Freud oder Leid?

Fast Fashion – jeden Tag ein neuer Modetrend

Cindy Boehmeam 20.04.2016 um 17:35 Uhr

Viele kleiden sich gerne stets dem neuesten Trend entsprechend. Shirts mit Eulenprints? Die sind so last season. Doch nicht nur die Trends wechseln ständig. Kaum präsentieren Designer ihre neuen Kollektionen auf einer Fashion Week, imitieren große Retailer die Looks und verkaufen sie. Diese immer schneller werdende Dynamik nennt sich Fast Fashion und hat ihre Schattenseiten.

Es gibt keine feststehende Definition von Fast Fashion. Im Wesentlichen umfasst der Begriff aber zwei Dinge. Zum einen bezieht er sich auf das schnelle Kopieren von modischen Trends, die direkt vom Laufsteg auf den Kleiderstangen von Zara und Co. landen. Zum anderen zählt zum Prinzip von Fast Fashion aber auch die gewachsene Anzahl an Kollektionen, die Modehäuser verkaufen. Während es bei Designern ursprünglich jeweils eine Frühjahr/Sommer-Kollektion und eine Herbst/Winter-Kollektion gab, hat sich die Anzahl der gelaunchten Kollektionen massiv vervielfacht. Was für die Design-Labels gilt, gilt für die Modeketten von H&M über Primark bis hin zu Mango natürlich doppelt. Ein Blick in die entsprechenden Online Shops bestätigt das Gefühl: Im Grunde trudeln hier im Wochentakt neue Klamotten ein, die zum Shoppen einladen. Und natürlich sind die Kleidungsstücke bei diesen Anbietern viel erschwinglicher als ihre Vorbilder auf den Laufstegen.

fast fashion

Modeketten wie Zara haben fast jede Woche neue Klamotten im Store. Kann das gut sein für die Umwelt?

Das Modebusiness wird immer schneller und produziert immer mehr Abfall

Das Problem, das sich aus diesem immer schneller drehenden Modekarussell ergibt, ist natürlich in puncto Nachhaltigkeit zu finden. Während man früher beim Einkaufen noch mehr darauf geachtet hat, ob die Klamotten eine gute Qualität haben und somit länger halten, scheint das heute beinahe egal zu sein. Stattdessen geht es den meisten Konsumenten darum, möglichst viele aktuelle Teile zu besitzen. Die Qualität ist da weniger interessant – die meisten Kleidungsstücke sind in der nächsten Saison sowieso out, werden dann weggeworfen und ausgetauscht.

Ein Besuch auf dem Flohmarkt macht nicht nur Spaß, sondern ist auch noch umweltfreundlich.[/caption]

Was kann man Fast Fashion entgegensetzen?

Auch wenn es schön ist, immer wieder neue Klamotten zu haben, und Shopping glücklich macht, kannst Du Fast Fashion einiges entgegensetzen. Du musst ja nicht gleich komplett aufhören, Klamotten zu kaufen. Wir haben einige Tipps für Dich zusammengetragen, wie Du Mode konsumieren und trotzdem auf die Nachhaltigkeit achten kannst:

  • Kaufe weniger und bewusster ein. Brauchst Du wirklich das dritte schwarze Sweatshirt mit V-Ausschnitt? Nein? Dann lass es im Laden liegen.
  • Setze auf umweltfreundlich und sozial produzierte Mode. Die sogenannte Öko-Mode boomt. An verschiedenen Gütesiegeln kannst Du erkennen, ob Deine Hose fair produziert wurde und sie dann ohne schlechtes Gewissen tragen.
  • Kaufe gebrauchte Kleidung und verkaufe Deine eigenen Sachen, die Du nicht mehr brauchst. Secondhand ist in. Das liegt nicht nur an zahlreichen Moderevivals, sondern auch daran, dass es einfach besser für die Umwelt ist, wenn Kleidung nicht sofort weggeschmissen wird. Vielleicht hat jemand anderes noch Freude an Klamotten, die Dir nicht mehr gefallen. Eine tolle Alternative zum gebraucht Kaufen und Verkaufen: Organisiere Tauschpartys mit Deinen Freunden.
  • Upcycle Deine Kleidung. Vielleicht ist Dein Kleid etwas eingelaufen und nun zu kurz? Du musst es nicht sofort wegwerfen. Stattdessen könntest Du es kürzen und ein Oberteil daraus nähen. Wenn Du selbst nicht nähen kannst, könntest Du Deine Sachen zum Schneider bringen. Upcycling macht Sinn und gibt Deinen Kleidern ein neues Leben.

Bildquellen: iStock/ luanateutzi, iStock/ tupungato, iStock/ZoneCreative

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