Elternführerschein!

specialEdition
von: specialEdition
am: 20.07.2012 10:16h
im Forum: Familie & Nachwuchs

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Hey Leute!

Kennt ihr auch das Gefühl, dass ihr wütend werdet, wenn ihr dumme Menschen auf der Straße seht? Zum Beispiel Jugendliche, die rumgrölen, sich nicht richtig auasdrücken können, über Ausländer schimpfen usw?
Kennt ihr auch das Gefühl, wie leid euch ein Kind tut, das zb. im Park von seiner Mutter peinhart ignoriert wird, obwohl es sie wirklich schlaue Dinge fragt bzw es ihr erzählen will?

Fakt ist: aus solchen Kindern wie unten beschrieben werden solche Jugendliche wie oben beschrieben. Aber wieso tun sie uns zuerst leid und machen uns dann wütend?

Tatsächlich können sie nicht wirklich was dafür- die volle Intelligenzleistung eines Menschen "prägt" sich nämlich bis zum vierten Lebensjahr aus- bis dahin entscheidet sich, wie intelligent der Mensch später werden kann. Das heißt, eigentlich haben das die Eltern in der Hand- da das Kind zu dieser Zeit noch nicht mal in der Schule ist.

Weiterer Fakt: Für ALLES braucht man eine Bescheinigung, Lizenz oder Ausbildung. Autofahren, gewisse Hunderassen, seinen Beruf (!), sogar sein Studium.
Aber bei so etwas wichtigem wie der Zukunft eines MENSCHENLEBENS braucht es oft nur eines: ein gerissenes Kondom.

Ich finde, es müsste Pflichtveranstaltungen für schwangere Frauen UND ihre Partner geben, die sie einige Male besuchen müssen und darüber aufklären, Warum die Erziehung so wichtig ist und ihnen die wichtigsten Regeln WIE diese funktioniert klar machen sollten!

Wer sieht das genauso?
ich studiere u.a. Psychologie/Philosophie und Biologie auf Lehramt und möchte mich später mal für dieses Thema einsetzen- wenn es sein muss auch politisch engagieren. Dieser Wunsch hat sich für mich nun immer mehr herauskristalisiert, weil ich solche Szenen in letzter Zeit oft beobachten musste.

"Du Mami, wo kommen denn die Kartoffeln her?" "Lass mich doch mal in Ruhe, du immer mit deinen dummen Fragen...".

Wo gibts Kritikpunkte? Dinge, die ich übersehen habe oder über die ich mir noch mehr Gedanken machen muss? Wer sieht das auch so?
Anregungen erbeten ;)
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35 Kommentare zu

Elternführerschein!

Alextchu
von: Alextchu, am: 21.07.2012, 17:28

ich finde die idee gut. Sie wird auch im buch 'generation doof' angesprochen.
aber ich frage mich eben, wie das durchgesetzt werden soll und obn das mit den momentanen gesetzen vereinbar ist.
was ist, wenn eltern da nicht hingehen? Soll die Mutter dann gezwungen werden abzutreiben oder ihr Kind nach der Geburt abzugeben und erst dann wieder bekommen, wenn sie die kurse besucht haben. Und wenn die eltern dann soweit sind, dass sie die kurse besucht haben: wie geht man sicher, dass sie auch etwas gelernt haben? Macht man einen abschlusstest? Wenn ja, stellt sich hier eine aehnliche frage wie oben: was ist, wenn die eltern den test nicht geschafft haben? sehen sie das kind erst dann, wenn sie den test erfolgreich bestanden haben? wenn das alles gut geht, steht ja noch nicht fest, dass sie das gelernte auch umsetzen. Kontrolliert man dann die eltern regelmässig und prüft, ob sie alles richtig machen? Reicht das jugendamt oder brauchen wir eine neue instanz?

Meine_Herrin
von: Meine_Herrin, am: 21.07.2012, 17:00

Wenn ich "Elternführerschein" höre, dann denke ich an etwas ganz anderes.
Nach deiner Erklärung denke ich da eher an die Mütterberatung zurück, schon mal was davon gehört?
Die Mütterberatung war an das Kindergeld gebunden (ich glaube es war das Kindergeld, kann aber auch eine andere Zahlung gewesen sein). Ging man nicht zur Mütterberatung, gab es kein Geld, ganz einfach.
Von wegen in der DDR war alles schlecht *augenroll

Ich halte es allerdings für falsch, Eltern erstmal generell in Generalverdacht zu stellen. Wenige negative Beispiele und prompt sind erstmal alle zu doof, bis auf ganz wenige Ausnahmen a la "Ausnahmen bestätigen die Regel".
So schlecht scheint die heutige Erziehung nichts desto trotz ja nicht zu sein, wenn es immer mehr Menschen gibt, die studieren können (Da du ja das Argument Ausprägung der Intelligenzleistung in den ersten Lebensjahren gebracht hast). Und nein, "Hartz4 Gören" sind NICHT die Regel.
Ich selbst habe persönlich nur sehr sehr wenige negative Erfahrungen mit schlechter Kindererziehung machen müssen.
Jeder hat aber auch eine andere Sicht, wie Erziehung ablaufen soll und ich wehre mich dagegen, mir von irgendjemand Fremden da rein reden zu lassen, nur weil der das irgendwann mal studiert hat. Deswegen weiß die Person das lange noch nicht besser.
Das sieht man ja auch am "Lehrerproblem". Jeder Depp kann Lehrer werden, muss dafür aber noch lange nicht mit Kindern umgehen können. Die meisten angehenden Lehrer kommen erst am Ende ihrer Ausbildung mit Kindern in Berührung! Da sehe ich persönlich aber auch gewaltigen (!) Handlungsbedarf. Aber das ist ein anderes Problem.... zurück zum eigentlichen Thema.

Auf der anderen Seite, habe ich aber derzeit auch das Problem, beobachten zu müssen, wie ein Kind emotional vernachlässigt wird. Der Kleine ist 3 Monate alt.
Körperlich gehts dem Kind super, alles worauf das Jugendamt wert legen würde, ein eigenes Bett etc. all das ist vorhanden. Er wird gefüttert, gewickelt, ist sauber angezogen und und und. Aber trotzdem....
Er wird aber nie hochgenommen, wird immer nur irgendwo abgelegt, den Schnuller sofort in die Gusche gestopft, sobald er anfängt zu "erzählen". Es ist diesbezüglich aber keinerlei Interesse seitens der Eltern da.
Die Oma des Kleinen kümmert sich dagegen total liebevoll um ihn. Auch andere. Er fängt sofort an zu lachen, sobald man sich mit ihm beschäftigt, ihn hochnimmt, mit ihm kuschelt. Man sieht richtig wie toll er das findet.
Was macht man da?
Wir haben mit den Eltern geredet. Erst Andeutungen gemacht, dann Klartext.
Es ist und bleibt aber die Sache der Eltern. Solche Kinder fallen eben durch´s Raster. Ihnen gehts gut und doch nicht.
Da hilft aber auch keine "Mütterberatung", keine Hebamme die sich in den ersten Monaten mit kümmert und Fragen beantwortet. Wenn kein Interesse da ist und die Eltern sich dagegen sträuben sich helfen zu lassen. Dieses Pärchen würde zwar diese Verantstaltungen besuchen, aber es würde sich nichts ändern. Was würdest du da vorschlagen, was würdest du machen?

Tja, auf der einen Seite will ich mir selbst nicht reinreden lassen, auf der anderen Seite rede ich anderen in ihre "Erziehung" rein, weil ich mir Sorgen um den Kleinen mache. Passt super zusammen, was? ;-)

FlotterKaefer
von: FlotterKaefer, am: 20.07.2012, 21:40

Ja, klar. War auch eher scherzhaft gemeint, fänd es auch sehr traurig, wenn es noch weniger Kinder gäbe.
Ja, vor allem stellen sie ja weniger Leute ein, obwohl welche gebraucht würden, weil es das Geld nicht gibt -.-

Nee, aber wenn man so in den Threads liest, sind viele so empört, wenn man in der Ausbildugn/Studium ein Kind bekommt, obwohl das gut machbar ist :)

pipilotavioleta
von: pipilotavioleta, am: 20.07.2012, 20:15

Naja, ich finde schon, dass der Staat auch arbeitenden Müttern die Möglichkeit geben sollte, trotzdem Kinder zu bekommen...weniger Kinder bedeuten weniger Arbeitsplätze (mein Traumberuf ist eigentlich Lehrerin, aber da sieht es ja auch immer mauer aus :( )

und ich finds überhaupt nicht schlimm, dass du ein Kind bekommst und studierst, ich bin 20 und Patentante von dem 4 jährigen Sohn meiner 19 jährigen Freundin, also kein Stress, ich hab bei sowas im normalfall überhaupt keine Vorurteile^^

FlotterKaefer
von: FlotterKaefer, am: 20.07.2012, 20:04

@Pipilotavioleta: Vllt. wäre das dann aber auch ganz gut ^^
Momentan gibt es, mMn, viel wesentlichere Gründe, warum man keine Kinder bekommen sollte - aber ausgerechnet die, die diese Gründe betreffen, bekommen ja ein Kind nach dem anderem.
(Wer mich als schwangere Studentin dazu zählen möchte, soll das gerne tun. Es reicht ja, wenn ich weiß, wie unsere Situation aussieht und inwieweit ein Kind bei uns "möglich" ist ^^)

specialEdition
von: specialEdition, am: 20.07.2012, 19:59

Hasi? das hab ich mir auch gedacht als ich den anderen Thread gelesen hab.

naja pipi, es geht ja nicht darum dass die Eltern dann nen "Test" bestehen müssen odeer so. Es geht nur darum dass sie sich aufklären lassen MÜSSEN. und ich denke, da wird die Geburtenrate nicht so stark sinken.

pipilotavioleta
von: pipilotavioleta, am: 20.07.2012, 19:39

mich würde ja mal ganz ehrlich Hasi1990's Meinung dazu interessieren...

Ansonsten ist die Idee super, wobei ich glaube, dass die deutsche Geburtenrate dann gegen 0 laufen würde, da die wenigsten in der Lage sind, ein Kind richtig zu erziehen!

specialEdition
von: specialEdition, am: 20.07.2012, 19:31

Mewchen: "Ich kann zwar verstehen, dass viel auf die Eltern geschoben wird, aber ein Jugendlicher von 14 Jahren ist doch ein eigenständiger Mensch, der weiß, was richtig und falsch ist."
Es geht aber nicht um dieses Alter. Es geht um das Kleinkindalter von 0-4 Jahren, indem das Kind seine grundlegenden Fähigkeiten, Kompetenzen und Intelligenzleistungen entwickelt. Außerdem prägen sich in dieser Zeit die wichtigsten Werte und Moralvorstellungen! (man darf anderen nicht weh tun etc pp). Um diese Zeit geht es. Und nicht um Pubertäre 14-Jährige, das ist ein völlig anderes Thema. Du hast am Thema komplett vorbeigeschrieben.

"Was soll ein Elternführerschein schon bringen?"
Ganz schön viel meiner Ansicht nach.
1. Aufklärung für frische Eltern.
2. NEUES auch für Eltern die schon viel wissen (es kann garantiert JEDER von solchen Veranstaltungen profitieren, denn alles kann man sowieso nie wissen!)
3. fundiertes Wissen darüber, wie man ein Kind fordert, überfordert oder unterfordert.
4. Wissen darüber, was ein Kind mit welchem Alter können MUSS oder sollte.

Normalerweise wissen Eltern, die nicht Pädagogik o.ä. studiert haben sowas nämlich nur, wenn sie sich dafür interessieren und sich darum kümmern- und es geht hier ja genau um die Fälle, die das nicht von alleine tun! Folglich ist das Beispiel deiner Tante völlig aus dem Zusammenhang gerissen und nicht schlüssig für diese Diskussion.
Die Pubertät ist nämlich noch mal ein ganz anderes Thema, um das es hier nicht geht.

"Deswegen halte ich vom Elterführerschein rein gar nichts, du kannst niemandem vorschreiben wie er sein Leben zu leben hat...
Und ich will selber bestimmen, wie ich mein Kind erziehe und welche Werte ich ihm vermitleln möchte."
Nochmal: Du verstehst das vorn und hinten nicht. Es geht nicht darum, Eltern einen Plan aufzuzwingen nach dem sie strikt vorgehen MÜSSEN. Es geht darum, Eltern zu erklären wie sie es machen KÖNNEN- und wie wichtig es ist, dass sie ihr Kind fordern usw.
Und natürlich kann man jemandem vorschreiben wie er sein Leben zu leben hat?! Niemand darf ohne Führerschein Auto fahren. Keiner darf andere ohne Bestrafung verletzen. Fast keiner darf seinen Beruf ohne Ausbildung ausüben- aber die Zukunft unseres Staates in der Hand haben indem er unsere Kinder erzieht- das darf er ohne jegliches Vorwissen?! Aha.

Pummel: Ja genau. Sie sollten dann kein Kindergeld bekommen bzw Strafen zahlen müssen- so wie man Strafe zahlen müsste, wenn man ohne Führerschein Auto fährt.
Soll ja schließlich PFLICHT sein. und Sozialfällen (die ihre Kinder psychisch Misshandeln was sehr, sehr oft nicht auffällt!) gehören die Kinder sowieso weggenommen.

pummel
von: pummel, am: 20.07.2012, 17:12

bin prinzipiell dafür, doch sowas gestaltet sich äußerst schwierig. man kann menschen zu nichts zwingen. was willst du ihnen androhen, wenn sie die veranstaltung nicht besuchen wollen? kindergeld streichen? :-D erziehung ist außerdem auch ansichtssache, es gibt viele richtige sowie viele falsche wege. außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass bei solchen eltern, wie man sie oftmals auf der straße beobachtet, so ein pflichtkurs überhaupt nicht fruchtet ...

FlotterKaefer
von: FlotterKaefer, am: 20.07.2012, 13:40

Ich studiere Pädagogik und habe Teile des Buches für ein Seminar (Entwicklung im Vorschul- und Grundschulalter) gelesen, wenn es in der Bib mal da ist, werde ich es wohl auch ganz lesen.
Finde jedenfalls, dass du Recht hast und solche Veranstaltungen fände ich auch sinnvoll. Einerseits weil viele Eltern gar nicht wissen, wie wichtig manche Dinge in den ersten Lebensjahren wären und ja offenbar auch viele Eltern sich überfordert fühlen. Ich vermut, wenn sie frühzeitig (also noch vor Geburt) Strategien lernen, wie man in gewissen Situationen handeln kann, um diese Überforderung zu vermieden/zu mildern, würden einige "Fälle" gar nicht so ausarten.
Dass da so an Mitarbeitern bzw. Geldern überhaupt gespart wird, finde ich ziemlich traurig. Da heißt es immer, Kinder sind die Zukunft und Deutschland tut so viel dafür.

@Mewchen: Natürlich geraten trotz guter Erziehung noch Kinder/Jugendliche auf die falsche Bahn und natürlich sollte man seinen Kindern auch seine Werte und Normen weitergeben - aber einige Leute sind nicht in der Lage dazu, ihre Kinder richtig zu fördern und ihnen vernünftige Werte zu vermitteln (Eltern, die ihre Kinder schlagen zum Beispiel).
Ich denke also eher, dass es in erster Linie um Aufklärung gehen sollte und nicht um Bevormundung und Aufklärung fänd ich schon sinnvoll. Ich bezweifel zwar, dass es grundsätzlich Erfolg haben würde, aber wenn es zumindest ansatzweise etwas bringen würde, wären wir schonmal weiter, denn man würde evtl. schon "Problemfamilien" von Anfang an erkennen und denen gleich und gezielt Hilfe anbieten. So gehen einfach viele Fälle unter und bei vielen Kindern/Jugendlichen kommt die Hilfe zu spät.

Feelia
von: Feelia, am: 20.07.2012, 13:14

ich machs kurz (weil ich meine meinung zu sowas schon oft genug in der EL kundgetan habe):ja mich kotzt es auch an,dass jeder depp kinder bekommen darf und dabei son scheiß bei rumkommt in vielen fällen...

sekhmet
von: sekhmet, am: 20.07.2012, 12:56

@onickl

ich gebe dir recht..
nur frag ich mich ob sowas jemals auch nur ansatzweise passieren könnte
momentan ist die lage ja so, dass beim asd soviele fälle (und dass sind die die auffällig sind/waren!) auf einen sachbearbeiter kommen, dass dieser nichtmal die laufenden fälle alle im auge behalten kann
da müsstest du die mittel bekommen unmengen neuer leute einzustellen- also, vergiss es -.-

onickl
von: onickl, am: 20.07.2012, 12:53

Ich könnt manchmal auch rasend werden, jeder - absolut jeder darf Kinder bekommen und die (abgesehen von wirklichen Hardcore-Fällen) auch nach seinem Gutdünken heranziehen.
Um wählen zu dürfen, brauchst du ein Mindestalter, um Auto fahren zu können einen Führersein, für die meisten Berufe eine Ausbildung oder aber einen Befähigungsnachweis. Sogar um kirchlich heiraten zu dürfen musst du beim Pfarrer ein "Seminar" besuchen - nur Kinder darf jeder beliebig bekommen, nennen und aufziehen!
Ich fänds total gut, wenn ans Kindergeld, also die Familienbeihilfe Auflagen gekoppelt wären und stichprobenartige Kontrollen bei absolut jedem durchgeführt werden würden!
Dabei mein ich jetzt kein StaSi-System sondern einfach wie die Zustände zu Hause sind, die Entwicklung des Kindes gedeiht und die Rahmenbedingungen sind.
Ich kenn Fälle, da kommt das Jugendamt einmal im Jahr, nach schriftlicher Vorankündigung (macht richtig viel Sinn), das ist die einzige Woche im Jahr, wo man den Fussboden sehen erkenn kann und im Kühlschrank was anderes als Bier und Milchschnitten sind!

Mewchen
von: Mewchen, am: 20.07.2012, 12:43

Ich kann zwar verstehen, dass viel auf die Eltern geschoben wird, aber ein Jugendlicher von 14 Jahren ist doch ein eigenständiger Mensch, der weiß, was richtig und falsch ist.
Was soll ein Elternführerschein schon bringen?
Meine Cousins sind das absolut perfekte Beispiel: meine Tante hat ihnen eine Supererziehung angedeihen lassen. Ergebnis: Der eine sitzt im Knast wegen Hehlerei und einiger Gewaltdilekte, der jüngere studiert Medizin, ist wohlerzogen und ein absolut vernunftbegabter junger Mann.
Meines Erachtens nach ist in der Erziehung nichts falsch gelaufen, sie haben eben nur ihre eigenen Entscheidungen getroffen
Deswegen halte ich vom Elterführerschein rein gar nichts, du kannst niemandem vorschreiben wie er sein Leben zu leben hat...
Und ich will selber bestimmen, wie ich mein Kind erziehe und welche Werte ich ihm vermitleln möchte.

Korni09
von: Korni09, am: 20.07.2012, 12:23

find ich auch. ich freue ich mich immer derart, wenn meine kleine ihr wissen bei den großeltern kund tut. wir, das heißt, mein mann und ich, versuchen immer auf alle fragen zu antworten und nach gutem gewissen unser wissen weiterzugeben. abends bluten mir dann oft die ohren und ich merke erst, wie anstrengend kindererziehung sein kann, wenn ich dann endlich mal zur ruhe komme. aber ich wollte es nicht anders ich wollte mein kind und nun muss ich eben auch "erziehen" und vorbild sein. mit ihren vier jahren ist sie manchmal schon fast neun mal klug ihresgleichen gegenüber. aber na gut... wer weiß, für was es später mal gut ist. einen elternführerschein fände ich auf keinen fall schlecht, denn man merkt so oft, wie überfordert manche eltern sind.
dementsprechend reagieren sie oft gereizt, aggressiv und unfair ihren kleinen gegenüber.

kiska1
von: kiska1, am: 20.07.2012, 12:09

natürlich werden die kinder auch durch den kindergarten beeinflusst, wobei es vielen erzieherinen auch an qualifikation fehlt. als die tochter von meinem freund 4 war, er holte sie vom kindergarten ab, kam die kleine von draußen mit schmutzigen händen rein und die erzieherin gibt ihr ein brot. mein freund fragte sie dann, warum sie ihr denn nicht sagt, sie solle sich doch die hände waschen, da antwortet sie ganz unhöflich: es ist nicht meine aufgabe ihr kind zu erziehen. das müssen sie selber machen.
diese "erzieherin"hat doch glatt ihren beruf verfehlt!

kiska1
von: kiska1, am: 20.07.2012, 12:00

es gibt ja schon "kurse" für zukünftige eltern und für die, die bereits eltern sind. in der ss hab ich an so einem kurs teilgenommen. es ging viel um erziehung, ernährung, spiele und spielzeug was ein kind wirklich fördert und auch erste hilfe bei kinderunfällen. ich fand den kurs super und kann so etwas nur empfehlen.
ich hab mich auch mal mit dem thema "einfluss der eltern auf kinder" befasst. die persönlichkeit des kindes und sein späteres leben wird im prinzip in den ersten 6 jahren gelegt. deshalb finde ich es sehr wichtig, wenigstens bis zu diesem alter die kinder gut zu fördern. danach natürlich auch, aber diese zeit ist die wichtigste.
von einer bekannten der 5 jährige sohn schreit sie an wenn er etwas nicht bekommt und sie gibt sofort nach. wie soll das denn später werden?

sekhmet
von: sekhmet, am: 20.07.2012, 11:54

@july

vorteil solcher veranstaltungen wäre neben der positiven wirkung für die erziehung natürlich auch dass man leuten früheztig hilfen anbieten kann. und dass man auch nen blick dafür bekommt, wer vielleicht welche hilfe benötigt damits nicht eskaliert.ist ja ansonsten nicht immer einfach eltern zu erreichen

julydreams
von: julydreams, am: 20.07.2012, 11:49

Ich ertappe mich auch oft dabei, wie ich mich über beschriebene Leute aufrege und mir tun die Kinder immer richtig leid, da sie ja eigentlich fast keine Chance haben.
Aber ich bin ganz ehrlich der Meinung, dass ein paar Pflichtveranstaltungen in diesen Situation auch nicht wirklich helfen. Ich glaube kaum, dass sich dadurch das Leben und die Einstellung der Leute ändern lässt.

sekhmet
von: sekhmet, am: 20.07.2012, 11:35

ok es geht dir nur um die intelligenzentwicklung..
naja leider ists ja auch so, dass viele eltern selbst gar nicht über den nötigen intellekt verfügen, ihre kinder so zu fördern wies vielleicht fürs kind das beste wäre..was willst du in sonem fall machen? da kannst du theoretisch ja nur auf andere personen vertrauen- erzieher, lehrer usw

sekhmet
von: sekhmet, am: 20.07.2012, 11:31

ich finde es schonmal nen guten ansatz dass es jetzt die frühen hilfen gibt, die immer weiter ausgebaut werden. so kann man wirklich schon ab geburt einigen dingen entgegenwirken und hilfe frühzeitig an den mann bringen

ja und dazu gehören natürlich auch qualifizierte personen im umfeld, aussreichend viele, das ist ja leider meist das problem


@athene

ich verstehe was du meinst

aber leider denken alle familien dass sie das ganz gut hinbekommen und da keine hilfe brauchen. bzw so gut wie alle
selbst die bei denen jeder aussenstehende die hände überm kopf zusammenschlägt
die eltern meines 9 jährigen den sie sexuell missbraucht haben sind auch der meinung der wollte das ja auch so,kuscheln und alles. mal als abschreckendes bsp

specialEdition
von: specialEdition, am: 20.07.2012, 11:29

sekhmet: klar, dass da noch viel mehr mitspielt ist mir auch klar. Aber hier geht es rein um die Intelligenzentwicklung. Und die spielt sich nun mal in diesen jungen Jahren ab.

specialEdition
von: specialEdition, am: 20.07.2012, 11:27

Man müsste eher bei Erziehern anfangen."

Athene: du hast NICHTS verstanden. "Ich bin ein Erwachsener Mensch und möchte gefälligst selbst entscheiden, wei ich mein Kind zu erziehen habe" . ES GEHT ABER NICHT UM DICH- sondern um einen neuen, eigenen Menschen der davon abhängig ist, wie Du ihn erziehst. Das ist ein Unterschied. DU bist ein Erwachsener Mensch und kannst zB. selbst entscheiden, wie du DICH ERNÄHRST, aber du solltest nicht selbst entscheiden können, wie du dein Kind ernährst !! (zum Beispiel jeden Tag Wurstbrot und sonst nichts, wie es leider in vielen Familien in D und auch in Österreich der Fall ist!) Verstehst du den Unterschied?!

"Ich weiß durchaus, wie wichtig eine Erziehung ist. Wer sich dafür interessiert, bekommt auch so genug Infos ohne irgendwelche Pflichveranstaltungen." --> Aber genau darum geht es doch... >>DU<< bist dir darüber bewusst, wie wichtig Erziehung ist- aber nicht JEDER. Und genau: Der, der sich INTERESSIERT bekommt genügend Infos. Die Probleme machen aber diejenigen, die sich NICHT INTERESSIEREN- und die Kinder von ihnen können nix dafür! DAS ist der Punkt. Das KIND eines uninteressierten Elternteils kann nix dafür und darf dann das Nicht-Interesse seiner Eltern ausbaden...

sekhmet
von: sekhmet, am: 20.07.2012, 11:07

ganz interessant finde ich z.b. auch dass selbst kurz nach der geburt adoptierte babys oder welche die direkt in pflege kamen, oft im späteren leben gravierende probleme bekommen bzw haben. selbst diese frühen je nachdem auch vorgeburtliche einflüsse sind enorm

sekhmet
von: sekhmet, am: 20.07.2012, 11:06

grundsätzlich stimme ich dir zu
allerdings reicht das dann nicht aus.. anfangs klappts meiner erfahrung nach oft noch ganz gut, wenn die kinder älter werden wirds dann schon schwieriger. manche problematiken bilden sich ja auch erst aus..auch seitens der eltern

aber ja,ich arbeite beim jugendamt und mich packt dennoch oftmals noch das absolute grauen über manche familienverhältnisse

Athene_
von: Athene_, am: 20.07.2012, 11:05

Also von Pflicht halte ich als Mutter nichts. ich bin ein Erwachsener Mensch und möchte gefälligst selbst entscheiden und bestimmen können wie ich mein Kind zu erziehen habe. Ich weiß durchaus, wie wichtig eine Erziehung ist. Wer sich dafür interessiert, bekommt auch so genug Infos ohne irgendwelche Pflichveranstaltungen. Man müsste eher bei Erziehern anfangen. Dennn die meisten Kinder in der heutigen Zeit verbringen mehr Zeit im Kindergarten als bei der eigenen Mutter. Bei meiner Tochter rückt die Zeit schon näher, wo ich mich für oder gegen einen Kindergarten
entscheiden sollte. Nach langer überlegung und Infoabenden in zig Kindergärten habe ich mich dafür Entshieden meine Tochter bis zum Vorschulalter selbst zu Hause zu Betreuuen. Erstens ist es der personalmangel. Manche Kindergärten haben einen Betreuungsschlüssen von 2:20!!!! In einigen Kindergärten beaufsichtih´gen 1 Erzieherin und eine Kinderpflegerin 25!!!!!! Kinder. Die Erzieher sind überfodert, genervt haben keine Zeit die Kinder aktersgemäß zu fördern. Vielen Erziehern fehlt eine vernünftige Ausbildung. Sowas wie Zahlen oder Buchstaben kennenzulernen- da fehlt es an der Zeit in meisten Kindergärten und so werden es mehr und Verwahrsnstalten. Damit bin ich als Mutter nicht zufrieden. Der Kindergarten hat einen Bildungsauftrag. Unter solchen Zuständen ist es aber nicht möglich diesen zu erfüllen.

maruthecat
von: maruthecat, am: 20.07.2012, 10:44

ja ich hab mit meinen freundinnen über dieses thema auch schon oft lang und breit diskutiert. das ist einfach eine schande.
zum thema nur die blöden pflanzen sich fort empfehle ich den film "idiocracy" ^^

übrigens leidet nicht nur das kind unter der schlechten betreuung sondern im endeffekt doch auch die gesellschaft... mit immer mehr "dummen" menschen, die überspitzt formuliert nichtmal nen job bekommen und uns steuerzahlern dann später auf der tasche hängen kann ne gesellschaft schlecht existieren.

specialEdition
von: specialEdition, am: 20.07.2012, 10:41

"Ihnen etwas aufzuzwingen ins meiner Meinung nach der falsche Weg, schließlich hat jeder ein recht auf ein eigenbestimmtes Leben und dazu gehört eben auch die Familiengründung." --> Das seh ich eben NICHT so. Aufklärung sollte PFLICHT sein, weil sonst das Problem nicht gelöst wird. Genau die Eltern nämlich, die sich für Erziehung sowieso nicht interessieren, also die Problemgruppe darstellen, werden sich nämlich für solche Veranstaltungen nicht interessieren. Und wie gesagt: in der SCHULE damit anzufangen, Eltern bei Elternabenden etc aufzuklären, ist zu SPÄT.
Mmn gehts hier nicht um "Selbstbestimmung" sondern eben um etwas Schützenswertes: Das Leben eines Kindes/Menschen. Und da sollte man nicht jeden Trottel sich selbst überlassen- denn das Kind leidet im Endeffekt darunter, nicht die Eltern!

"möglicher steuerzahler is steuerzahler." --> Die meisten in dieser "Gesellschaftsschicht" sind aber eben keine Steuerzahler, sondern Kosten für den Staat: Arbeitslosengeld, Kindergeld (weil sie eben im Beruf nicht genug verdienen!) andere Sozialleistungen etc pp.

Schellsissi: Ja, da hast du Recht. 90% meiner LA -Studienkollegen sagen, wenn man sie fragt warum sie denn LA studieren: "Mir ist nix anderes eingefallen". Da kriegt man echt das kotzen- immerhin ist es ein Beruf mit viel Verantwortung- genau wie Arzt oder Psychologe mMn.

Schellisissi
von: Schellisissi, am: 20.07.2012, 10:35

Meine Tante ist Geschäftsfrau und hat jetzt eine drei Jahre alte Tochter. Sie sieht ihr Kind überhaupt nicht. Morgens bringt sie meine Cousine in den Kindergarten, da wirds dann Nachmittags vom Kindermädchen abgeholt und meine Tante kommt dann meistens erst spät Abends so gegen elf Uhr nach Hause. Den ganzen Tag über gibt sie ihr Kind in die Hände anderer Leute. Ich finde, dass man diese Leute ebenfalls prüfen müsste, also Kindergärtner, Kindermädchen, Lehrer etc. Viele Menschen die so einen Beruf anstreben, haben leider oft einfach den Beruf verfehlt. Einer meiner Cousins studiert gerade Lehramt für Grundschule und er hat mir mal gesagt, dass viele seiner Mitstudenten kaum mit kleinen Kindern umgehen könnten. Ich finde wirklich, dass diese Leute geprüft werden müssten und zwar noch stärker, als es bisher der Fall ist.

Und außerdem finde ich, wenn man (wie meine Tante) keine Zeit für das eigene Kind hat, sollte man keine haben!

Angel_Eyez
von: Angel_Eyez, am: 20.07.2012, 10:31

jop is so. aber ich fürchte so lang deutschland nur panik schiebt weil auf drei alte nur noch ein kind kommt werden die nix tun was möglicherweise der vermehrung -und seis nur von erziehungsunfähigen eltern- nen riegel vorschieben könnte. kind is kind, möglicher steuerzahler is steuerzahler.

Girl_next_Door
von: Girl_next_Door, am: 20.07.2012, 10:28

Is halt die Frage, wie man was dagegen unternehmen kann. Ihnen etwas aufzuzwingen ins meiner Meinung nach der falsche Weg, schließlich hat jeder ein recht auf ein eigenbestimmtes Leben und dazu gehört eben auch die Familiengründung.
Bin da mehr für Unterstützung, Beratung, Förderung (in der Schule)... Sowas eben.

specialEdition
von: specialEdition, am: 20.07.2012, 10:26

Genau das ist es ja- und ich ertappe mich selbst beinahe jeden Tag dabei, wie ich auf dumme Menschen wütend werde- dabei können sie eigentlich nichts dafür (natürlich kann jeder bis zu nem gewissen Grad selbst was beitragen, aber Fakt ist: Intelligenz bildet sich eben in einem solchen Frühstadium aus!) - und dann tun sie mir Leid wenn ich mir vorstelle, was für eine unterfordernde Kindheit vor dem Fernseher sie wohl hatten.

Und leider stimmt es- die "dummen" Menschen pflanzen sich ja auch noch eher fort, weil sie sich nicht wirklich Gedanken machen, im Gegensatz zu den "Intelligenten" die das alles planen usw.

Girl_next_Door
von: Girl_next_Door, am: 20.07.2012, 10:23

ich*

Girl_next_Door
von: Girl_next_Door, am: 20.07.2012, 10:23

Seh is auch so. Es is echt traurig und schade, dass sich so viel Dummvolk fortpflanzt wie die Karnickel. Poppen kann eben jeder, nachdenken und/oder verhüten dagegen leider nicht. Da liegt wohl das Problem.

specialEdition
von: specialEdition, am: 20.07.2012, 10:19

Die Fakten hab ich übrigens aus den Vorlesungen "Entwicklungspsychologie I" und Entwicklungspsychologie II" , zu denen dieses, wirklich brilliante Buch empfohlen wurde: Siegler, Robert (et al.): Entwicklungspsychologie im Kindes und Jugendalter. 3. Auflage. Spektrumverlag.

für interessierte: http://www.springer-spektrum.de/Buch/978-3-8274-2878-3/Entwicklungspsychologie-im-Kindes--und-Jugendalter.html

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