damit umgehen können. Konkret heißt das: Wie kann ich meinen Belästiger anzeigen, worauf muss ich dabei achten und wer kann mir dabei helfen?

Bei diesem Informationsangebot sollte es jedoch nicht bleiben. Denn Frauen, die an ihrem Arbeitsplatz belästigt werden, zeigen den oder die Täter häufig nicht an, weil sie Angst haben, ihr Einkommen zu verlieren. Noch dazu können sich gerade Frauen aus sozial benachteiligten Schichten keine gute juristische Verteidigung leisten. Genau hierfür soll also ein Rechtsfond angelegt werden, damit Geld beim Anzeigen von Belästigern keine Rolle mehr spielt. Das hoch angesetzte Ziel von 15 Millionen Dollar wurde auf der Gofundme-Seite schon fast erreicht: Zum aktuellen Zeitpunkt wurden innerhalb von 13 Tagen bereits 14.095.700 Dollar von über 6.800 Menschen gespendet.

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So viel spendeten die Promis bisher

Die Liste der prominenten Unterstützer und Unterstützerinnen von Time’s up ist lang und wächst kontinuierlich. Besonders großzügig waren Reese Witherspoon, Meryl Streep, Jennifer Anniston und Shonda Rhimes, die jeweils eine halbe Million Dollar spendeten. Aber nicht nur Frauen stehen hinter Time’s up. Auch Steven Spielberg scheint die Kritik am Sexismus, den Frauen an ihren Arbeitsplätzen erleben, berechtigt zu finden und spendete 2 Millionen Dollar.

2018 let’s do this! 💪🏼

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Alles nur sinnloser Medienrummel?

Trotz der prominenten Unterstützung soll das Geld jedoch nicht nur Frauen in der Film- und Medienbranche zukommen. Auf der Time’s up-Seite findet sich zum Beispiel auch eine Solidaritätsbekundung von Farmarbeiterinnen in den USA, die ebenfalls häufig sexuelle Belästigung in ihrem Arbeitsalltag erfahren. Damit möchte die Initiative wohl betonen, dass es sich nicht um eine bloße Hollywood-Publicity-Aktion handelt. Aufgrund der prominenten Spender sind die Frauen, die Time’s up eigentlich initiiert haben, leider in den Hintergrund gerückt. Hier kannst du mehr über die vier Unternehmerinnen erfahren, die nach #metoo die Schnauze voll hatten.

So schnell lässt sich das Sexismusproblem am Arbeitsplatz sicher nicht lösen. Aber immerhin gibt es einige tatkräftige Frauen, die nicht wegsehen. Wir sind schon gespannt darauf, ob die Spenden schon bald Frauen zu ihrem Recht verhelfen. Glaubst du, dass Time’s up wirklich etwas verändern kann oder ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Diskutiere mit uns in den Kommentaren!

Bildquelle:

Getty Images/Frederick M. Brown, Getty Images/Frederick M. Brown,Tim P. Whitby, Getty Images/Michael Loccisano


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