Körperkunst

Acro Yoga: Für mehr Fitness und Vertrauen

Anne Lüftneram 18.12.2015 um 09:33 Uhr

Die Verbesserung der Beweglichkeit, das Vergessen des Alltags und der Wunsch, das Zusammenwirken von Körper und Geist zu bestärken, sind Aspekte, die viele Frauen in den letzten Jahren zum Yoga gebracht haben. Wem dieses Workout aber noch nicht intensiv genug ist und wer sich selbst einer neuen Challenge stellen möchte, die sowohl Muskeln als auch Psyche fordert, sollte sich an Acro Yoga versuchen.

Video: Die Geschichte des Yoga

Das ursprüngliche Yoga ist viele hundert Jahre alt. Gerade in der jüngsten Zeit hat es sich in zahlreichen Formen ausdifferenziert, etwa im Power Yoga, Bikram Yoga oder Aerial Yoga. Die verbreitetste Stilform ist das Hatha Yoga.

Yoga ist allseits beliebt, keine Frage, doch wie sich zeigt, stößt auch eine akrobatischere Variante der indischen Lehre auf immer mehr Interesse. Beim Acro Yoga geht es darum, den Körper intensiv zu spüren und dabei eine enge Verbindung mit dem Trainingspartner einzugehen. Diese Bewegungskunst funktioniert nur im Team und erfordert neben viel Körperspannung auch ein hohes Maß an Vertrauen und Konzentration. Vor über zehn Jahren wurde Acro Yoga von Jenny Sauer-Klein und Jason Nehmer in San Francisco begründet und seitdem lernen immer mehr Begeisterte, sich ihrem Partner bedingungslos hinzugeben und dadurch fit zu werden – und zwar körperlich und geistig!

Der Kern des Acro Yogas

Unter Acro Yoga versteht man eine Kombination aus Yoga, Akrobatik und Thai Massage. Alle drei Komponenten werden bei dieser Lehre miteinander verstrickt, sodass ein Ganzkörpertraining daraus resultiert, bei dem Du Deinen Gedanken freien Lauf lassen kannst. Die akrobatischen Figuren bilden die Basis dieser Sport- und Entspannungslehre und werden mit Massageelementen ergänzt. Dieser Mix aus Anstrengung, Erholung und Fokussierung folgt einem ganzheitlichen Ansatz, der auf ein allgemeines Wohlbefinden abzielt und Körper und Geist miteinander verschmelzen lässt. Allerdings gelingt dieser Schritt beim Acro Yoga nicht alleine, denn dieser Trendsport funktioniert nur mit einem Partner, der Dir zu mehr Sicherheit und Selbstvertrauen verhilft.

Acro Yoga: Das Spiel zwischen Basis und Flyer

Der Kombi-Sport ist der perfekte Ausgleich zum Alltag, wenn Du Dich ganz und gar fallen lassen oder aber Verantwortung für einen anderen übernehmen möchtest. Die Begriffe „Basis“ und „Flyer“ sind feste Bestandteile des Acro Yogas, die Du Dir zu Eigen machen musst. Übernimmst Du den Part der „Basis“, ist es Dein Job, für Deinen Trainingspartner zu sorgen. Du stützt Deine beste Freundin, Deinen Freund oder ein Familienmitglied bei den manchmal komplizierten Übungen und gibst ihnen dabei ein Gefühl von Sicherheit. Als „Basis“ fungierst Du als ein Art Gerüst, an dem sich Dein Mitspieler, der „Flyer“, austoben kann. Der „Flyer“ übernimmt beim Acro Yoga nämlich die Aufgabe der kunstvollen Bewegungen und muss sich voll und ganz auf die „Basis“ verlassen können, damit die Figuren und der damit einhergehende positive Effekt auf den Körper auch gelingen.

Acro Yoga: Vorbereitung & Praxis

Im Grunde kann sich jeder, der sich für Acro Yoga interessiert, daran versuchen. Gute Voraussetzungen für die anstrengenden Übungen sind natürlich eine gewisse Kraft in Armen, Beinen und Bauch, damit Du Deinen Partner stützen beziehungsweise Dich als „Flyer“ halten kannst und nicht das Gleichgewicht verlierst. Eine Möglichkeit, Dich auf das Trainingsprogramm vorzubereiten, sind neben Kraftsport auch Yoga-Stunden, in denen Du Deine Beweglichkeit ausbauen kannst. Solltest Du Gelenkbeschwerden haben, solltest Du Dein Acro Yoga-Workout zunächst von einem Arzt absegnen lassen. Jede Acro Yoga-Einheit beginnt mit einem ausführlichen Aufwärmen, damit Deine Muskeln auf die Anstrengung vorbereitet werden. Dafür eignen sich Yoga-Übungen, wie beispielsweise der Sonnengruß, ganz besonders gut. Dann kann es auch schon mit den Figuren losgehen, die die Verspannungen aus Deinem Körper vertreiben und ihn dabei fitter werden lassen sollen. Neben der „Basis“ und dem „Flyer“ wird dabei häufig auch noch ein „Spotter“ eingesetzt, der gegebenenfalls Hilfestellung gibt. Die „Basis“ bewegt den „Flyer“ nun auf seinen Händen und Füßen, sodass ein Gefühl des Schwebens entsteht. Das Sprichwort „Er trägt mich auf Händen“ gewinnt mit Acro Yoga also eine völlig neue Bedeutung. Während eines Kurses lernst Du viele verschiedene Bewegungsabläufe, doch ihnen allen ist gleich, dass sie auf einem harmonischen und gut abgestimmten Zusammenspiel zwischen Dir und Deinem Partner beruhen.

1. „First Bird“/„Front Bird“ für Anfänger

studio shot of two girls performing acro-yoga poses

Der „First Bird“, auch „Front Bird“ genannt, ist eine der simpelsten Übungen beim Acro Yoga: Dabei liegt die „Basis“ mit dem Rücken auf einer Matte und winkelt seine Beine so weit an, dass die Füße den Bauch des „Flyers“ berühren. Dieser steht vor der „Basis“ und beide Trainingspartner fassen sich an den Händen. Mit viel Kraft drückt die „Basis“ nun die andere Person nach oben. Wer schon etwas mehr Acro Yoga-Erfahrung hat, kann seine Hände in der Luft lösen und sich lediglich von den Füßen der „Basis“ balancieren lassen.

2. „Candle Stick“

Candle Stick_iStock_Pamela MooreDiese Übung erfordert vor allem vom „Flyer“ sehr viel Konzentration, Körpergefühl und Kraft in Armen und Bauch. Die Schultern werden bei dieser Acro Yoga-Kopfstand-Variante nur von den Füßen des untenliegenden Partners gestützt und die Hände dienen als zusätzliche Sicherheit. Bei dieser Figur ist es häufig eine gute Idee, einen „Spotter“ dazuzuholen, denn er kann einschreiten, wenn Euch Eure Kräfte verlassen.

3. „Der Stern“

Diese Asana, so werden die Figuren beim Yoga bezeichnet, ist eine der anspruchsvollsten. Nicht nur, dass Deine Bauchmuskeln schwer arbeiten müssen, damit Du Deine Beine in der Luft halten kannst, auch Deiner Wirbelsäule solltest Du vorher viel Trainingszeit widmen, damit sie der Belastung standhalten kann. Doch auch Deine Psyche wird hier, wie bei den Der Stern_iStock_meshaphotomeisten Acro Yoga-Figuren, auf eine Probe gestellt, denn Du musst Dich voll und ganz auf Deinen Partner verlassen können. Wer nämlich einen Fehler macht oder sich nicht genug konzentriert, geht das Risiko ein, dass sich der jeweils andere verletzt.

Wer der körperlichen und psychischen Belastung gewachsen ist und nach dem Acro Yoga jeden einzelnen Muskel spürt, darf bei einer abrundenden Thai Massage neue Energie tanken.

Der sich immer mehr verbreitende Sport wird inzwischen bereits in vielen Yoga-Studios angeboten – und dieses Angebot solltest Du unbedingt nutzen. Alleingänge sind in dieser Disziplin nicht zu empfehlen und besonders Anfänger benötigen die Unterstützung der Experten, um die verschiedenen Techniken zu erlernen und so auch das Verletzungsrisiko zu minimieren. Acro Yoga ist ein Ganzkörpertraining, bei dem jeder Muskel arbeiten muss, doch die Mühe lohnt sich – für einen schönen Körper und einen befreiten Geist.

Bildquellen: iStock/shwepsa (Titelbild), iStock/Pamela Moore, iStock/meshaphoto, iStock/Catalin` Grigoriu

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