Wenig trinken?

Schrothkur: Abnehmen mit Schrothkur

Die Schrothkur gehört definitiv zu den spezielleren Diätformen: Es gibt jede Menge Alkohol, frisches Gemüse steht hingegen gar nicht auf dem Plan. Ob die Schrothkur nur etwas für Zeitgenossen von “echtem Schrot und Korn” ist, was es mit dem Kurgebäck auf sich hat und für wen sich die Schrothkur wirklich eignet: Wir haben die skurrile Diätmethode unter die Lupe genommen.

Trocken Brot und Wein bei der Schrotkur.

Bei der Schrothkur gibt es Wein und Kurgebäck.

Was ist die Schrothkur?

Die Schrothkur hat nichts mit Schrot und Korn zu tun – vielmehr wurde sie nach Johann Schroth benannt, der dieses Naturheilverfahren bereits im 19. Jahrhundert entwickelte, etwa um 1820. Allerdings ist die von ihm erdachte Schrothkur, auch Schrothsche Kur genannt, in ihrer ursprünglichen Form eher zweifelhaft, denn sie schreibt den regelmäßigen Wechsel von so genannten „Trinktagen“ und „Trockentagen“ vor. An den Trockentagen sollte weniger als ein halber Liter Flüssigkeit getrunken werden, noch dazu kein Wasser, sondern Weißwein – heute weiß man aber, dass dies für den Körper sehr gefährlich werden kann. An den Trinktagen wird zwar mehr Flüssigkeit getrunken – jedoch auch hauptsächlich trockener Weißwein und weniger Wasser oder andere Getränke. Die empfohlene Kost im Rahmen der Schrothkur ist salz- und fettlos, außerdem eiweißarm. Stattdessen sollen Reis-, Grieß- oder Haferbrei, gekochtes Obst und Gemüse und altbackene Brötchen oder Zwieback („Kurgebäck“) gegessen werden.

Die reformierte Schrothkur

Inzwischen gibt es daher eine modifizierte Schrothkur, die auch der Schrothbund empfiehlt. Bei dieser Form der Schrothkur wird, anders als bei der klassischen Variante der Schrothkur, eine Mischkost nach Professor Heinrich Kasper empfohlen. Im Rahmen dieser modifizierten Schrothkur wird außerdem eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr verwendet und die tägliche Kalorienmenge langsam von 500 auf 1500 gesteigert, um so dem berüchtigten Jojo-Effekt vorzubeugen.

Ernährungsweise während der Schrothkur

Die Ernährung während der Schrothkur basiert auf einer Kombination aus Grieß-, Reis- und Haferbrei, gekochtem Gemüse und Obst und trockenen Brötchen. Die Ernährung sollte also salz- und fettfrei sein und wenig Eiweiß enthalten. Außerdem gehören feuchtwarme Wickel (meist frühmorgens) zur Schrothkur, die die Entschlackung unterstützen sollen. Die Wickel können jedoch nur von erfahrenen Fachkräften angelegt werden, weshalb die Schrothkur auch hauptsächlich in Kliniken durchgeführt wird. Die Kur ist für 21 Tage angelegt, in denen dreimal hintereinander ein festgelegter Wochenplan wiederholt wird. Die letzten drei Tage sind dabei der Wiedergewöhnung an eine normale Ernährung gewidmet.

Der Wochenplan der Schrothkur

Eine Woche verläuft während der Schrothkur beispielsweise nach folgender Abfolge:

Tag 1: Trockentag (Ruhetag)
Tag 2: Kleiner Trinktag (bis zu einem halben Liter Wein)
Tag 3: Trockentag
Tag 4: Großer Trinktag (bis zu einem Liter)
Tag 5: Trockentag
Tag 6: Kleiner Trinktag
Tag 7: Großer Trinktag

An den Trockentagen besteht das Mittagessen aus einer Pflaumensuppe, die die Verdauung anregen soll. Dazu soll man laut Schrothkur auf weitere Getränke verzichten. An Trinktagen werden Gemüsesuppen, bevorzugt mit Kohl, Sellerie, Porree, Karotten, Kartoffeln, Paprika gegessen, genauso wie Suppen mit Reis, Graupen oder Haferschleim. An den Trockentagen darf man zusätzlich ein paar eingeweichte Trockenfrüchte essen. Frisches Obst dagegen ist während der Schrothkur nicht erlaubt. 2-3 Mal am Tag darf man so genanntes „Kurgebäck“ essen oder ganz einfach altbackene Brötchen.

Kritik an der Schrothkur

Die Schrothkur ist keine Diät im eigentlichen Sinn – sie wird, zumindest in ihrer klassischen Variante, von Medizinern und Ernährungswissenschaftlern abgelehnt, und auch die Stiftung Warentest fällt das Urteil, die Schrothkur sei zu Gewichtsreduktion ungeeignet. Insbesondere die geringe Flüssigkeitszufuhr sowie das Trinken von Alkohol zur Entwässerung, können die Gesundheit stark gefährden. Zudem handelt es sich bei der Schrothkur um eine Mangeldiät – diese Form der Ernährung kann zu Muskelschwund, Leistungseinbußen und Vitaminmangel führen! Auch das Versprechen, die Schrothkur „entschlacke“ den Körper, ist haltlos. Schlacken sind ein Mythos, mit dem die Medizin längst aufgeräumt hat. In ihrer modifizierten Form ist die Schrothkur eher vertretbar: Wein sollte durch Kräutertees und Säfte ersetzt werden, zudem sollte zusätzlich jeden (!) Tag ausreichend Wasser, also mindestens 3 Liter, getrunken werden. Positiv an der Schrothkur ist, dass die Ernährung für eine Form des Fastens noch relativ ausgewogen ist. Dennoch sollte die Schrothkur nicht in Eigenregie und schon gar nicht in ihrer ursprünglichen Form durchgeführt werden.

Die Schrothkur wurde im 19. Jahrhundert erfunden – und ist, nicht nur, was ihr Erfindungsdatum angeht, eher antiquiert. Wenig trinken, keine frischen Nährstoffe, stattdessen aber Alkohol in rauen Mengen: Da sind wir wenig überrascht, dass das Urteil der Stiftung Warentest „eher ungeeignet“ war. Auch die Erdbeerlounge sagt: Weder pädagogisch, noch ernährungswissenschaftlich wertvoll.

Kommentare (5)

  • Schrothkur und Alkohol in rauhen Mengen. Nun, das sind wohl die Erafhrungen eine "Pseudo-Schrothlers", der diese Kur nie wirklich un ernsthaft durchführte. Ich habe jedenfalls meine Psoriadis seither ehr gut im Griff , und kure seit vielen Jahren, immer mi Erfolg und dem Nebeneffekt Gewichtsreduzierung. Es ist für mich interessant wie Menschen aus Unkenntnis reagieren.

  • Was ist das denn für eine verrückte Diät? Da passt wohl eher Schrottkur als Schrothkur... :D

  • Ahja, also für mich klingt diese Schrothkur einfach nur seltsam. Wein?? 500 Kalorien pro Tag? Das klingt nicht sehr gesund! Zum Abnhemen funktioniert diese Schrothkur vielleicht, gesund kann es aber nicht sein.....

  • Eine Schrothkur hab ich auch mal gemacht. Igitt, das war gar nichts für mich. Ich glaube, ich bin einfach nicht der Typ für eine Schrothkur.

  • Also vernünftig hört sich die Schrothkur für mich nicht an. Wenn ich wenig trinke, tut mir das z. B. überhaupt nicht gut und ich bekomme Kopfschmerzen. Auch die Tatsache, dass man kein frisches Obst essen darf, ist doch seltsam.


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