Trennkost

Jeder hat schon mal von ihr gehört: Trennkost soll den Pfunden den Garaus machen. Die wohl älteste und bekannteste Diät der Welt hält sich hartnäckig im großen Diätendschungel. Wir verraten Dir, was hinter dem Trennkost-Prinzip steckt und ob diese Diät wirklich eine gute Methode ist, um langfristig schlank zu werden. Eine Trennkost-Tabelle hilft Dir bei der Einteilung der verschiedenen Lebensmittel.

Trennkost ist seit vielen Jahren ein echter Klassiker unter den Diäten. Das Prinzip dieser Diät geht auf den New Yorker Arzt Dr. Howard Hay zurück. Seine Theorie: Die Verdauung von Eiweiß funktioniert anders als die von Kohlenhydraten. Ein Stück Fleisch mit Kartoffeln als Beilage übersäuert unser Körper, führt zu Verdauungsbeschwerden und lässt uns leichter zunehmen. Eine Übersäuerung des Körpers macht uns außerdem anfälliger für Rheuma, Allergien und Krebs. Daraus schlussfolgerte Dr. Hay, dass wir Kohlenhydrate und Eiweiß nicht zusammen essen dürfen und dass diese beiden Nahrungsmittelgruppen strikt voneinander getrennt werden sollte. Das Ergebnis: eine Wiederherstellung des Säure-Basen-Gleichgewichts, eine Entschlackung des Körpers, eine Anregung des Fettstoffwechsels und eine leichtere Verdauung – Damit war die Trennkost geboren.

Trennkost: So funktioniert sie

Trennkost mit Obst und Gemüse

Mit der Trennkost soll das Abnehmen gelingen

Die Umsetzung der Trennkost ist ganz leicht: Du musst nicht hungern und kannst – mit einigen Einschränkungen – essen, was Du möchtest. Lediglich ein paar grundlegende Regeln sollten eingehalten werden.
Für jede Mahlzeit gibt es immer genau zwei Kombinationsmöglichkeiten der folgend genannten Lebensmittelgruppen: Eiweiß-Gruppe, Kohlenhydrat-Gruppe, neutrale Gruppe. Dabei gilt: Eiweiß und Kohlenhydrate müssen voneinander getrennt werden, alle anderen Gruppen dürfen miteinander kombiniert werden. Verbotene Lebensmittel gibt es also so gut wie gar nicht! Bis zu vier Mahlzeiten pro Tag sind erlaubt: Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie ein Snack. Dazwischen sollten mindestens drei Stunden liegen. Denke auch daran immer ausreichend zu trinken: mindestens zwei Liter, am besten stilles Mineralwasser! Auf kalorien- und kohlenhydrathaltige Getränke wie Cola oder Limonade sowie zuckerhaltige Lebensmittel, weißes Mehl und Stärke solltest Du bei der Trennkost dennoch verzichten, da gesunde Ernährung das A und O ist.
Die Mittelmeer-Küche bietet eine sehr gute Basis für eine Trennkost-Diät. Italiener beispielsweise verzichten in der Regel auf schwere Beilagen und essen zu einem Stück Fleisch oder Fisch lieber Salat oder gedünstetes Gemüse. Nudelgerichte werden meist vegetarisch zubereitet – von Spaghetti Bolognese mal abgesehen…
Tipp: Als Startzeitpunkt für die Trennkost-Diät bietet sich das Frühjahr an. Denn das Frühlingsgemüse gehört zu den „neutralen“ Lebensmitteln, die Du reichlich genießen und perfekt kombinieren kannst.

Kritik an der Trennkost

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht die Trennkost eher kritisch: So sichert die empfohlene Lebensmittelauswahl keine ausreichende Nährstoffversorgung, da nur 20 bis 25 Prozent der Nahrung aus säurebildenden Lebensmitteln bestehen. Darüber hinaus bemängeln die Ernährungswissenschaftler an der Trennkost das Fehlen einer ausreichenden Versorgung mit Calcium, Jod und Omega-3-Fettsäuren. Die DGE wendet außerdem ein, dass es beim Abnehmen letztlich auf die Gesamtzahl der Kalorienzufuhr ankommt. Vereinfacht ausgedrückt: Zu viel Pommes oder Pasta mit Sahnesoße setzen an – egal, ob man einen Salat dazu isst oder nicht. Grundsätzlich hat ein gesunder Mensch bei einer ausgewogenen Ernährungsweise keine Übersäuerung zu befürchten. Eine basenüberschüssige Kost bewirkt keine nachweisbaren gesundheitlichen Vorteile. Positiv beurteilt die DGE aber dennoch die energie- und fettarme Ernährung der Trennkost. Damit lassen sich durchschnittlich bis zu zwei Kilo pro Monat abnehmen.

Zusammenfassung: Vor- und Nachteile der Trennkost

+ eine gesunde Ernährungsweise
+ ein intensives Auseinandersetzen mit dem Thema „gesunde Ernährung“
+ keine Kosten für zusätzliche Anschaffungen
+ relativ einfach in Restaurants anwendbar
+ empfohlene Fette sind hochwertig

– basiert auf veralteten Prinzipien
– setzt eine intensive Beschäftigung mit dem Thema Ernährung voraus
Heißhungergefahr bei beliebten Speisen (Käsebrot, Nudeln mit Fleischsauce)
– Nicht alle Trennkost-Ratgeber empfehlen ein Sportprogramm

Trennkost-Tabelle zum Ausdrucken:

Um Dir den Start mit der Trennkost zu erleichtern, haben wir eine Trennkost-Tabelle für Dich erstellt, mit der Du alle Lebensmittel der drei Gruppen auf einen Blick hast. Du kannst sie Dir ausdrucken und an den Kühlschrank hängen:

Trennkost-Tabelle: Eiweiß-Gruppe

→ darf nur mit der neutralen Gruppe kombiniert werden!

Gemüse: Tomaten (gekocht)

Früchte: Ananas, Apfel (sauer), Aprikose, Birne, Brombeeren, Clementinen, Erdbeeren, Granatapfel, Grapefruit, Guave, Hagebutte, Himbeeren, Holunderbeeren, Johannisbeeren, Kirsche, Kiwi, Kumquat, Limette, Lychee, Mandarine, Mango, Melone, Mirabelle, Nektarine, Orange, Papaya, Passionsfrucht, Pfirsich, Pflaume, Preiselbeeren, Quitte, Sanddorn, Schlehe, Stachelbeeren, Zitrone, Zwetschge

Mich und Milchprodukte: Käse (unter 50% Fett i. Tr.), teilentrahmte Milch

Fisch und Meeresfrüchte: Austern, Garnelen, Hummer, Krebsfleisch, Krabben, Langusten, Muscheln, Scampi, Tintenfisch, Fischfilets, gegarte und gebratene Fische (z.B. Brasse, Forelle, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Karpfen, Lachs, Rotbarsch, Seelachs, Seezunge, Scholle, Thunfisch, Zander)

Fleisch und Wurst: Gebratenes oder gekochtes Fleisch wie Braten, Gulasch, Hack, Roulade Schnitzel, Steak (Geflügel, Kalb, Lamm, Rind, Schwein, Wild), gekochte Wurstwaren (z. B. Geflügelwurst, Kochschinken)

Sonstige Lebensmittel: Balsamicoessig, Eier (gekocht, Rührei, Omelette, Spiegelei), Eiweiß, Essig, Sojaprodukte (z.B. Sojajoghurt, Sojamehl, Sojamilch, Sojaschnetzel, Sojawurst, Tofu)

Getränke: Fruchtsäfte (außer Bananensaft), Früchtetee, Rotwein (trocken), Sekt, Weißwein

Trennkost-Tabelle: Kohlenhydrate-Gruppe

→ darf nur mit der neutralen Gruppe kombiniert werden!

Gemüse: Grünkohl, Kartoffeln, Schwarzwurzeln, Süßkartoffeln

Früchte: Apfel (süß), Banane, Dattel, Feige, Trockenfrüchte (außer Rosinen)

Getreide und Getreideprodukte: Brot, Brötchen, Couscous, Getreide (Buchweizen, Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Roggen, Weizen), Gebäck, Glasnudeln, Grieß, Haferflocken, Kuchen, Mais, Nudeln (ohne Ei), Reis, Vollkornbrot, Wildreis

Sonstige Lebensmittel: Ahornsirup, getrocknete Pilze, getrocknete Tomaten, Honig, Zucker

Getränke: Apfeldicksaft, Bananensaft, Bier, Birnendicksaft, Malzbier, Rotwein

Trennkost-Tabelle: neutrale Gruppe

→ darf mit der Eiweiß- oder der Kohlehydrate-Gruppe kombiniert werden!

Gemüse: Artischocke, Aubergine, Avocado, Blattsalat, Blumenkohl, Grüne Bohne, Brokkoli, Chicoree, Chinakohl, Chili, Erbse, Fenchel, Frühlingszwiebel, Gurke, Keimlinge, Knoblauch, Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Mangold, Möhre, Paprika, Rettich, Rosenkohl, Rote Bete, Rotkohl, Sauerkraut, Schalotte, Sellerie, Spargel, Spinat, Tomate (roh), Weißkohl, Wirsing, Zucchini, Zwiebel

Früchte: Avocado, Heidelbeeren, Olive, Rosine

Mich und Milchprodukte: Brie, Butter, Buttermilch, Camembert, Crème double, Crème fraiche, Dickmilch, Feta, Frischkäse, Hüttenkäse, Joghurt, Käse (über 50% Fett i. Tr.), Kefir, Mascarpone, Mozzarella, Parmesan, Ricotta, Rohmilchkäse, Quark, saure Sahne, Schafskäse, Schlagsahne (ungesüßt), Schmand, Vollmilch, Ziegenkäse, Ziegenmilch

Fisch und Meeresfrüchte:
Roher und geräucherter Fisch (gerächerter Aal, Bismarckhering. geräucherte Forelle, Matjes, Räucherlachs, Sardellen, Schillerlocken)

Fleisch und Wurst: Roh oder luftgetrocknet wie Bündnerfleisch, Carpaccio, Cervelatwurst, Landjäger, Salami, Schinken (luftgetrocknet oder geräuchert), Speck (durchwachsen), Tatar, Teewurst

Nüsse: Cashewkerne, Haselnüsse, Kokosnuss, Kürbiskerne, Mandeln, Mohn, Paranüsse, Pekannüsse, Pinienkerne, Sesam, Sonnenblumenkerne, Walnüsse

Pilze: z.B. Austernpilze, Champignons, Morchel, Shitake, Pfifferling, Steinpilz, Trüffel

Keimlinge und Sprossen: Alfalfa, Kressesprossen, Linsensprossen, Mungobohnensprossen, Radieschensprossen, Rettichsprossen, Sesamsamen, Sojasprossen, Weizenkeime

Tierische und pflanzliche Fette: Butter, Margarine, Mayonnaise Pflanzenöle, Schmalz

Sonstiges: Eigelb, Gelatine, Gemüsebrühe, Gewürze, Hefe, Kräuter (frisch und getrocknet), Obstessig, Meerrettich, Pfeffer, Senf

Getränke: Kaffee (ungesüßt), Mineralwasser, Tee (grüner Tee, Kräutertee, schwarzer Tee)

Unser Fazit: Mal eben den Käse vom Brot nehmen und die Pommes vom Steak getrennt essen – so einfach ist die Trennkost leider nicht. Eine konsequent durchgeführte Trennkost benötigt eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung. Du musst Dich mit der Kategorisierung von Kohlenhydraten und Eiweiß auskennen, um zu verstehen, warum man die verschiedenen Lebensmittel voneinander trennt und was genau in welche Lebensmittelgruppe fällt. Wenn Du Dich sowieso schon mit diesem Thema beschäftigst, dann kann die Trennkost interessant sein. Ausprobieren kannst Du die Trennkost-Diät auf jeden Fall einmal, denn schaden wird es Dir nicht.


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Was denkst du?

  • Eesh3ahXo am 05.11.2016 um 10:51 Uhr

    Diätpillen - http://slimcenter.de Abnehmen mit diesem Produkt muss jeder für sich selber herausfinden. Mir hat es geholfen und hilft immer noch ! In 2 Monaten 12 Kilo!

    Antworten
  • tinini86 am 22.08.2014 um 11:45 Uhr

    Im Prinzip klingt das alles ganz einfach mit der Trennkost. Das Fazit hier finde ich gut: In der Praxis ist es bestimmt doch nicht ganz einfach, das Essen immer zu trennen. Und wenn die Trennkost gar keinen erwiesenen Nutzen hat, warum dann auf sowas wie Lebensmitteltrennung achten? Finde ich überflüssig

    Antworten
  • sumsebrumse84 am 25.03.2014 um 14:35 Uhr

    Ich glaube, ich werde auch mal Trennkost ausprobieren. Nur meine Nudeln, die werde ich wohl vermissen...

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  • Sonnenschein500 am 09.01.2014 um 10:26 Uhr

    Trennkost habe ich auch mal gemacht und es hat geklappt. Leider habe ich nicht durchgehalten, abends nur Eiweiß zu essen. Aber ich glaube, ich fange bald wieder damit an. Mit euren Tipps fällt mir diese Diät bestimmt leichter.

    Antworten
  • runningberry am 03.01.2014 um 14:15 Uhr

    Das hört sich doch alles ziemlich vernünftig an! Ich persönlich würde jetzt noch darauf achten, dass der Anteil der Kohlenhydrate nicht zu hoch wird, dann ist Trennkost meiner Meinung nach ein hervorragendes Konzept, um dauerhaft schlank zu bleiben.

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  • spruechetrine am 06.12.2013 um 16:21 Uhr

    Trennkost hilft einfach. Da kann man sich wundern wie man will oder sich lustig machen - probiert es einfach aus, das Konzept wirkt Wunder!

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  • CappuccinoGirl am 16.11.2012 um 15:33 Uhr

    Ich habe Trennkost nicht nie ausprobiert. Aber anscheinend hilf es ja wirklich...

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  • ModeGoettin86 am 16.10.2012 um 13:20 Uhr

    Trennkost machen wirklich viele Leute. Vielleicht probiere ich das auch mal aus.

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  • Lotti2612 am 07.03.2012 um 14:56 Uhr

    Hab mal eine zeitlang Trennkost gemacht. War eigentlich ganz gut. Hab damals 3 Kilo abgenommen.

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