Der Style der Queen

Der Style der Queen

Julien Macdonald, mit Mischa Barton, Fashion Week London, Fashion Week 2009

Designer Julien Macdonald zusammen mit
Mischa Barton.

London – das Kleine unter den Großen

Die London Fashion Week hat wirklich beeindruckende Bilder in unseren Köpfen hinterlassen. Klar, London gehört ja auch zu den „Big Four“ unter den Fashion Weeks. Neben New York, Paris und Mailand muss man allerdings ehrlich dazu sagen, dass London noch etwas …naja… hinterher hinkt. Der ausschlaggebende Punkt, London in die oberste Fashion Week Riege aufzunehmen, war, als Anna Wintour höchstpersönlich vor einigen Jahren in ihren High Heels nach Großbritannien stöckelte und die erste Reihe am Catwalk schmückte. Nebenbei gehen wir natürlich stark davon aus, dass sie zu diesem legendären Zeitpunkt von oben bis unten in Prada gehüllt war.
Aber zurück in die Gegenwart. Natürlich gab es vom 14. – 19. September in London einiges in Sachen Trends zu begutachten. Wie es schon vorher zu erwarten war: Einiges, was durchaus ansehnlich war und wo es Spaß machte sich bei großen Namen wie Vivienne Westwood mit der Masse um die besten Plätze zu prügeln – und dann gab es einiges, bei dem man nach dem ersten Outfit am liebsten auf der roten Christian Louboutin-Sohle Kehrt gemacht hätte. Wir wollen Euch einige Highlights natürlich nicht vorenthalten.

Julien Macdonald

Mit seinem neuen Geschäftspartner Jamey Hargreaves lieferte der bereits etablierte Designer, der schon für Karl Lagerfeld bzw. Chanel, sowie für Alexander McQueen gearbeitet hatte, eine sehr erwachsene und reife Show ab – im Gegensatz zu dem, was man sonst auch so von ihm kennt.
Er hielt sich, oder besser gesagt seine Kreationen, mit den Farben Taupe, Creme, Dunkelbraun, Grau und Navi recht bedeckt. Wobei die Stoffe und Schnitte ganz klar den Frühlingstrend unterstrichen: Seide mit Raffungen und glänzenden Silberapplikationen, sowie Fransen, Fledermausärmel und dünne Fäden als Träger machten die Kleider und Blusen zu echten „Will-ich-haben-Teilen“. In einem Punkt wich McDonald allerdings etwas vom leichten Sommertrend ab: Er zeigte auch Kreationen aus steifem Krokodilleder. Die Kleider waren zwar richtig schön und sexy, aber so ganz luftig-bequem schienen sie dann doch eher nicht zu sein.

Foto: Clive Brunskill/gettyimages

Stalla Mccartney, Adidas, Fashion Week, Fashion Week London

Designerin Stella McCartney entwarf die neue Kollektion für
Adidas.

Adidas by Stella McCartney

Man musste kurz überlegen, ob man sich in der Tür geirrt hatte und eventuell in einem besonders stylischen Fitnessstudio gelandet war. Wie gesagt, so ein Fitnessstudio wünschen sich dann aber wohl die meisten Männer: Viele Frauen in sexy athletischen Klamotten von adidas.
Aber dann haben wir schnell festgestellt: „Nee,nee, wir sind richtig!“ Stella McCartney hatte sich nämlich für ihre neue adidas-Kollektion etwas ganz besonderes einfallen lassen: Zum einen waren die Models nicht einfach Models – weder spindeldürr, noch Laufstegschönheiten – sie waren sogar zum Teil fast direkt aus Peking von Olympia eingeflogen. Ja, ganz recht, echte Olympionikinnen präsentierten McCartneys Kollektion. Und damit wären wir schon beim zweiten sehr außergewöhnlichen Punkt: Kein Catwalk! Wäre ja auch öde, klar!
Stattdessen bewegten sich die Models auf Schwebebalken, Laufbändern, Trampolinen oder sogar tennisspielenderweise. Na das ist doch mal kreativ, oder? So konnte man auch direkt feststellen, ob die neuen adidas-Sachen auch sporttauglich sind. Sogar Schweiß zeichnete sich nach einiger Zeit auf den Kreationen ab! Machte aber gar nix, denn die Sachen sollen natürlich eine Menge aushalten und waren auch alles in allem sehr trendy. Aber auch sehr adidas-mäßig: Also nichts für die Straße dabei. Nur für`s Fitnessstudio.

Foto: Gareth Catermole/gettyimages

Agyness Deyn, Fashion Week, Fashion Week London, Fashionweek

House of Holland Fan Agyness Deyn.

House of Holland

Bitte was war DAS denn? Das Label House of Holland ist ja bekannterweise eines von Agyness Deyns Lieblingslabels. Was wir hier zu sehen bekommen haben, hat uns allerdings erstmal geschockt! Tragen Männer im kommenden Jahr wirklich knallenge Punkteleggings? Oder ganze Anzüge mit Blumenmustern in Lila- und Hellblautönen? Das ist eigentlich der Moment, in dem man schreiend und schweißgebadet aus seinem Alptraum aufwacht, sich im dunklen Zimmer umsieht und feststellt, dass das eben „geträumte“ gottseidank NIE passieren wird! Tja. Und das ist jetzt der Punkt wo wir denken mussten „Pech gehabt“.
Die ganze Kollektion hatte das Thema „Polkadots und „Flowerprints“.
Inspiriert durch die Serie Beverly Hills 90210 kamen dabei unter anderem oben Beschriebenes, ausgeblichene Jeansoutfits, Overalls und Lagenlooks heraus.
Labelfan und Topmodel Agyness Deyn war natürlich auf dem Laufsteg auch mit von der Partie. Man muss allerdings dazu sagen, dass sie eindeutig diejenige mit den tragbarsten Outfits – oder sollten wir es eher „erträglichsten“ nennen? – war.

Foto: Astrid Stawiarz/gettyimages

Vivienne Westwood, Fashion Week, Fashion Week London

Fashion Queen Vivienne Westwood zeigte
eine super Show.

Vivienne Westwood Red Label

Die Queen of Punk fühlt sich auf der Londoner Fashion Week wohl so richtig heimisch. Es überraschte jedoch, dass sie, im Gegensatz zu ihrer Show auf der Berliner Fashion Week, ziemlich tragbare Kreationen zeigte. Trotzdem ließ sie es sich nicht nehmen, durch ziemlich extreme Details wie riesige weiße Plastikwimpern oder unglaublich schräge Hüte, ihrer Kollektion den nötigen Schuss Extravaganz zu verleihen.
Neben den für sie typischen Lackoutfits in Schwarz und in Gold präsentierte sie aber auch leichte Seidenkleider oder kleine Capes, sowie Minikleider in Jeansoptik.
Dabei ging aber in keinem Falle irgendetwas von der Faszination ihrer Show verloren. So stolzierte ein Model auch gerne mal nur in einem goldenen Ballonrock und oben ganz ohne über den Laufsteg und die männlichen Models hatten sich anscheinend mal an der Kleiderstange der Mädels zu schaffen gemacht und trugen schon recht weibliche Oberteile.Die Londoner Fashion Week war unserer Ansicht zwar nicht voll und ganz mit New York zu vergleichen, allerdings gab es viel zu bestaunen.

Foto: Andreas Rentz/gettyimages

Kommentar (1)

  • er sieht so klein neben ihr aus ;b