Blutgruppendiät

Diät im Test

Blutgruppendiät

Anett Pohlam 27.03.2009 um 00:00 Uhr

Das Abnehmprogramm der Blutgruppendiät richtet sich jeweils individuell nach der Blutgruppe. Ihr Begründer geht davon aus, dass Menschen mit unterschiedlichen Blutgruppen ihre Nahrung unterschiedlich verarbeiten. Was ist dran an der Blutgruppendiät?

Tierische Produkte sollten bei der Blutgruppe 0 hauptsächlich auf dem Speiseplan stehen.

Die Ernährung richtet sich bei der Blutgruppendiät
nach der Blutgruppe

Die Blutgruppendiät wurde von Peter D´Adamos erfunden und baut darauf auf, dass jeder Mensch, abhängig von seiner Blutgruppe, bestimmte Lebensmittel verträgt und andere nicht. Die nicht verträglichen Lebensmittel „verklumpen“ das Blut und sorgen so für Krankheiten und Übergewicht. Bestimmte Eiweiße, auch Lektine genannt, sollen laut dieser Blutgruppendiät-Regel mit dem Blut reagieren und so den Körper schädigen.

So funktioniert die Blutgruppendiät

Begründet werden die bestimmten Ernährungsweisen für die verschiedenen Blutgruppen durch das versetzte Entstehen der Blutgruppen in der Evolution. Fast alle Nahrungsmittel werden bei der Blutgruppendiät in die Kategorien „vorteilhaft”, „neutral” und „vermeiden” eingeordnet.

Blutgruppe 0 – Do’s & Don’ts

Die Blutgruppe 0 ist die älteste Blutgruppe und entstand in etwa vor 40.000 Jahren. Damals gehörte der Mensch noch zu den Jägern und Sammlern, das bedeutet, dass man sich damals vorwiegend von Fleisch ernährte. Deshalb rät man nach der Blutgruppendiät Menschen mit der Blutgruppe 0 dazu, sich überwiegend von tierischen Lebensmitteln zu ernähren. Milchprodukte vertragen diese Typen nach der Blutgruppendiät eher schlecht und auch Hülsenfrüchte und Getreide sollten vermieden werden, da sie den Stoffwechsel einschränken. Neben tierischen Produkten sollte man auch Gemüse und Obst zu sich nehmen.

Blutgruppe A – Do’s & Don’ts

Diese Blutgruppe entwickelte sich vor ca. 20.000 Jahren, zu einer Zeit, in der der Ackerbau die Nahrungsgrundlage darstellte. Daher vertragen Menschen mit der Blutgruppe A laut Blutgruppendiät Gemüse und Obst besonders gut. Ebenfalls empfehlenswert sind Getreide und Hülsenfrüchte. Im Gegensatz zur Blutgruppe 0 ist eine vegetarische Ernährung besser geeignet. Auf Milchprodukte und tierische Lebensmittel sollten diese Typen der Blutgruppendiät nach besser verzichten.

Blutgruppe B – Do’s & Don’ts

Die Blutgruppe B ist noch nicht so alt wie Gruppe 0 oder Gruppe A. Sie entwickelte sich im Umkreis des Himalaja-Gebirges vor ca. 10.000 Jahren. Die Menschen aus dieser Zeit waren besonders anpassungsfähig und vertrugen daher nahezu alles, was sie zu sich nahmen. Träger der Blutgruppe B können somit nach der Blutgruppendiät fast alles essen und vertragen als einziger Typ sogar Milchprodukte. Vorteilhaft sind außerdem verschiedene Fleischsorten wie zum Beispiel Wild und Lamm und Fisch, wie Kabeljau und Lachs. Das Einzige, was allerdings laut Blutgruppendiät gemieden werden sollte, sind Geflügel und Schalentiere und auch Getreide und Hülsenfrüchte sind eher unverträglich.

Blutgruppe AB – Do’s & Don’ts

Die Blutgruppe AB ist die jüngste, da sie sich erst vor rund 1.000 Jahren entwickelt haben soll. Träger dieser Blutgruppe sollen eine Mischkost aus den Ernährungsvorgaben für die Blutgruppen A und B zu sich nehmen. Die Blutgruppe AB hat ein erhöhtes Krebsrisiko. Das bedeutet, dass dieser Typ laut Blutgruppendiät Lebensmittel zu sich nehmen sollte, die dieses Risiko schwächen. Fleisch sollte nur in kleinen Mengen gegessen werden, da es wichtig für eine ausgewogene Ernährung ist. Ansonsten steht laut Blutgruppendiät viel Tofu auf dem Speiseplan. Milch und Weizen sollten vermieden werden.

Die Blutgruppendiät kann Krankheiten heilen

Bestimmte Blutgruppen sollen nach D’Adamos – Begründer der Blutgruppendiät – anfälliger für bestimmte Krankheitserreger sein, da der Körper bei den verschiedenen Typen spezielle Antikörper bildet, bzw. nicht bildet. So treten zum Beispiel Pockenkrankheiten häufiger bei der Blutgruppe A auf, wobei die Blutgruppe 0 eher anfällig für Magengeschwüre ist. Häufig kommt es zu Stoffwechselstörungen, wie zum Beispiel Schilddrüsenproblemen, Verdauungsproblemen, die durch einen verlangsamten Stoffwechsel hervorgerufen werden, oder Hormonkrankheiten. Diese Krankheiten können langfristig gesehen chronisch werden und sogar Fettleibigkeit nach sich ziehen.

Verzichtet man auf die für die bestimmten Blutgruppen verbotenen Nahrungsmittel, so kann angeblich Krankheiten und Übergewicht nicht nur vorgebeugt werden: bereits vorhandene Probleme können stark verbessert oder sogar behoben werden. Auch der Zustand von Krebs- und AIDS-Patienten soll durch diese Ernährungsweise der Blutgruppendiät verbessert werden. Die Blutgruppendiät sieht ihr Begründer somit nicht nur als Diät, sondern auch als Medikation an.

Das spricht für die Blutgruppendiät

Die Blutgruppendiät richtet die Aufmerksamkeit auf die eigene, individuelle Ernährungsweise und ist im Großen und Ganzen eine bewusste Form der Ernährung.

Das spricht gegen die Blutgruppendiät

Die wissenschaftlichen Grundlagen der Blutgruppendiät werden von Ernährungswissenschaftlern stark angezweifelt. Es ist nicht erwiesen, dass die Blutgruppendiät bei Krankheiten, wie beispielsweise Krebs, heilende Wirkungen hat. Die Diät ist relativ einseitig, da nicht alle Nahrungsbestandteile, die der Körper benötigt, geliefert werden können. Es kann vor allem zu einem Kalziummangel kommen, da fast jeder Blutgruppe von Milchprodukten abgeraten wird. Auch die Stiftung Warentest rät von der Blutgruppendiät ab.

Wirklich zu empfehlen ist die Blutgruppendiät leider nicht. Im eigentlichen Sinne ist sie auch keine richtige Diät, sondern eine Ernährungsumstellung! Wenn Du eine effektive, herkömmliche Diät machen möchtest, informiere Dich noch über weitere Diäten!


Kommentare (11)

  • MissTimberlake am 29.10.2014 um 15:52 Uhr

    Ich finde auch, dass sich die Blitgruppendiät extrem einseitig anhört. Da gibt es bei den einzelnen Blutgruppen ja gar keine Lebensmittel-Vielfalt.

  • buntenicky am 30.05.2014 um 15:38 Uhr

    Ich hab schon viel negatives von der Blutgruppendiät gehört und dass die auch gar nicht zu empfehlen sei. Vor allem soll es dabei schon häufiger zu einer Mangelernährung gekommen sein. Ich probiere das lieber nicht aus. Ich finde es von dem Erfinder der Blutgruppendiät auch sehr gewagt, einfach mal zu behaupten, dass die eine Blutgruppen diese und jene Lebensmittel verträgt und die andere nicht. Da gibt es wirklich bessere Ernährungsumstellungen als die Blutgruppendiät

  • labellita am 08.04.2014 um 12:23 Uhr

    Für mich ist die Blutgruppendiät schon mal nichts! Das ist mir zu einseitig und unausgewogen

  • Judo am 26.02.2014 um 09:41 Uhr

    Ein Freundin von mir war bei einer Ernährungsberatung und die haben ihr von der Blutgruppendiät abgeraten!

  • californiagirl1 am 18.11.2013 um 16:08 Uhr

    Also, mit manchen Deiner Kritikpunkte an dem Blutgruppendiät Artikel bin ich ja d'accord, aber Du plädierst ja auch eher für eine universelle Ernährung. Dass es allen Ernstes verschiedene Ernährungsweisen geben soll, deren Eignung für den Einzelnen

  • swtymr am 05.10.2013 um 07:04 Uhr

    "Wirklich zu empfehlen ist die Blutgruppen Diät leider nicht. Im eigentlichen Sinne ist sie auch keine richtige..." > Doch! Ist sie und stellt zunächst sehr wohl eine Diät dar!! Der Körper braucht nämlich bei falscher oder unausgewogener Ernährungsweise ungefähr ein Jahr, bis er sich an die neue Behandlung gewöhnt hat. Wenn man selber ebenfalls ein guter Beobachter ist, merkt man zusätzlich, welche Produkte dem Organismus schaden und welche -wie oben erwähnt- sogar gesundheitsfördernd wirken können. "Die Diät ist relativ einseitig, da nicht alle Nahrungsbestandteile, die der Körper benötigt, geliefert werden können. Es kann vor allem zu einem Kalziummangel kommen, da fast jeder Blutgruppe von Milchprodukten abgeraten wird. Auch die Stiftung Warentest rät von der Blutgruppen Diät ab."-?!! Milch ist für den erwachsenen Menschen Gift und dies ist wissenschaftlich gesehen kein Geheimnis. Milcprodukte hingegen werden in diesem Buch deutlich unterschieden und ihre jeweilige Wirkung im Körper sehr einleuchtend auch für den Laien beschrieben. Der Mangel hier und da -nicht nur Milch- darf und sollte durchaus durch ähnlich nährstoffreiche und natürlich an der entsprechenden Stelle im Buch erwähnte Lebensmittel beseitigt werden! Und nein! Diese Ernährungsweise ist überhaupt nicht 'einseitig', sondern eher eine Anleitung zu einer für jeden Typen verträglicheren Ernährungsregel, bei der alle Komponeneten für den gesunden Start in den Tag bedacht sind. Nicht jeder Mensch braucht dieselbe Menge an Kohlenhydraten, wirklich nicht jeder braucht Fleisch zum Überleben usw. Diese Herangehensweise an die eigene Gesundheit ist nichts anderes als seinen Körper besser wahr zu nehmen, was heute leider durch industriell und gentechnisch veränderte Lebensmittel, eine billige, schlampige Produktion insbesondere den Kleinsten von uns schwer fällt. Übrigens schon im alten Japan wurde der passende Ehepartner nach seiner Blutgruppe ausgewählt. Meine Empfehlung jedenfalls habt ihr!! (Vergesst u.a. auch nicht, dass hinter jeder Theorie eine Lobby steht, die diese voran bringt oder eben nicht. Wenn in diesem Fall ein Autor versucht hatte, seine Leser davon zu überzeugen, dass jeder einfach auf den eigenen Körper hören sollte, dann ist das bestimmt kein Gewinn für die moderne Lebensmittelindustrie=) aber das nur nebenbei...)

  • Zwergfee am 18.09.2013 um 09:58 Uhr

    Hmm, ich kann mir irgendwie auch nicht vorstellen, dass die Blutgruppendiät wirklich so viel bringt. Ob es stimmt, dass sich die verschiedenen Blutgruppen zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Evolution entwickelt haben?

  • supereffchen am 17.10.2012 um 15:31 Uhr

    Ob die Blutgruppendiät erfolgreich ist? Ich glaube da irgendwie nicht dran!

  • Anne82 am 20.07.2012 um 14:02 Uhr

    bei mir hat die blutgruppendiät überhaupt nicht funktioniert! kann ich also niemanden empfehlen...

  • mrsPeng am 29.12.2011 um 08:18 Uhr

    Ja funktioniert die Blutgruppendiät denn? Irgendwie kann ich mir das nicht so recht vorstellen

  • MaraElise am 12.02.2010 um 16:47 Uhr

    hat meine mama in unserer fam. langfristig eingeführt... hab über jahre geklappt!!!