Hormonhaushalt

Luna Yoga – im Rhythmus des Mondes

Katharina Lübkeam 19.08.2016 um 17:17 Uhr

Auch wenn mittlerweile immer mehr Männer die Vorteile von Yoga für Körper, Geist und Sexualität erkennen, sind es meist Frauen, die die Lehre praktizieren. Die deutsche Journalistin, Autorin und langjährige Yogistin Adelheid Ohlig hat sich auf die weiblichen Bedürfnisse konzentriert und Mitte der 1980er Jahre das sogenannte Luna Yoga entwickelt, eine besonders weibliche Form des Yoga. Die Balance des Hormonhaushaltes steht dabei im Mittelpunkt.

Luna Yoga ist eine moderne Form des Hatha-Yoga, welche Techniken der altindischen Systeme Yoga und Tantra mit modernen Körpertherapien verbindet. Bereichert wird das Luna Yoga durch fundiertes Frauenwissen aus Medizin und Psychologie sowie der Astrologie.

Luna Yoga

Beim Luna Yoga steht das hormonelle Gleichgewicht im Mittelpunkt.

Hormonelle Schwankungen zeigen uns, dass wir den natürlichen Rhythmus verloren haben. Gerade in Umbruchsituationen, wie Familienplanung, Wechseljahre oder bei Trauer kann das passieren. Ist das Ungleichgewicht von Dauer, kann sich die Störung körperlich und seelisch verfestigen.

Yoga ist generell eine geeignete Form, sein Gleichgewicht zu finden. Neben fordernden Yoga-Formen wie Acro Yoga, Power Yoga, Anusara Yoga, Ashtanga bzw. Vinyasa Yoga, Bikram und Forrest Yoga bieten sich zum Beispiel auch Aerial Yoga, Integrales bzw. Sivananda und Iyengar Yoga an. Luna Yoga aber richtet sich ganz bewusst an die Frau und das zyklische Gleichgewicht.

Der zyklische Verlauf des Mondes

Luna Yoga verdankt seinen Namen dem zyklischen Verlauf des Mondes, der viel gemeinsam hat mit dem Lebensrhythmus der Frau, so befindet zumindest die Gründerin. Ohlig lernte als Journalistin Medizinerinnen und Schamanen weltweit kennen und absolvierte Aus- und Weiterbildungen zu Yoga sowie verwandten Körpertherapien wie Akupunktur, Ayurveda, authentische Bewegung, Cranio-Sacral-Therapie, Homöopathie und Naturheilkunde.

In den 1980er Jahren entwickelte sie aus diesen Erfahrungen Luna Yoga und ließ sich dabei inbesondere von der israelischen Physiotherapeutin und Tänzerin Aviva Steiner inspirieren, die ihr während einer Krankheit das System der menstruationsauslösenden Gymnastik beibrachte.

Der Sitz der Fruchtbarkeit

So fokussiert sich auch Luna Yoga auf die Bereiche des Beckens und der Geschlechtsorgane als Sitz der Fruchtbarkeit, des Svadhistana Chakras, des Sakral- oder auch Sexualchakras. Luna Yoga setzt, vor allem bei Frauen, neue Energien frei, steigert Fruchtbarkeit und Sexualität, löst kreative Blockaden und hilft, den eigenen Körper wieder intensiver wahrzunehmen. Es geht also in erster Linie um eine heilende Wirkung: Luna Yoga soll den weiblichen Zyklus regenerieren und harmonisieren.

Dazu werden sanfte Spürübungen, kraftvolle Dehnübungen und ausgleichende Atemübungen, die Pranayama, praktiziert. Die Asanas, also die Körperhaltungen, entsprechen dem klassischen Yoga und schulen Kraft und Beweglichkeit. Die ruhigen Spürübungen werden im eigenen Rhythmus ausgeführt und vertiefen die Durchblutung vor allem im Bauch- und Beckenraum, wo Spannungen gelöst und die Beckenmuskulatur gestärkt werden. Durch die verschiedenen Atemübungen lernen die Teilnehmer, den eigenen Atemrhythmus an die Stimmung und verschiedene Bedürfnisse anzupassen. Ergänzt werden die Übungen durch Entspannungstechniken und Meditationen.

Durch den Wechsel von Anspannung und Entspannung finden die Teilnehmer einen eigenen Rhythmus und erforschen ihre Bedürfnisse, Möglichkeiten und Grenzen. Sie sollen lernen, sich in ihrem Körper heimisch zu fühlen. Die tanzähnlichen Übungen wiederum beleben Körper, Geist und Seele, geben Freude und stärken das Selbstbewusstsein.

Video: So sieht Luna Yoga in der Praxis aus

Luna Yoga kann den Eisprung auslösen

Luna Yoga stärkt insbesondere die eigene Mitte und die Selbstheilungskräfte. Es fördert die Durchblutung des Beckens und harmonisiert den Hormonzyklus. So kann es bei allen Beschwerden in Zusammenhang mit Hormonschwankungen angewendet werden, etwa bei

Luna Yoga

Luna Yoga kann sogar den Eisprung auslösen.

Außerdem stärkt es die Fruchtbarkeit, auch im geistigen Sinne, die Selbstheilungskräfte, das Immunsystem und die Sexualkraft. Zudem wirkt es unterstützend in der Zeit nach urogenitalen Operationen sowie bei therapeutischen Prozessen.

Selbst bei einem unerfüllten Kinderwunsch kann Luna Yoga Besserung bringen, da sich durch regelmäßige Praxis sogar Eisprung und Menstruation auslösen lassen. So kann ein regelmäßiger Zyklus erreicht werden. Auch der Mann profitiert vom Luna Yoga, denn die Praxis verbessert die Samenqualität und macht potenter.

Luna Yoga ist für jede Frau geeignet, spezielle Vorkenntnisse sind nicht nötig. Fühlst Du Dich im Ungleichgewicht, ist es genau das Richtige für Dich. Hier geht es nicht ums Auspowern oder Kalorien verbrennen. Stattdessen wird mit langsamen und bewussten Bewegungen gearbeitet. Schulen gibt es hierzulande zahlreiche, und auch in Österreich, der Schweiz, Tschechien und Frankreich bieten Yoga-Lehrerinnen Kurse an.

Wer an einer Ausbildung zur Luna-Yoga-Lehrerin interessiert ist, der kann sich an Gründerin Adelheid Ohlig wenden und ihre Website besuchen. Sie bietet selbst die zweijährige Yoga-Ausbildung an. Dabei kann jede Luna-Yoga-Lehrerin individuell die Schwerpunkte ihres Unterrichts setzen. Wer sich für Luna Yoga interessiert, dem sei übrigens auch Hormon Yoga angeraten, das speziell auf die Wechseljahre ausgerichtet ist sowie Yin Yoga, eine weitere weibliche Form der Lehre.

Bildquelle: iStock/Jacob Ammentorp Lund, iStock/Ridofranz

Kommentare


Yoga & Pilates: Mehr Artikel