Voll normal

Normcore: Was steckt hinter dem Anti-Modetrend?

Cindy Boehmeam 19.05.2016 um 11:56 Uhr

Du hast das Gefühl, es gibt ständig einen neuen Modetrend, den man mitmachen muss? Und Du hast eigentlich gar keine Lust, jeden Trend mitzunehmen? Den Leuten, die normcore sein wollen, sind modische Auffälligkeiten auch zu anstrengend. Doch eigentlich widerspricht sich bei dieser neuen Bewegung einiges.

Vor einigen Jahren lag es im Trend, ein Hipster mit extravagantem Modestil zu sein. Doch das ist jetzt vorbei. Wer im Trend sein möchte, ist seit geraumer Zeit normcore. Der Begriff setzt sich aus den Worten “normal” und “hardcore” zusammen. Daraus lässt sich also ableiten: Wer sich normcore kleidet, sieht sehr normal aus und distanziert sich damit betont von einem individuellen Look. Den Begriff Normcore verantworten übrigens Trendforscher aus New York.

Normal statt individuell anziehen

Der Normcore-Trend hat sich gewissermaßen aus dem Hipster-Trend heraus entwickelt. Hipster sind vom Einheitslook der Menschen gelangweilt und haben sich deswegen mit ihrem Look betont von der Masse abheben wollen – auch um zu demonstrieren, dass sie einfach tragen, was sie wollen. Normcore-Outfits zeichnen sich nun hingegen dadurch aus, dass sie nicht weiter auffallen. Modefans wollen damit vom Druck ablassen, besonders individuell angezogen sein zu müssen. Das neue Ziel ist es, so gewöhnlich wie möglich auszusehen.

Doch wie es bei Trends so ist: Man bleibt nie lange alleiniger modischer Vorreiter. Dementsprechend hat sich auch der Normcore-Trend schnell verbreitet, sodass, wie schon beim Hipster-Stil, schon wieder alle gleich aussahen. Besonders in Großstädten wie London, Berlin und Paris und bei Modebloggern lässt sich das Phänomen beobachten.

Was trägt man beim Normcore-Trend?

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Die Kleidung von Normcore-Fans ist entsprechend schlicht. Die Farben sind nicht knallig, es gibt keine Prints oder unnötige Details und man trägt auch kaum Schmuck. Die Kleidungsstücke sollen so aussehen, als wenn sie von einer Person stammen, die sich wenig bis gar keine Gedanken um modische Trends macht. Für Frauen sind einfarbige, ältere Sneaker oder Birkenstock-Sandalen Bestandteil des Trends. Auch Mom-Jeans, Rollkragenpullover, einfarbige Sweatshirts und weiße T-Shirts gehören zum Nicht-Trend.

Wenn man das so hört, wird klar: Auch wenn Normcore-Fans gerne vorgeben, dass sie sich zweckmäßig und nicht modisch anziehen und sich schon gar keinen Kopf um die Wahl ihres Outfits machen, sieht die Wahrheit natürlich anders aus. Die meist jungen Normcore-Anhänger sind modeinteressiert: Und damit ihr Look wirklich ungestylt und zugleich lässig aussieht, braucht es einige Übung. Von wegen 08/15 – der neue Modetrend gibt nur vor, nicht an modischen Tendenzen interessiert zu sein, ist es dann aber doch.

Wir haben für Dich einige Must-Haves für den Normcore-Look zusammengestellt:

Bildquelle: GettyImages/Robert Marquardt

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