Paartanz

Tango: Fit und feurig

Anna-Maria von Kentzinskyam 28.01.2016 um 10:00 Uhr

Tiefe Blicke, knisternde Nähe. Der Atem des Anderen kitzelt den Hals, während Du Dich von Deinem Partner (ent)führen lässt, um auf dem Parkett eine heiße Nummer der besonderen Art hinzulegen: Tango. Der argentinische Tanz lässt garantiert keine Langeweile aufkommen und ist der ideale Sport für Paare – oder die, die es noch werden wollen.

Feuer. Leidenschaft. Aggression. Das sind die Schlagworte, die viele mit dem Paartanz mit den lateinamerikanischen Wurzeln verbinden. Zwar wurde der Ursprung der Bezeichnung „Tango“ nie ganz geklärt, doch es ist wahrscheinlich, dass sie aus dem Portugiesischen stammt und „berühren“ heißt. Und genau darum geht es beim Tango: Der Tanz ist eine Gradwanderung zwischen Verführung und Anzüglichkeit auf der einen, Gesellschaftsfähigkeit auf der anderen Seite.

Beautiful dancers performing an argentinian tango. Please check similar images from my portfolio.

Tango: Heißer Tanz, heißes Workout. So kommst Du auf jeden Fall ins Schwitzen…

Engumschlungene Bewegungen, große Nähe und viel Körperspannung sorgen für knisternde Erotik auf dem Parkett. Die Posen lassen zwar eine gewisse Zweideutigkeit zu, ohne dabei jedoch explizite, pornographische Züge anzunehmen wie es beispielsweise beim Twerking der Fall ist.

Tango: Mal zärtlich, mal leidenschaftlich, immer anders

Tango hat viele Gesichter, oft steht er für sexuelles Begehren, für die dynamische Verbindung von Lust und Schmerz, von Kontrolle und sich hingeben. Das zeigt sich auch in den Bewegungen und in der Musik: Das Tempo und die Bewegungen können abrupt wechseln, im einen Moment sind sie fließend, die Schritte lang und geschmeidig. Im nächsten sind sie kurz und abgehackt. Doch Tango kann auch anders. Der argentinische Tanz kann unglaublich innig sein, zärtlich und einfühlsam. Wie er sich gerade äußert, hängt von der Konstellation der Tanzenden ab. Denn Tango ist vor allem eines: Kommunikation. Wenn es sich nicht gerade um den Turniertanz mit seinen einstudierten und fest vorgegebenen Schritten dreht, ist Tango Improvisation. Man weiß nie, was kommt, beide Partner haben Einfluss auf den nächsten Schritt. Während er führt und mit seinem Körper, also Brustkorb, Hüfte und Knie, die Entscheidung für den nächsten Schritt treffen muss, muss sie nicht nur die Signale verstehen, sondern auch entscheiden, ob sie die neue Richtung mitgehen will. Die Fähigkeit zur Improvisation will anfangs ebenso gelernt werden wie das Lesen der Körperhaltung und das Führen und Folgen. Die Chemie zwischen den Tänzern muss stimmen, viel der Emotionen und der Verbindung des Paares werden im Tango zum Vorschein kommen. Das muss nicht immer brennende Leidenschaft sein, sondern kann auch von großer Zärtlichkeit oder Melancholie mit engen Umarmungen geprägt sein. Man muss keine romantische Beziehung führen, um sich beim Tango näher zu kommen. Natürlich können auch langjährige Paare noch viel von- und übereinander lernen, ihre Kommunikation verbessern und lernen, die Körpersprache des anderen besser zu verstehen. Doch auch Singles können die große Nähe und notwendige Offenheit nutzen, um vielleicht eine neue, andauernde Bekanntschaft zu machen.

Fit mit Tango: Ein Rundum-Sport

A man and a woman dancing argentinian tango. Focus on their hands. Please see more images from the same shoot.

Prickelnde Herausforderung: Tango

Tango sorgt nicht nur für besondere Momente der Zweisamkeit, sondern macht auch noch ganz schön fit. Denn der Tanz verlangt Dir und Deinem Partner einiges ab: Grundlage ist eine gute Ausdauer, es wäre schließlich eine Schande, wenn mittendrin die Luft sprichwörtlich (r)aus ist. Wer also ein bis zweimal Wöchentlich für ein Stündchen über das Parkett rauscht, wird mit dem schnellen Takt schon bald problemlos mithalten können. Tango sorgt auch für eine gute Körperhaltung, -wahrnehmung und Muskelspannung, denn ohne diese drei Aspekte könnte keine Figur sauber getanzt werden. Seien es geschmeidige, fast schon fließende Bewegungen oder ruckartiger Richtungswechsel, die Koordination des eigenen Körpers und mit der des Partners – all diese Anforderungen müssen problemlos beherrscht werden. Nicht nur das, es ist gerade diese Körperlichkeit, diese physische Kontrolle, die den Tango zu so einem anziehenden Sport macht. Damit geht natürlich auch ein gewisser Muskelaufbau einher, denn die verschiedenen Positionen einzunehmen und zu halten, kann ganz schön Kraft erfordern. Der Tango ist ein Schreittanz mit verhältnismäßig ruhigem Oberkörper, der demnach vor allem die komplette Beinmuskulatur beansprucht. Doch um die nötige Körperspannung zu halten, müssen auch Bauch, Rücken, Schultern und Arme kräftig ran, auch wenn es hier in erster Linie um das Halten der Position geht. Die teilweise akrobatisch anmutenden Bewegungen der fortgeschrittenen Figuren erfordern zudem eine hohe Beweglichkeit, die mit einem regelmäßigen Dehnprogramm erreicht wird. Der Tanz ist also nicht nur Leidenschaft pur, sondern sorgt auch für einen knackigen Körper und eine gute Fitness, die zweifelsfrei auch andere Momente länger andauern lässt…

Die körperliche Nähe macht den Tanz auf jeden Fall zu einem Sport mit hohem Kribbelfaktor. Schmetterlinge im Bauch sind dabei genauso vorprogrammiert wie Muskelkater, denn an die neue Belastung muss sich der Körper erstmal gewöhnen. Mit der Zeit steigt aber nicht nur das tänzerische Können, auch die Figur wird garantiert folgen.

Bildquellen: iStock/blanaru

Kommentare


Mehr zu Sport