Wie gesund ist die Kartoffeldiät?
Katharina Meyeram 29.09.2017

Kartoffeln sind lecker, keine Frage. Doch könntest du dir vorstellen, ein Jahr lang nichts anderes als die kohlenhydratreiche Knolle zu essen? Ein Mann hat es gemacht – und sagenhafte 53 Kilogramm abgenommen. Doch wie gesund ist so eine einseitige Ernährung?

Bei der Kartoffeldiät, die Andrew Flinders Taylor seit inzwischen über einem Jahr macht, handelt es sich um eine sogenannte Monodiät. Der Mann, der zu Beginn der Abnehm-Challenge 151,5 Kilo auf die Waage brachte, isst jeden Tag nichts anderes als Kartoffeln. Den ganzen Tag. Variieren kann er seine Mahlzeiten, indem er verschiedene Kartoffelsorten (zum Beispiel auch Süßkartoffeln) verwendet, oder sie mit Kräutern, fettarmer Sweet-Chilli- oder Barbecue-Sauce oder Sojamilch (für ein fettarmes Kartoffelpüree) zubereitet. Und das Ergebnis spricht für sich: In einem Jahr hat Andrew über 53 Kilogramm abgenommen.

Doch wie gesund ist die reine Kartoffeldiät wirklich? Zugegebenermaßen ist der Ruf von Kartoffeln schlechter, als sie es verdient haben. Zwar enthalten die Knollen jede Menge Kohlenhydrate, doch – das sollte inzwischen jeder wissen – es gibt gute und schlechte Carbs. Und in Kartoffeln stecken die guten Kohlenhydrate und zusätzlich jede Menge Eiweiß, Kalium, Magnesium, Kupfer und Ballaststoffe.

Das sagt ein Ernährungsexperte zur Kartoffeldiät

Nachdem die Kartoffeldiät bei Andrew Flinders Taylor so gut funktioniert hat, der das ganze Ernährungsexperiment mit Videos in seinem YouTube-Vlog begleitet, wollte „Women‘s Health“ genauer wissen, ob eine Kartoffel-Mono-Diät die Antwort auf all unsere Diätgebete sei – oder ob die einseitige Ernährung nicht eher mit Vorsicht genossen werden sollte. Übergewichts- und Ernährungs-Experte Dr. Spencer Nadolsky ist skeptisch. Zwar fühle sich Taylor so gut wie nie und habe seine Gesundheit im Verlauf der Diät immer wieder von Experten abchecken lassen, doch Monodiäten, so Nadolsky, bergen immer die Gefahr, den Körper nicht mit allen benötigten Nährstoffen zu versorgen.

Expertenmeinung: Nicht zu empfehlen!

Expertenmeinung: Nicht zu empfehlen!

„Ich würde die Kartoffeldiät persönlich nicht empfehlen. Sie ist sehr restriktiv“, gibt der Spezialist zu bedenken. Vor allem Fett (denn ja, es gibt auch gute Fette) und Proteine seien bei der Erdäpfel-Ernährung Mangelware. Dadurch fehlen dem Körper zwei wichtige Energielieferanten, die Konzentration und der Muskelaufbau lassen zu wünschen übrig.

Warum funktioniert die Kartoffeldiät

Nichtsdestotrotz hat die Diät von Andrew Flinders Taylor gezeigt, dass wir Kartoffeln teilweise zu Unrecht aus unserem figurbewussten Speiseplan streichen. Schlecht für die Figur sind sie nämlich eigentlich nur, wenn wir sie in einer der fettreichen Zubereitungsvarianten (Pommes, Chips, Bratkartoffeln) zu uns nehmen. Dennoch sind die Kartoffeln nicht alleine für Taylors Diäterfolg verantwortlich. Obwohl der Australier so viele Kartoffeln essen durfte, wie er wollte, hat er auf andere Kalorienbomben wie zum Beispiel Alkohol (bis auf gaaanz wenige Ausnahmen, in denen er sich ein Bier gegönnt hat) komplett verzichtet. Darüber hinaus hat er 90 Minuten Sport am Tag gemacht. Selbst wenn er statt Kartoffeln den ganzen Tag Pizza gegessen hätte (ja, es gibt auch eine Pizza-Mono-Diät) – solange er in der Menge weniger Kalorien zu sich nimmt als er am Tag verbrennt, Purzeln die Pfunde unabhängig vom Lebensmittel selbst.

Auch wenn die Kartoffeldiät sicherlich beim Abnehmen helfen kann, ist sie dem Experten zufolge nicht zu empfehlen. Diese 11 sinnlosen Diäten solltest du besser ebenfalls nicht nachmachen:

Das sind die 11 sinnlosesten Diäten

Was können wir daraus lernen? Kartoffeln sind – zumindest gekocht und nicht gebraten oder frittiert – nicht so schlecht wie ihr Ruf. Doch eine einseitige Ernährung hat auch ihre Nachteile.

Bildquelle:

iStock/quintanilla, giphy.com


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