Sport
Jessica Tomalaam 10.01.2017

Wenn Du als Frau alleine joggen gehst, hast Du vielleicht mal ein mulmiges Gefühl, wenn Du in einem dunklen Park unterwegs bist oder plötzlich Schritte hinter Dir auf der Straße hörst. Schreckhaft und paranoid? Leider nicht, denn sexuelle Belästigungen und Übergriffe auf Frauen sind keine Seltenheit. Eine Diplomkauffrau aus Oberhausen wurde selbst Opfer einer solchen Situation beim Joggen und entwickelte deshalb „Safe Shorts“, die die Trägerin vor sexuellen Übergriffen schützen soll. Wir sagen Dir, was dahintersteckt.

Viele Frauen haben Pfefferspray in der Handtasche oder beim Joggen in der Hosentasche versteckt. Seit etwa anderthalb Jahren hat der Handel eine rege Nachfrage nach Pfefferspray bemerkt, sogar die Drogeriemarktkette dm hat das Tierabwehrspray seit Sommer 2016 im Sortiment. Viele wollen sich einfach nur sicherer fühlen und die Möglichkeit haben, im Notfall eben handeln zu können. Pfefferspray ist in Deutschland zwar eigentlich gar nicht dafür zugelassen, gegen Menschen eingesetzt zu werden, es dient als reines Tierabwehrspray, das ist auch auf jeder Dose nachzulesen. Wenn es im Notfall gegen einen Menschen eingesetzt wird, muss jeder Einzelfall im Nachhinein rechtlich geprüft werden. Ziemlich kompliziert, oder?

Hose mit dreifachem Schutzmechanismus

Eine zumindest rechtlich etwas einfachere Methode, um sich gegen sexuelle Übergriffe zu schützen, hat sich Sandra Seilz ausgedacht. Die 41-Jährige wurde vor knapp einem Jahr bei ihrer Joggingrunde von drei Männern angegriffen, die versuchten, ihr die Sporthose vom Leib zu reißen. Ein Passant mit einem Hund konnte die Angreifer rechtzeitig verscheuchen. Nach diesem Vorfall entwickelte sie eine Hose mit dreifachem Schutzmechanismus, die (ich sag’s wie es ist) uns im Notfall davor bewahren soll, dass uns die Hose vom Unterkörper gerissen wird und wir vielleicht vergewaltigt oder sexuell genötigt werden. Klingt erstmal nach einer sehr löblichen und schutzbietenden Idee. Schauen wir uns die „Safe Shorts“ mal näher an.

Wie funktionieren die „Safe Shorts“?

Die Hose besteht aus reiß- und schneidefesten High-Tech-Schnüren, die es unmöglich machen sollen, dass andere Deine „Safe Shorts“ aus- oder herunterziehen. Im Schritt ist außerdem ein flexibler, weicher Protektor eingelassen, der das Eingreifen verhindere. Dazu kommt noch ein 130 Dezibel lauter Sirenen-Alarm, der die Angreifer abschrecken und gleichzeitig Passanten alarmieren soll. Nachdem Du die Hose angezogen hast, musst Du die High-Tech-Schnüre an einem Schloss befestigen, das mit der Sirene versehen ist. Jetzt nur noch das Schloss zumachen und wenn jetzt jemand an der Hose zerrt, wird sofort der Alarm ausgelöst. Zugegeben: Die Sache mit dem Schloss erinnert ganz stark an einen Keuschheitsgürtel und damit eigentlich an Zeiten, an die emanzipierte Frauen eigentlich nicht zurückdenken wollen (sofern sie nicht Spaß an BDSM haben, wo der Keuschheitsgürtel immer noch als erotisches Spielzeug genutzt wird). Außerdem können natürlich auch die „Safe Shorts“ oder Produkte wie der Nimb-Ring, mit dem man in Notsituationen Hilfe rufen kann, keine absolute Sicherheit geben.

Es ist eigentlich eher ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dass man als Frau das Gefühl hat, zu solchen Maßnahmen greifen zu müssen, um sich vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Erfolg scheint die Erfinderin allerdings damit zu haben: Die „Safe Shorts“, die Du für 149 Euro bestellen kannst, sind fast immer ausverkauft bzw. der nun auch erhältliche „Safe Shorts Slip“ (99 Euro), den man zum Beispiel unter einem Kleid tragen kann, hat eine Lieferzeit von sechs Wochen.

Bildquelle: iStock/den-belitsky

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