Zuckerkrankheit

Diabetes Typ 2: Eine stille Gefahr

Über 7 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes mellitus, der so genannten „Zuckerkrankheit“, und jährlich werden es mehr. Etwa 90 Prozent der Diabetiker sind an Diabetes Typ 2 erkrankt, der mittlerweile zu einer regelrechten Volkskrankheit geworden ist. Das gefährliche an dieser Krankheit ist, dass sie oft lange Zeit unbemerkt bleibt. Grund genug, Dich einmal zu fragen, was Diabetes Typ 2 eigentlich ist. Welches Risiko birgt die Krankheit und woran erkennst Du, ob Du daran leidest? Und was kannst Du in diesem Fall für Deinen Körper tun?

Diabetes Typ 2 und die Folgen

Diabetes Typ 2 frühzeitig erkennen

Diabetiker leiden an der Überproduktion von Blutzucker, was auf Dauer dem gesamten Herz-Kreislauf-System schadet. Das Gefährlichste dabei ist, dass Diabetes keine äußerlich sichtbaren Symptome und keinen Schmerz verursacht! Daher werden alarmierend hohe Blutzuckerwerte oft erst bemerkt, wenn es schon zu spät ist. Nämlich dann, wenn der Blutzucker den Körper bereits angegriffen hat.

Erhöht sich Dein Blutzuckerwert, merkst Du von den schädlichen Prozessen in Deinem eigenen Körper zu Beginn erst einmal gar nichts. Diabeteserkrankungen werden deshalb meist zufällig bei Kontroll- und Routineuntersuchungen diagnostiziert. Umso wichtiger ist es, Dich über das Risiko und die stille Gefahr von Diabetes Typ 2 grundlegend zu informieren: Was ist Typ-2-Diabetes genau? Wieso erkrankt man daran? Und wie kannst Du mit Diabetes? Wir liefern die Antworten auf Deine Fragen!

Was ist eigentlich Diabetes Typ 2?

Diabetes mellitus“ ist der Sammelbegriff für eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, zu denen auch Diabetes Typ 2 zählt. Übersetzt heißt Diabetes mellitus „honigsüßer Durchfluss“. Damit wird das Hauptsymptom des Diabetes beschrieben: die Überzuckerung des körpereigenen Blutes.

Dass Dein Zuckerwert im Blut für kurze Zeit ansteigt, wenn Du etwas Süßes isst, ist ganz normal. Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, haben jedoch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerwert, was gefährlich für den Körper ist. Ursachen für die Erkrankung können genetisch bedingt sein oder auf Fehlernährung und Bewegungsmangel zurückgehen. Diabetes Typ 2 ist in Deutschland inzwischen leider zur Volkskrankheit geworden. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes?

Bei Diabetes Typ 1 handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, durch die der Körper sich selbst angreift. Hier wird das Insulin von körpereigenen Zellen zerstört. Aus Mangel an Insulin erhöht sich der Blutzuckerspiegel sehr schnell. Auch bei Diabetes Typ 2 sammelt sich Zucker in den Blutgefäßen, der nicht abgebaut werden kann. Hier liegt der Defekt beim Prozess der Insulinaufnahme. Der Körper von Patienten mit Typ-2-Diabetes kann nicht auf das Hormon Insulin reagieren und somit den Blutzucker weder abbauen noch in verwertbare Energie umwandeln. Nach einiger Zeit kann der Körper von diesen Patienten zusätzlich eine lebensgefährliche Insulinresistenz entwickeln. In der Folge werden Organe wie das Herz oder die Nieren geschädigt. Deshalb sind betroffene Patienten auf Insulinzugabe – wie etwa durch Spritzen – angewiesen. Während Diabetes Typ 1 nicht heilbar ist, kannst Du mit einer gesunden Lebensweise dem Diabetes Typ 2 aber entgegenwirken. Wenn Du hingegen an Typ-1-Diabetes erkrankt bist, ist die Insulinspritze leider oft von Geburt an Dein lebenswichtiger Begleiter.

Diabetes Typ 2 – Die Patienten werden immer jünger

Falls Du annimmst, Diabetes Typ 2 könne nur im Alter oder nur bei übergewichtigen Menschen auftreten, unterliegst Du einem weit verbreiteten Irrglauben. Allgemein wird nämlich ein Anstieg der erkrankten 30- bis 40-Jährigen verzeichnet. Bezeichnungen für Diabetes Typ 2 wie „Altersdiabetes“ oder „Alterszucker“ gelten mittlerweile deshalb als überholt. Immer mehr Jugendliche sind stark übergewichtig und bewegen sich zu wenig. Wenn Du Dich ungesund ernährst und Dich kaum bewegst, steigt das Risiko einer Erkrankung.

Diabetes Typ 2 erfordert tägliche Blutzuckerkontrolle

Bei Diabetes Typ 2 ist Blutzuckermessen Pflicht

So wirkst Du dem Diabetes Typ 2 entgegen

Im Anfangsstadium kannst Du den Diabetes Typ 2 noch durch eine Umstellung Deiner Lebensweise regulieren. Eine bewusste Ernährung, Gewichtsabnahme und viel Sport wirken sich begünstigend auf das drohende Risiko der Insulinresistenz aus. Bevor Du zur unangenehmen Spritze greifen musst, können Dir im Frühstadium auch Insulintabletten helfen. Deshalb gilt Diabetes Typ 2, wenn Du oder Dein Arzt ihn rechtzeitig entdecken, als „heilbar“. Wenn Du über 35 Jahre alt bist, melde Dich zum Wohl Deiner Gesundheit für den so genannten ärztlichen Check-Up 35 an, in dessen Rahmen Dein gesamtes Herz-Kreislauf-System untersucht wird. Falls Du tatsächlich an der Zuckerkrankheit leiden solltest, kann diese beim Check-Up früh diagnostiziert werden.

Gesundheitliche Risiken von Diabetes Typ 2

Gefährlich wird Diabetes Typ 2 besonders dann, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig bei Dir entdeckt wird. Sind Deine Blutgefäße erst einmal irreparabel geschädigt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Abhängigkeit von Insulinspritzen. Allgemein sind Diabetiker einem zwei- bis vierfach erhöhten Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko ausgesetzt. Oft kommt es zu Organproblemen, da ein erhöhter Blutzucker langfristig die Blutgefäße und das Nervensystem schädigt. Meist sind dann Organe wie die Nieren, die Geschlechtsorgane oder die Augen betroffen, was sich in Folgeerkrankungen wie Nierenschwäche, Netzhautschäden oder Erektionsstörungen niederschlägt. Der von einigen Ärzten gerne verwendete Begriff „Spätschäden“ ist dabei irreführend, da Organschäden auch in einem frühen Stadium des Typ-2-Diabetes auftreten können.

Behandlungsmethoden von Diabetes Typ 2

Wenn Du die Diagnose Diabetes Typ 2 in einem Frühstadium erhalten hast, kann ein gesunder Lebensstil Deinerseits schwerwiegende Folgeerkrankungen unter Umständen noch verhindern. Auf so genannten Diabetes-Schulungen kannst Du Dich über natürliche Methoden, Deinen Blutzucker zu senken, informieren. Empfehlenswert ist der Verzehr von ausreichend Ballaststoffen, zum Beispiel in Form von Gemüse wie Rosenkohl oder Möhren, und ein auf Dich zugeschnittenes Sportprogramm. Experten empfehlen, am Tag mindestens 10.000 Schritte zu laufen – mit Nordic Walking, Jogging oder effektivem Treppensteigen solltest Du das hinkriegen. Außerdem musst Du regelmäßig Deinen Blutzucker überprüfen. Mit modernen Messgeräten, die in jeder Apotheke erhältlich sind, ist das ganz einfach und schmerzfrei möglich. Neben Blutzucker senkenden Tabletten wie dem Standardmedikament „Metformin“, gibt es verschiedene Formen der medikamentösen Insulintherapie, über die Du Dich bei Deinem Arzt informieren kannst. Bei der Spritzentherapie kannst Du zwischen verschiedenen Behandlungsformen auswählen: Es gibt einmal die konventionelle Therapie, bei der Du abends und morgens Insulin spritzt, oder aber Du spritzt immer zu den Mahlzeiten. Die Behandlung sollte in Absprache mit Deinem Arzt erfolgen, da es bei falscher Dosierung schnell zu einer lebensgefährlichen Unterzuckerung kommen kann, die in den schlimmsten Fällen zu Bewusstlosigkeit und Krampfanfällen führt. Wie so oft ist hier das richtige Maß entscheidend. Mit einer zu Dir passenden medikamentösen Therapie kannst Du trotz der Diagnose gut und ohne viele Verzichte oder Einschränkungen leben.

Ist Zucker bei Diabetes Typ 2 tabu?

Auch auf Zucker musst Du als Diabetiker nicht gänzlich verzichten. Klar, bei einer Diabetes-Erkrankung musst Du ganz besonders auf Deine tägliche Kalorienzufuhr achten. Mehr als 30 bis 50 Gramm pro Tag sind nicht empfehlenswert und vor allem auf versteckte Zucker wie etwa in Marmelade, Brot oder Säften solltest Du achten. Große Vorsicht gilt bei zuckerhaltigen Getränken: Die sind besonders gefährlich für Diabetiker, da der Zucker aus Flüssigkeiten sehr schnell in den Blutkreislauf gelangt und zu einem Zuckerschock führen kann. In Verbindung mit Ballaststoffen hingegen gelangt der Zucker langsamer in Dein Blut. Als Diabetiker kannst Du Dich HIER über geeignete, zuckerarme Rezepte informieren.

Diabetes Typ 2 ist zur Volkskrankheit geworden, daher sollte die Gefahr einer Diabetes-Erkrankung von niemandem unterschätzt werden. Treffen Kriterien wie eine genetische Disposition oder starkes Übergewicht auf Dich zu, sind regelmäßige Blutzuckeruntersuchungen sinnvoll. Früherkennung ist besonders wichtig, da Du mit einem gesunden Lebenswandel den schädlichen Krankheitsverlauf unterbrechen kannst. Mit viel Sport und einer gesunden Ernährung kannst Du einem Typ-2-Diabetes nämlich vorbeugen!

Bildquellen: Bild 1: iStock/roobcio
Bild 2: iStock/dml5050

Kommentare (9)

  • bei mir wurde es durch Zufall sehr früh erkannt und ich lebe ganz gut damit

  • Wenn man einmal Diabetes Typ 2 hat, dann glaube ich nicht, dass man es mit Sport noch wegbekommt. Also ich kenne zum Glück niemanden, der an diesem Typ Diabetes erkrankt ist. Das ist wirklich schlimm, einer Autoimmunkrankheit so hilflos ausgeliefert zu s

  • Diabetes ist wirklich eine ernste Sache und es ist wieder eine dieser Krankheiten, die durch Bewegungsmangel und falsche Ernährung ausgelöst werden können. Dass immer mehr junge Leute an Diabetes Typ 2 erkranken, zeigt doch mal wieder, dass wir langsam

  • Ich bin totfroh, dass ich nicht an Diabetes Typ 2 erkrankt bin - hoffentlich werde ich es auch niemals!! Das ganze erfordert ja eine komplette Umstellung der Lebensverhältnisse und immer schwingt die Angst mit, dass sich böse Auswirkungen bald bemerkbar

  • Diabetes Typ 2 ist echt kein Spaß und das haben nicht nur unbedingt dicke Leute, spruechetrine! Ich weiß wovon ich rede.

  • Diabetes Typ 2 haben inzwischen ja leider wirklich viele Leute. Aber kein Wunder, Leute vom Format wie die Biggest Loser-Kandidaten sind ja inzwischen eher die Regel als die Ausnahme...

  • Krass, ich wusste gar nicht, dass Diabetes so verbreitet ist... ich kenne niemanden, der daran leidet. Hoffentlich bleibt das auch so, man kann ja nie wissen...

  • Die Mutter einer guten Freundin von mir hat auch Diabetes... Wichtig ist, dass man sich daraufhin auch mein orthopädischen Schuhmacher Diabetes Einlagen machen lässt :)

  • Ohje, ein Bekannter von mir hat vor kurzem auch die Diagnose Diabetes Typ 2 bekommen - dabei ist er gerademal 34 Jahre alt! Da sieht man einmal mehr, wie wichtig es ist, sich viel zu bewegen und vernünftig zu essen...


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