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Gegen Trump

Make Love Not Walls: Diesel setzt ein Zeichen

Nina Rölleram 16.02.2017 um 14:41 Uhr

In politisch brisanten Zeiten wie diesen ist es fast unmöglich, sich nicht zu positionieren. Immer mehr amerikanische Fashion-Labels bringen daher ihren Unmut über die Politik des neuen US-Präsidenten zum Ausdruck. Die Denim-Marke Diesel hat nun eine gleichzeitig plakative sowie künstlerische Kampagne für ihre aktuelle Kollektion veröffentlicht, in der nicht nur hippe Jeans vermarktet werden, sondern auch gegen die Mauerbau-Pläne Donald Trumps protestiert wird. Warum der aufwendig produzierte Werbefilm und die Plakate unter dem Motto „Make Love Not Walls“ allerdings nicht nur auf begeisterte Zustimmung stoßen, erfährst Du hier.

Love doesn't do boundaries. Neither do we. #MakeLoveNotWalls #SS17 #Diesel

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Warum sich das Jeans-Label politisch positioniert

Nachdem die Modeketten Nordstrom und Burlington Coat Factory in den letzten Wochen bereits für Aufruhr gesorgt haben, indem sie aus Protest gegen Trump die Bekleidungslinie seiner Tochter Ivanka aus dem Sortiment nahmen, zieht nun Diesel mit einer noch eindeutigeren Kampagne nach. Unter dem Motto Make Love Not Walls präsentiert die Jeansmarke ihre aktuelle Kollektion in einem aussagekräftigen Video, das eigens von renommierten Fotografen und Regisseur David LaChapelle produziert wurde. Der Titel sagt bereits alles: Der Werbefilm richtet sich klar gegen den geplanten Mauerbau an der US-amerikanischen Grenze zu Mexiko. Doch nicht nur das: Diesel hat zusätzlich ein Statement veröffentlicht, in dem es heißt, dass die Kampagne bewusst in diesem historischen Moment veröffentlicht wurde, in dem Hass, Mauern und Angst vorzuherrschen scheinen.

It's the season of love. See it. Celebrate it. Spread it. #MakeLoveNotWalls #SS17 #Diesel

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Die Message hinter der Make Love Not Walls-Kampagne

Im Video zur Kampagne wird nicht an eindeutiger Symbolik gespart: Models, Balletttänzer und bekannte Travestiekünstler durchbrechen eine Mauer mit einem regenbogenfarbenen Panzer. Ein bisschen fühlen wir uns dabei an den Ärzte-Song „Friedenspanzer“ erinnert. Durch das herzförmige Loch in der Mauer können sich schließlich die Menschen von beiden Seiten begegnen und zelebrieren freudig das Leben und die Liebe. Mit der Wahl ethnisch diverser und queerer Models will Diesel zudem ein Zeichen gegen Trumps konservative Weltansicht setzen. Hier kannst Du Dir den Werbefilm ansehen:

Kritische Reaktionen auf die Diesel-Kampagne

Natürlich möchte Diesel mit der Make Love Not Walls-Kampagne nicht nur ein politisches Statement setzen, sondern auch Kleidung verkaufen. Auf der Webseite des Unternehmens heißt es großmundig „Get the Uniform for Change“, also sinngemäß: Mit dem Kauf dieser Jeans kannst Du Deiner politischen Haltung gegen Trump Ausdruck verleihen. Ganz schön mutig, schließlich sind nicht alle US-Bürger Gegner des neuen Präsidenten. Wie zu erwarten echauffieren sich daher auch einige womöglich nun ehemalige Diesel-Kunden über den gewagten Spot.

Vielen Usern wie diesem missfällt es, dass ein Bekleidungshersteller sich politisch positioniert und in Kauf nimmt die Hälfte seiner Kundschaft zu vergraulen, anstatt sich neutral zu verhalten. Doch Diesel scheint fest bei seiner Einstellung zu bleiben und entgegnet diesen Facebook-Usern, dass die Marke für Liebe, Zusammenhalt und Freiheit stünde und „Make Love Not Walls“ in Zeiten wie diesen absolut angebracht sei.

Wiederum anderen scheint die Message von Diesel einfach zu plump zu sein. Diesem Facebook-User zufolge würde Diesel mit der Kampagne einfach nur auf den Zug aufspringen und beweise mit dem Spot keine Kreativität, da schon genügend andere Firmen sich eindeutig positioniert hätten.

Wenn sich eigentlich unpolitische Firmen einmischen, kann man durchaus geteilter Meinung sein und die Motive solcher Kampagnen hinterfragen. Findest Du das Engagement von Diesel in der aktuellen politischen Lage wichtig oder sollte sich die Fashion-Welt hier doch lieber raushalten? Teile Deine Meinung mit uns in den Kommentaren! Dass Mode und Politik jedoch zusammenhängen, zeigen auch die Debatten um faire Entlohnung von Textilarbeitern. Was sich hier aktuell tut, erfährst Du hier.

Bildquelle: Getty Images/Evan Agostini, Getty Images/JOHN MACDOUGALL

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