GB sagt Nein!

Gucci: Kampagne wegen Magermodels verboten!

Daniel Schmidtam 07.04.2016 um 10:27 Uhr

Das italienische Luxus-Modehaus Gucci macht derzeit jede Menge Schlagzeilen. Statt der neuen Designs sind es aber die Magermodels, die im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Weil die Damen viel zu dünn aussehen, hat Großbritannien die Bilder mit den dürren Models verboten.

Magersucht und andere Essstörungen sind ein ernsthaftes Problem. Das findet auch die britische Werbeaufsichtsbehörde ASA und verbietet kurzer Hand bestimmte Bilder aus der aktuellen Gucci Kampagne.

Die Models sähen „ungesund dünn“ aus, lautet die Begründung. Die betroffenen Models Madison Stubbington und Avery Blanchard hätten einen zu dünnen Oberkörper, der unproportional zum Rest des Körpers wirke. Auch der Gesichtsausdruck der Magermodels und das blasse Make-Up würden dazu beitragen, dass sie ausgemergelt aussehen. Angestoßen hat das Verbot nur eine einzige Beschwerde, die bei der ASA im letzten Dezember eingegangen war und die sich auf den zur Kampagne gehörigen Werbespot bezieht. Dieser war auf der Homepage der Times veröffentlicht worden. Auch, wenn die Entscheidung für den britischen Markt endgültig ist, ist man bei Gucci offensichtlich nicht begeistert .

Gucci zeigt wenig Einsicht

Im Hause Gucci steht man jedoch zu den Entscheidungen, die superdünnen Magermodels für die Kampagne gebucht zu haben. Die Werbung ziele auf ein „älteres, anspruchsvolleres Publikum“ ab, heißt es in einem Statement von Gucci und deren Mutterkonzern, dem französischen Luxushaus Kering. Die Einschätzung, dass die Models zu dünn sind, sei rein subjektiv, heißt es weiter. Spitze Knochen seien in der Kampagne nicht zu sehen und beim Licht habe man darauf geachtet, die Models nicht zu dürr erscheinen zu lassen.

Gucci Kampagne verboten Magermodels

Subjektiv oder nicht: Dieses Bild aus der Gucci Kampagne ist ebenfalls verboten worden.

Magermodels auch bald nicht mehr auf der Fashion Week?

Nicht nur in der Werbung möchte Großbritannien keine Magermodels sehen, auch vom Laufsteg sollen die dürren Dinger verbannt werden. In Planung ist ein Gesetz, laut dem Models unterhalb eines gewissen, gesunden Bodymaß-Index nicht mehr auf dem Laufsteg arbeiten dürften. Ähnliche Gesetze gibt es bereits in Frankreich, Italien und Israel.

Merkwürdig, wie unterschiedlich Schönheit wahrgenommen werden kann. Die wirklich sehr, sehr dürren Models sehen für uns auf jeden Fall krank aus, aber es scheint ja auch einigen zu Gefallen. Hoffentlich hilft das Verbot in Großbritannien dabei, Frauen ein besseres Körperbild zu vermitteln.

Bildquelle: Gucci

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