Ohne Fett

HMR-Diät: Wirkt der Trend aus den USA?

Anne Lüftneram 24.02.2016 um 16:55 Uhr

Inzwischen ist bekannt, dass Fette eine Gewichtszunahme fördern und mögliche Abnehmvorhaben blockieren können. In den USA wurde mit der HMR-Diät ein Konzept entwickelt, das an diesen Ansatz anknüpft und immer mehr Zustimmung findet. Was hat es aber mit dieser Methode auf sich und lässt sich damit auch langfristig abnehmen?

Keine Kohlenhydrate, möglichst wenig Fleisch und auch Fett steht auf der Roten Liste , wenn es um eine gesunde Ernährung geht. Da kommt einem schon mal die Frage in den Sinn, was man überhaupt noch essen darf, um dem Körper nicht zu schaden, schlank zu bleiben, den Genuss dabei aber auch nicht gänzlich zu verlieren.

Fett wird von nun an erheblich reduziert

Fett wird von nun an erheblich reduziert

Theorien und Diät-Methoden, wie Du all diese Komponenten erfolgreich unter einen Kochtopf bringen kannst, gibt es viele und besonders das Abnehmen mit einer fettreduzierten Küche hat sich schon oft bewährt. In den USA wurde mit der HMR-Diät (Health Management Ressourcen) bereits vor 30 Jahren eine Low Fat-Variante entwickelt, die es 2015 unter die Top-Abnehmprogramme im US-Magazin „News & World Report“ geschafft hat.

HMR-Diät: Die Idee

Das Versprechen eines schnellen Gewichtsverlusts innerhalb weniger Wochen ist das Aushängeschild der HMR-Diät. Durch eine fett- und kalorienarme Ernährung sollen die Pfunde schnell schwinden, durch viel Eiweiß und Sport sollen zudem Muskeln statt Fettdepots aufgebaut werden. Klingt bis hierhin nicht nach einer Neuheit, denn der richtige Mix aus gesunden Lebensmitteln und ausreichender Bewegung wird seit Jahren von Ernährungsexperten empfohlen. Einen Unterschied gibt es allerdings zu der allgemeinen Low Fat- beziehungsweise Low Carb-Herangehensweise: Das HMR-Unternehmen, eine Tochtergesellschaft des Pharmakonzerns Merck, liefert den Programmteilnehmern in den ersten Wochen die Diät-Menüs nach Hause, sodass sie lernen, welche Lebensmittel ihnen zu einem schlankeren Ich verhelfen.

HMR-Diät: Ernährungsumstellung als Ziel

In den ersten drei Wochen der HMR-Diät werden alle Gerichte, die an diesem Tag verzehrt werden dürfen, zu den Teilnehmern geschickt. Diese Pakete dürfen eine Kalorienmenge von 1200 Kalorien nicht überschreiten und sind mit Müsli, Shakes sowie Müsliriegeln gespickt. Diese Zutaten ersetzen die üblichen Mahlzeiten, die nicht selten aus vielen Kohlenhydraten und reichlich Fett bestehen. Außerdem sind mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse täglich Pflicht – diese müssen allerdings selbst frisch eingekauft werden. Nach drei Wochen beginnt die neue Phase der HMR-Diät: Von nun an werden die Essenspakete nur noch einmal im Monat geliefert, da den Abnehmwilligen dann zugetraut wird, sich genug Wissen über eine gesunde Ernährung angeeignet zu haben. Durch regelmäßige Kontrolltreffen und Telefonate mit den Experten von HMR soll eine komplette Ernährungsumstellung gefördert werden – und das für einen Gesamtpreis von bis zu 295 Dollar. Bislang ist eine Teilnahme an dem Programm aber nur in den USA möglich.

HMR-Diät entspricht den Empfehlungen der DGE

Olivenöl liefert die richtigen Fette

Olivenöl und Obst passen zu Deiner neuen Ernährung

Vielleicht ist diese Methode, Fett einzusparen, für deutsche Abnehmwillige aber auch gar nicht unbedingt notwendig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen Fettanteil von 15 Prozent in unserer täglichen Ernährung – das entspricht 60 bis 80 Gramm. In Amerika werden hingegen 20 bis 35 Prozent empfohlen. Mit der HMR-Diät soll dieser Wert auf 14 Prozent herunter geregelt werden. Damit entspricht das Konzept den Ratschlägen, die in Deutschland bereits seit mehreren Jahren gegeben werden. Wenn Du Dich daran orientierst, ist also keine Diät nötig. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen guten und schlechten Fetten. Als gute Fette gelten die Lebensmittel, in denen ungesättigte Fettsäuren vorhanden sind. Diese kann Dein Körper nicht alleine erzeugen und ist daher auf Lebensmittel wie Öle, Nüsse, Eier, Lachs oder auch Bohnen angewiesen. Im Gegensatz dazu werden gesättigte Fettsäuren von Deinem Organismus selbst herstellt und benötigen keine zusätzlichen Ressourcen. Leider verstecken sich ausgerechnet diese Fette in leckeren Knabbereien, Fast Food oder auch Milch. Nimmst Du nun über einen längeren Zeitraum mehr gesättigte Fettsäuren zu Dir als notwendig, werden diese Depots im Fettspeicher angelagert. Fett beim Essen zu reduzieren, macht also durchaus Sinn, wenn es das richtige ist.

Der Amerikaner Ryan Blocker hat mit der HMR-Diät 158 Kilogramm abgenommen – allein dieser Erfolg spricht für die Methode. Allerdings ist es mit einem Blick auf die richtigen Fette und eine kohlenhydratarme Ernährung auch ohne eine Investition von über 200 Dollar möglich, das eigene Gewicht zu reduzieren.

Bildquelle: iStock/HMR_iStock_ClaudioVentrella (Titelbild), iStock/IgorDutina

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