Wir, die Super-Opportunisten
Die Generation der 20-30 Jährigen wird als Generation der Super-Opportunisten bezeichnet. Wir sind faul, haben keine Disziplin, drücken uns vor der Arbeit. Wir machen lieber x Sprachaufenthalte als uns wirklich auf etwas zu konzentrieren und wir haben immer einen Plan-B auf Lager. Und genau aus diesem Grund sagt man auch dass wir nicht erfolgreich sein können. Denn Erfolg habe man erst dann wenn man etwas stetig und ordentlich tue.
So, das habe ich jetzt an mehreren Orten gelesen. Ich weiss nicht, ich kann mich eigentlich total mit dem Super-Opportunisten-Zeug identifizieren. Ich würde mich zwar weder als faul noch als verschwenderisch und auf-Pump-lebend bezeichnen, was weitere Eigenschafrten sind... Aber ich habe auch meistens einen Plan B auf Lager und ich will nicht erfolgreich sein so hart arbeiten, nur um mit 80ig einzusehen, dass ich nicht gelebt habe, weil ich immer gearbeitet habe. Ich möchte einfach mein Leben geniessen und auch wenn ich keine Kohle gescheffelt habe, werde ich glücklich sein...
Wie denkt ihr darüber? Könnt ihr auch damit identifizieren und findet ihr diese Lebensweise schlimm?
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Wir, die Super-Opportunisten
@juicyBerry Die Studie "Super-Opportunisten" wurde, wie ich schon erwähnte, vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) durchgeführt.
Nachzulesen ist sie in einem kurzen Exposé etwa hier
http://www.gdi.ch/de/publikationen/gdi-studien/twenty-somethings und natürlich wurde sie auch sehr breit in der Presse rezipiert.
Warum eine Studie dauerhafte Lösungen bieten soll, erschließt sich mir nicht wirklich, da in geisteswissenschaftlichen Disziplinen wie der Soziologie oder der Marktforschung schon die Studie das Ziel der Arbeit ist. Die Interpretation des Ergebnis obliegt dem Leser oder dem Feuillton. Manchmal sagen zwar auch die Verfasser etwas zu einer Studie, aber meistens ist das Rezipieren die Aufgabe des Auftraggebers.
Tatsächlich identifiziere ich mich teilweise mit dem, was AniRasmussen schrieb.
Erschreckend?
Nöö. Ich bin in der Lage mich selbst zu reflektieren und ist somit auch nichts Neues für mich und meine Lage, da ich schon im Vorfeld auf die Ursachen eines Verhaltens informiere.
Wozu soll die Studie nützen, wenn eh nicht viel Wert auf wirklich dauerhafte Lösungen gelegt wird bzw. nicht zielstrebig daran gearbeitet wird.
Oder irre ich mich da?
Noch was:
Wie wurde die Studie durchgeführt und von wem?
Hinter dieser These steckt das GDI, die bereits im September diesen Jahres ihre Studie zu den sogenannten „Super-Opportunisten“ veröffentlichten. Die freie Zusammenfassung der Threadstellerin ist meiner Meinung nach etwas verunglückt.
Primär geht es um das Phänomen des Emerging Adulthood. Die vielen (gesellschaftliche, ökonomischen etc.) Unsicherheiten unserer Zeit zwingen uns junge Menschen zu übermäßiger Flexibilität, aber verleiten auch zunehmend dazu sich nicht mehr festlegen zu wollen bzw. klare Stellung zu nehmen. Viele verharren in der jugendlichen Passivität und glauben sich in einer Opferrolle innerhalb einer komplexer werdenden Welt. Damit verweigert man sich Verbindlichkeiten und Verantwortung.
Plan B meint in dieser Studie die permanenten Exit-Strategien, mit denen man sich sprichwörtlich versucht aus der Affäre zu ziehen, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden.
Einerseits ist unsere Generation also der Studie nach erschreckend unselbständig, verantwortungsscheu und narzisstisch, doch gleichzeitig andererseits flexibler und anpassungsfähiger als frühere Generationen.
Der Begriff des Opportunisten bzw. des Opportunismus ist übrigens – Studie hin oder her – nichts, womit man sich schmücken kann. Der Opportunist nutzt jede günstige Gelegenheit ohne Rücksicht auf Konsequenzen oder eigene Wertvorstellungen zu seinem Vorteil. Die Zweckmäßigkeit wird also über die Grundsatztreue gestellt.
Diese Studie sollte auf jeden Fall zur neuen bzw. erneuten Selbstobjektivierung und Selbstreflexion einladen.
Hm naja, irgendwen muss es doch geben auf dem rumgehackt werden kann, oder? Find mich auch im größten Teil der "Expertenaussagen" wieder, finde aber wirklich überhaupt! nichts schlimmes daran - sollen sie halt meckern, wir werdens ja eh sein, die sie später durch die Rente füttern:)
@lucy: ich bin Studentin und arbeite nicht nebenbei, studiere auch so ziemlich "ohne Plan" und mach meine Studien nur, weil sie Spaß machen (Wirtschaftswissenschaften, Kunstgeschichte) - bin also genau deine Zielgruppe:). Aber wieso muss man schon vor dem Studium seinen zielstrebigen Lebensplan perfekt ausgearbeitet haben? Für mich bedeutet das Wort "Studium" ein vertieftes Eintauchen und Erlernen einer Sache / Wissenschaftsrichtung etc. und eben KEINE Ausbildung! Studieren sollte nicht, und da stimme ich dir zu, als was "besseres" gesehen werden als berufsvorbereitende Wege (also Ausbildung, Lehre etc) - aber es sollte auch selbst nicht als Berufsvorbereitung gesehen werden, sondern als Lebensvorbereitung / Selbstentwicklung usw.!
...und ja, was ist Erfolg? Ich find man kann das eben nicht so pauschalisieren mit dem Spruch immer "besser, schneller und intelligenter" als alle anderen zu sein - Erfolg ist, meiner Meinung nach, eher das prsönliche Ziel erreicht zu haben. Da sind eigentlich die heutigen "twentysomethings" eh gut dabei... bloß unsere Ziele und Wünsche sind oft andere als die der Generationen davor.
So. Dampf abgelassen:)
Nachdem ich immer gearbeitet hab, meine Kids zwar anders und früher als geplant gekommen sind, ich aber uns alle versorge und mich wie ein "wertvolles Mitglied der Gesellschaft" benehme, zieh ich mir den Schuh ganz einfach nicht an :)
von: Strawberry_Lime, am: 14.12.2011, 14:16
@feelia: bei den Sprachaufenthalten sagen die Experten, dass man sie macht, weil man zu faul für anderes ist, zu faul fürs Arbeiten zB.
und das mit dem plan b find ich auch wichtig und richtig. Anscheinend heisst das dann aber, dass man sich nicht voll für den einen Job einsetzt? Ich weiss es nicht...
das is echt total unsinnig...fremdsprachenkentnisse sind doch wichtig in vielen bereichen und auslandsaufenthalte sind immer gut,oft zwingend erforderlich^^und ne sprache zu vertiefen,weiterzulernen ist ja nun mal auch arbeit.also nee das is ja echt murks...
und das mit deren aussage zu dem plan b auch.denn man muss doch heutzutage zwingend beides mitbringen:den ehrgeiz haben,sein (liebstes)berufsziel zu erreichen und dafür eben alles tun-und eben auch wissen,wos lang geht,wenn plan a nicht aufgeht.sowas nenn ich weitsicht-und das is generell was gutes.
möcht echt mal wissen,was für experten das sind...xD
ps:ich zähl mich wohl zur generation praktikum (weils nun mal faktisch so is)-aber dass jemand wie ich (zielstrebig,fleißig,ehrgeizig,vorausschauend planend) von solch sogenannten experten gern mit faulen, planlosen leuten in einen topf geworfen wird,ist mMn echt ne frechheit...
@feelia: bei den Sprachaufenthalten sagen die Experten, dass man sie macht, weil man zu faul für anderes ist, zu faul fürs Arbeiten zB.
und das mit dem plan b find ich auch wichtig und richtig. Anscheinend heisst das dann aber, dass man sich nicht voll für den einen Job einsetzt? Ich weiss es nicht...
trifft auf mich absolut nicht zu,nö.und ich denk auch nicht,dass es auf die allgemeinheit der 20-30 jährigen (zu denen ich seit kurzem nicht mehr gehöre...) so sind.klar nimmt zb nicht jeder studi sein studium so ernst,wie es sehr zielstrebige personen tun,aber ich find,dass die tatsache,dass es immer mehr studenten gibt,wohl gegen den vorwurf der angeblichen faulheit spricht...denn geschenkt wird keinem studenten was,bringste keine leistung,haste nachher auch keinen abschluss.
zur verschwendung:seh ich auch nicht in meinem umfeld,im gegenteil.und nicht jeder,der schulden macht,tut das weil er im luxus lebt oä-ich zb verschulde mich zwangsweise für mein studium,da es anders nicht zu finanzieren wär^^
und die punkte mit den sprachaufenthalten und dem plan b check ich net.denn:sprachreisen zb sind was gutes und wichtiges in vielen fachbereichen.und nen plan b sollte man mMn IMMER haben!ich hab meist etliche notfallpläne in petto,man muss heutzutage nun mal flexibel sein-und das bin ich.auch wenn ich mein berufsziel zu 100% klar vor augen habe(und den weg dahin...)
also nein ich find mich da gar nicht wieder.und auf die leute,mit denen ich viel zu tun habe,triffts ebenfalls nicht zu-die haben allesamt ambitionen und sind nicht zu faul,ihre jobs gut zu machen.(sonst hätt ich auch nichts mit denen zu tun,weil diese menschen dann nicht meinem niveau entsprächen.)
ich finde mich auf jeden fall wieder in dem was du beschreibst, ich bin zwar nicht faul, gehe arbeiten und alles, aber will mich auch nicht totknüppeln. verschuldet bin ich gar nicht, noch nie schulden gehabt und wird auch so bleiben. plan b..? hm, hab ich so jetzt nicht. was kommt das kommt. aber ich glaube, das wir so sind (wenn man das überhaupt verallgemeinern kann) liegt vor allem an unserer situation. unsere jobs sind nicht mehr gesichtert und meist kriegen wir keinen angemessenen lohn, warum also unendlich sich mit der firma identifizieren und sich den arsch aufreißen? so seh ich das. liegt sicher an ganz vielen faktoren, aber das ist bestimmt ein entscheidender.
Toll, dass es schon ein paar kommentare hat ;)
Also mal für meinen Teil:Auch auf mich treffen nicht alle "Muster" zu. Ich bin zum Beispiel nicht verschwenderisch, habe sogar ziemlich viel Geld auf der Seite, wie gesagt ich bin nicht faul etc.
Ich hab einfach das Gefühl, mich nicht auf EINE Richtung festlegen zu wollen...Ich weiss nicht... irgendwie wird alles langweilig mit der Zeit. Und es gibt auch soviele Sachen die mich interessieren, da kann man sich ja gar nicht festlegen.
Zum Thema Erfolg: Ich weiss einfach nicht ob Erfolg alles ist. Kommt natürlich auch wieder auf die persönliche Definierung an. Wie Sahnekeks bereits gesagt hat, man kann auch viele verschiedene Arten erfolgreich sein.
Schlussendlich will ich einfach Leben und das tun, was mir Freude bereitet, und nicht den ganzen Tag im Büro versauern, Tag für Tag...
Ob die Leute, welche x-Sprachaufenthalte machen jetzt faul, undiszipliniert und arbeitsscheu sind, sei mal dahingestellt. Aber was ich in dieser Generation ganz krass bzw. schlimm finde, viele gehen einfach mal so studieren, obwohl sie keinen Plan haben was sie später damit anfangen wollen. Man geht einfach mal studieren damit man etwas macht und nicht den ganzen Tag zu Hause rumsitzt oder weil man keine Lust auf ne Ausbildung/Arbeit hat (Studium ist ja besser^^). Es ist ja auch einfacher geworden, einen Studienplatz zu bekommen, mit all diesen Fachhochschulen und was es noch so gibt. Aber viele von diesen Studenten haben null Ahnung vom Leben/Arbeiten, wenn sie mit dem Studium fertig sind, haben aber trotzdem das Gefühl als wären sie 'weiss-ich-wer', das kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Muss auch gesagt sein: Es trifft längst nicht auf alle zu. Vor Allem diejenigen, welche ein berufsbegleitendes Studium machen oder neben dem Studium noch arbeiten zählen nicht dazu.
Dass viele verschwenderisch sind und auf Pump leben trifft auch nicht nur auf 20-30 jährige zu, gibt viele Ü30 welche verschuldet sind auf Grund von Leasingverträgen, etc.
Und was ist Erfolg? Ich möchte schon erfolgreich sein, allerdings nicht mit 300% Einsatz, nur damit ich x-1000 auf dem Konto habe. Was ich für mich persönlich als erfolgreich bezeichne: Einen Job zu haben, der mir in erster Linie Spass macht und bei dem ich auch genug verdiene, soviel, dass ich mir ein Mal im Jahr einen Urlaub gönnen kann oder mir eine etwas teurere Wohnung leisten kann oder sowas. Und ich finde diesen Satz stimmt irgendwie: "Denn Erfolg habe man erst dann wenn man etwas stetig und ordentlich tue." Ob man jetzt da von 16-70 immer nur arbeitet oder dazwischen studiert oder eine Weltreise macht ist ja egal. Jeder verfolgt seine eigenen Ziele und wenn diese erreicht sind, ist man erfolgreich. Und ein Ziel kann man ja nur erreichen, wenn man es 'stetig und ordentlich tut'.
nö ich kann mich damit nicht identifizieren... ich hab schon immer ein ziel vor augen und arbeite drauf hin! ich will zwar mein leben nicht nur mit arbeit verbringen, aber ich will trotzdem erfolgreich sein in meinem beruf... und damit ich mir am ende nicht denke "und wofür tust du dir das alles an?" hab ich mir einen beruf ausgesucht, der mir spaß macht und der mir trotzdem ein "leichtes" leben ermöglichen wird, d.h. ohne geldsorgen und stress rund um die uhr...
ich find die aussage übrigens total abwertend... so "alte menschen-gewäsch"... immer nur sagen die jugend kann nix mehr, ist faul, hat keine ziele, keine disziplin... stimmt in meinem umfeld absolut gar nicht... jeder meiner freunde hat ein ziel im leben und ist auf dem besten weg es zu erfüllen!
Würde mich auch nicht als faul bezeichnen sondern eher als "aufwandsorientiert"! ;-) aber ich glaube für viele sprechen zu können wenn ich sage dass ich immer versuche den größtmöglichen erfolg mit dem geringsten aufwand zu erreichen! warum sollte ich mir mehr arbeit antun als notwendig wenn es auch anders geht!
Und sollte es, wie du schon sagtest, nicht so funktionieren wie ich will dann zücke ich eben meinen plan-b! ;-) den gibt es zwar nicht immer aber doch immer öfter! allerdings würde ich von mir behaupten dass ich schon diszipliniert bin, zumindest in dingen die nicht nur mich betreffen (bei meinem "Sportprogramm" bin ich alles andere als diszipliniert, aber das betrifft ja niemanden sonst :-D )!
ich habe auch keine lust arbeiten zu gehen bis ich auf der arbeit sterbe und da in die restmülltonne geworfen werde, ich will was von meinem leben haben und es auch leben! wie sagt man so schön: ich arbeite um zu leben und lebe nicht um zu arbeiten!
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