Geist und Körper

Was ist Yoga?

Katharina Lübkeam 11.07.2016 um 14:56 Uhr

Was ist Yoga? Yoga ist die Vereinigung von Geist, Körper und Seele. Yoga stammt aus dem Hinduismus und ist eine von sechs klassischen Schulen (Darshanas) der indischen Philosophie. Die Lehre umfasst sowohl geistige als auch körperliche Übungen. Der Begriff Yoga bedeutet so viel wie Vereinigen, Integrieren oder Anspannen. Gemeint ist damit, dass sich der Körper an die Seele spannt, um mit den Bewusstsein eins zu werden.

Im Hinduismus wird jeder Weg zur Selbsterkenntnis als Yoga bezeichnet, entsprechend gibt es zahlreiche Namen für die verschiedenen Yoga-Wege. Einige Formen haben die geistige Konzentration im Blick, andere körperliche Übungen, wieder andere die Askese. Hierzulande wird Yoga vor allem als gesunder Ausgleich zum Alltag praktiziert und gewinnt täglich neue Anhänger.

Was ist Yoga

Was ist Yoga? Die Jahrhunderte alte indische Lehre ist ein spiritueller Weg, Erleuchtung zu finden.

Geschichte des Yoga

In Indien fand Yoga schon Jahrhunderte vor Christus Anwendung. Die klassischen, überlieferten Yoga-Schriften stammen vermutlich aus dem 2. oder 4. Jahrhundert v. Chr. Sie beschreiben vier grundsätzliche Yoga-Wege:

  • das Raja Yoga oder auch Ashtanga Yoga sind die meditativ orientierten Stufen des Achtgliedrigen Yoga nach Patanjali, das Yoga der Meditation,
  • Hatha Yoga ist das Yoga des Körpers
  • Kundalini ist das Yoga der Energie
  • Jnana Yoga ist das Yoga der Erkenntnis, eine intellektuelle Richtung,
  • Karma-Yoga ist das Yoga der Tat, des selbstlosen Handelns,
  • Bhakti-Yoga ist das Yoga der Liebe, Verehrung und Hingabe an Gott.

Im ursprünglichen Verständnis gilt Yoga als rein spiritueller Weg, Erleuchtung durch Meditation zu finden, also dem Menschen inneren und äußeren Frieden zu geben. Obwohl es also um spirituelle Ziele geht, entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche körperliche Übungen, die sogenannten Asanas, die den Körper so kräftigen sollten, dass er lange im Meditationssitz ausharren konnte.

Weil die positiven Wirkungen für den Körper zunehmend erkannt wurden, entwickelten sich die Asanas weiter und wurden auch für sich genommen angewendet, etwa im modernen Hatha Yoga, das ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Europa auftauchte. Während traditionelles, indisches Yoga viele komplexe Lehren und Praktiken umfasst, wurde es in Europa und Amerika nur vereinfacht adaptiert.Schon Anfang des 20. Jahrhunderts öffneten in Berlin erste Schulen.

Was ist modernes Yoga?

Im modernen Yoga – seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – geht es zumeist um praktische Übungen, die entweder eher meditativ oder körperbezogen sein können. Die Anhänger nehmen Yoga als individuelle Bereicherung wahr, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen spielen dabei meist keine Rolle.

Dabei wird Yoga nicht als philosophisches System gelehrt, sondern mehr als Sport, bei dem es um die gesundheitsfördernden Wirkungen geht. Ob der gesundheitliche Aspekt das Kernziel oder nur eine Begleiterscheinung ist, hängt von der jeweiligen Schule ab. Meist verfolgen die Übungen heutzutage einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele in Einklang bringen soll. Das funktioniert schon, wenn Du im Alltag zwischendurch ein paar wenige Übungen machst. Es gibt leichte Yoga-Übungen, die so unkompliziert sind, dass Du sie bequem zwischen Aufstehen und Zähneputzen einschieben lassen.

Welche Formen des Yoga gibt es?

Neben Hatha Yoga, welches besonders für Anfänger geeignet ist, gibt es zahlreiche Formen und Schulen, darunter Acro Yoga, Anusara Yoga, Aerial Yoga und Ashtanga bzw. Vinyasa Yoga, welches sehr fordernd ist und perfekt für Frauen, die Kondition aufbauen wollen.

Weitere Formen sind Bikram und Forrest Yoga für Rücken und Bauch, Hormon Yoga für Selbstheilungskräfte, Integrales bzw. Sivananda und Iyengar Yoga. Auch Jivamukti, Kundalini und Kriya Yoga sowie Luna, Power Yoga und TriYoga sind beliebte Formen, ebenso wie Flow Yoga, Wellness Yoga und Yin Yoga.

Wie fördert Yoga die Gesundheit?

In den Unterrichtseinheiten werden Asanas, Phasen der Tiefenentspannung, Atemübungen sowie Meditationsübungen kombiniert. Das soll die Lebensenergie stimulieren und gleichzeitig zu innerer Gelassenheit verhelfen. Auch verbessern sich nachweislich die physische und die psychische Gesundheit. Yoga verbessert die Konzentration, die Beweglichkeit und die Kraft.

Auch für Schwangere gibt es spezielle Formen des Yoga.

Auch für Schwangere gibt es spezielle Formen des Yoga.

Yoga kann etwa bei Durchblutungs- und Schlafstörungen, Angst und Depressionen wie auch bei chronischen Kopf- und Rückenschmerzen helfen. Auch bei Stress kann Yoga ein geeignetes Mittel sein, da es beruhigend und entspannend wirkt. Es gibt sogar Yoga-Formen für spezielle Beschwerden, etwa das Hormon-Yoga für Beschwerden in den Wechseljahren oder Yoga für Schwangere. Heute praktizieren mindestens drei Millionen Menschen in 6000 Yogastudios und -schulen in Deutschland, die meisten davon sind Frauen.

Wichtig ist dabei immer, qualifizierte Yogalehrer zu konsultieren, Yoga als Ausgleich, nicht als übertriebenen Leistungssport zu betreiben und die Signale des eigenen Körpers ernst zu nehmen. In Deutschland haben übrigens auch die Krankenkassen die Wirkung anerkannt und übernehmen die Kosten für Yogakurse im Rahmen ihres Präventionsauftrags. Informieren kannst Du Dich zum Beispiel beim Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland.

Bildquelle: iStock/dislentev, iStock/shironosov

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