Für Faule

EMS-Training: Schnell schlank durch Stromstöße?

Katharina Meyeram 06.05.2016 um 18:00 Uhr

Schnell und mit möglichst wenig Zeitaufwand abnehmen und nebenbei auch gleich die Muskeln definieren – Was klingt wie ein unerreichbarer Traum soll durch EMS-Training möglich sein. Doch was verbirgt sich hinter der Trainingsmethode und ist EMS vielleicht sogar schädlich?

Wie funktioniert EMS-Training?

Wie funktioniert EMS-Training?

Zeitmangel, der innere Schweinehund und einfach nicht genug Spaß am Sport, um jeden Tag ins Fitnessstudio zu rennen – Ausreden, warum man sich vorm Training drückt, gibt es viele. Da kommt das EMS-Training mit seinem Versprechen, dass 20 Minuten pro Woche schon ausreichen, um unglaubliche Erfolge zu erzielen, gerade recht. Doch auch die Kritik am EMS-Training wird immer lauter. Wir gehen dem neuen Fitnesstrend auf den Grund!

EMS steht für Elektromyostimulation und bezeichnet eine Fitnessmethode, bei der während des Trainings elektrische Impulse auf die Muskeln wirken. Dies sorgt dafür, dass die Übungen intensiviert werden und bis zu 90 Prozent der Körpermuskulatur zum Einsatz kommt. Das Elektrostimulationstraining wird in eigens darauf spezialisierten Fitnessstudios angeboten und wird wegen des schnell sichtbaren Erfolges immer beliebter. Bei der Trainingseinheit steht Dir ein Personal Trainer zur Seite, der die verschieden starken Reizstromstöße, die über ein spezielles Gerät und mit Elektroden gespickte Spezialkleidung auf Dich einwirken, reguliert. Im Wechsel von jeweils vier Sekunden gibt das EMS-Gerät elektrische Impulse und pausiert wieder. Der Trainer zeigt Dir in den kurzen Pausen Übungen, die Du während der Stimulationsphase durchführst. Dabei handelt es sich um Sportübungen mit dem eigenen Gewicht, wie zum Beispiel Kniebeugen, Beinheben und Squats. Durch die Stromstöße wirken diese allerdings viel intensiver und Du kommst in der 20-minütigen Trainingseinheit ganz schnell ins Schwitzen.

So funktioniert EMS-Training

EMS-Training ist im Grunde genommen nichts Neues. Physiotherapeuten setzen die Methode schon lange bei Patienten ein, um zum Beispiel nach einer OP Muskeln zu stärken und wieder aufzubauen. Neu ist, dass das Elektrostimulationstraining gezielt für alle als Ganzkörpermethode genutzt wird und – statt der sonst nötigen langen und häufigen Aufenthalte im Fitnessstudio – schnelle Erfolge in Sachen Muskelaufbau bietet. Bei den Reizstromstößen handelt es sich um Impulse im sogenannten niederfrequenten Bereich. Diese aktivieren die quergestreifte Muskulatur, also die Skelettmuskulatur, sprechen die Herz- und Organmuskulatur jedoch nicht an, weshalb das EMS-Training für gesunde Sportler ungefährlich sein soll. Während der Impulseinwirkung zieht der Muskel sich zusätzlich zusammen und auch tieferliegende Muskelschichten werden erreicht. Vor dem Training solltest Du Kohlenhydrate zu Dir nehmen und danach vor allem viel trinken. Auch wenn es sich um ein kurzes Workout handelt, ist EMS besonders intensiv und anstrengend.

Ist EMS-Training gefährlich?

Wer sich schon bei dem Wort „Stromstöße“ fürchtet, kann beruhigt sein. Die Elektroimpulse sind gerade am Anfang zwar ungewohnt und unangenehm, tun jedoch nicht weh. Das Gefühl gleicht dem Kribbeln, wenn ein eingeschlafener Fuß wieder belastet wird. Schwangere und Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, Krebs oder Epilepsie sollten nicht mit EMS trainieren. Gesunde Menschen haben laut den Betreibern von EMS-Training nichts zu befürchten. Doch in letzter Zeit wurden immer mehr Gegenstimmen laut, die von fitten und gesunden Teilnehmern berichten, die nach dem Training unter Kreislaufbeschwerden bis hin zu Muskel- und Nierenversagen litten. Grund dafür sei die Tatsache, dass der Sportler die Intensität seines Trainings nicht selbst bestimmt, sondern der Trainer, der die Elektroden reguliert. So passiere es schnell, dass die Muskeln in einem gefährlichen Maß überstrapaziert werden. Daher ist es wichtig, einen vertrauenswürdigen Trainer zu finden, der auf Deine Bedenken eingeht und sich langsam mit Dir an das EMS-Training herantastet.

Fazit: EMS-Training verspricht eine besonders hohe Effektivität und kann diese auch halten. Schon eine Trainingseinheit pro Woche zeigt schnell sichtbare Ergebnisse. Das hat jedoch auch seinen Preis. Etwa 20 Euro werden pro Einheit fällig, die meist jedoch auch nur in einem Abo gebucht werden können. Da die Muskeln von außen stimuliert werden und Dein Körper dadurch nicht selbst eine Grenze für die Belastung festlegt, ist es wichtig, dass Du die Regenerationszeit nutzt, es nicht übertreibst und bei anhaltender Schlappheit nach dem EMS-Training einen Arzt aufsuchst.

Bildquelle: iStock/pyotr021

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