Essen riechen macht dick
Katharina Meyeram 06.07.2017

Mmmhhm! Was gibt es Schöneres als den Geruch seines Lieblingsessens, bevor man den ersten Bissen zu sich nimmt? Doch Vorsicht! Wie eine aktuelle Studie herausgefunden haben will, macht es dick, wenn man an seinem Essen schnuppert.

Unser Geruchs- und Geschmackssinn sind sehr eng miteinander verbunden. Wer sein Essen nicht riechen kann, kann es auch nicht schmecken. In einem Experiment mit Mäusen hat die Universität Berkeley nun herausgefunden, dass der Geruchssinn darüber hinaus auch Einfluss darauf hat, ob du durch dein Essen zunimmst.

In den Versuchen zeigte sich, dass Mäuse, die ihren Geruchssinn verloren hatten, auch an Gewicht verloren – und dass, obwohl sie genauso viel aßen wie Mäuse mit intaktem Geruchssinn. Diese hatten durch die fettreiche Nahrung ordentlich zugelegt und ihr Gewicht fast verdoppelt. Zusätzlich wurde festgestellt, dass Mäuse mit einem verbesserten Geruchssinn noch mehr und schneller zunahmen, als die anderen.

Geruchssinn beeinflusst die Kalorienverbrennung

Mäuse ohne Geruchssinn nehmen ab

Mäuse ohne Geruchssinn nehmen ab

Doch was bedeuten diese Erkenntnisse konkret? Sie legen zumindest nahe, dass es doch nicht ausschließlich auf die Menge der aufgenommenen in Relation zu den verbrannten Kalorien geht. „Diese Studie ist eine der ersten, die wirklich zeigt, dass eine Beeinflussung des Geruchszentrum verändern kann, wie das Gehirn die Energiebalance wahrnimmt und reguliert“, berichtet Céline Riera, die als Postdoktorandin an dem Experiment teilnahm und nun im Cedars-Sinai Medical Center beschäftigt ist.

Bisher wurde eher davon ausgegangen, dass Menschen, die ihren Geruchssinn verloren haben, deshalb abnähmen, weil ihnen damit auch die Lust am Essen vergangen ist oder der fehlende Sinn eine Depression ausgelöst hätte, die ebenfalls für Appetitlosigkeit sorgt. „Der Geruchssinn spielt eine Rolle im Stoffwechsel. Gewichtszunahme ist nicht nur abhängig von der Anzahl der aufgenommenen Kalorien, sondern hängt auch damit zusammen, wie diese Kalorien empfunden werden“, resümiert Studienautor Andrew Dillin, Professor für Molekular- und Zellbiologie. „Wenn wir dies auch beim Menschen nachweisen können, können wir vielleicht ein Medikament entwickeln, dass den Geruchssinn nicht beeinflusst, aber diesen metabolischen Kreislauf dennoch blockiert. Das wäre großartig.“

Woran könnte es liegen?

Eine Erklärung für diesen so krassen Zusammenhang zwischen dem Geruchssinn und der Gewichtszunahme sieht Riera darin, dass Mäuse sowie Menschen geruchsempfindlicher seien, wenn sie hungrig sind. Ein Verlust des Geruchssinns könnte also dem Körper vorgaukeln, dass man soeben gegessen habe. Auf der vergeblichen Suche nach diesen Kalorien bedient der Körper sich dann an den Fettreserven.

Natürlich kann man kaum versuchen, nicht mehr zu riechen, bevor man isst – außerdem würde dabei ja eine Menge des Essvergnügens wegfallen. Dennoch sind die Erkenntnisse dieses Experiments sehr interessant. Vielleicht kann dadurch sowohl Menschen, die ihren Geruchssinn verloren haben, als auch übergewichtigen Menschen geholfen werden.

Bildquelle: iStock/Wavebreakmedia, UC Berkeley


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Was denkst du?

  • LehmSieb757 am 08.07.2017 um 00:23 Uhr

    Kann man einfach widerlegen.. Es liegt an dem was im essen drinnen ist.. ein. Freund von mir hat keinen Geruchssin und ist eher stärker.. Studien an nicht menschlichen Tieren sind für Übertragungen auf den Menschen nicht 1zu1 geeignet.. Zu viele Faktoren die nicht berücksichtigt werdeb können

    Antworten