Ökoboom

Bio-Mode ist jetzt Trend

Christina Cascinoam 24.08.2015 um 16:54 Uhr

Ökoboom: Nicht nur bei Nahrungsmitteln und Kosmetika ist Öko Trend, auch in Sachen Mode schreiben sich immer mehr Designer das Prinzip der Nachhaltigkeit auf ihre Fahne. Die neue Öko-Mode hat sich von ihren alten Klischees schon lange befreit und nichts mehr mit kratzigen Baumwoll-Pullis, ausgeleiherten Latzhosen und vergewaschenen Farben zu tun. Stattdessen tritt die Öko-Mode immer moderner und stylischer auf.

Öko-Mode auf dem Vormarsch: Biotextilien sind groß in Mode und erobern sowohl Laufstege, als auch Kaufhausregale. Immer mehr Designer setzen auf Nachhaltigkeit und designen Kleidung, die schick und umweltbewusst zugleich ist und zeigen damit, dass das Klischee vom langhaarigen Öko-Freak definitiv ausgedient hat. Giorgio Armani zum Beispiel verwendet in seinen Kollektionen zunehmend Recycling-Polyester, Hanf und ökologische Baumwolle.

Öko-Mode: Designer rüsten auf

Vor gar nicht allzu langer Zeit weckte der Begriff Bio-Kleidung bei den meisten wohl noch Assoziationen, die absolut nichts mit Stil zu tun hatten. Naturfarbene Sackkleider, Schuhe mit breitem Fußbett, ausgewaschene Latzhose oder moosgrüne Wollpullover – Bio-Mode war nicht schick, sondern bequem. Doch die Zeiten, in denen ökologisch produzierte Mode nicht gut aussehen konnte, sind vorbei. Heute können wir uns in elegante und sexy Textilien kleiden und das alles ganz ohne schlechtes Gewissen. Modelabels und Designer wie „Article-23“, „Blushless“, „Braintree“, „Camilla Norrback“, „Cape Cade“, „Edun”, „Ethos Paris”, „Fairliebt”, „ica watermelon”, „Magdalena Schaffrin“, „Royal Blush“ „Ken Panda“, „bleed“ und viele mehr widmen sich dem fairen Modedesign und legen großen Wert auf Naturtextilien. Auf Modemessen in Berlin oder Paris gibt es sogar mittlerweile extra Bereiche, die Modemarken vorbehalten sind, die ihre Ware ökologisch produzieren. Und auch einige Modeschulen haben bereits Studiengänge für „sustainability in fashion“ eingerichtet.

Öko-Mode: Darauf kommt es an

Öko-Mode ist sozusagen die Alternative zum schnellen Modebusiness. Die Öko-Szene wandte sich mit ihrem Motto „Zurück zur Nachhaltigkeit“ bewusst von der oberflächlichen Modebranche und den wechselnden Trends ab. Kleidung sollte ökologisch, fair gehandelt und nicht von profitierten Herstellern produziert sein. Lange Zeit lies sich dies nicht mit der schnelllebigen Modeszene in Einklang bringen. Doch dies scheint sich nun immer mehr zu ändern.

Bei Öko-Mode wird vor allem darauf Wert gelegt, dass die gesamte Kollektion in Deutschland produziert wird und gute Arbeitsbedingungen gesichert sind. Dabei werden lokale Produzenten und Produkte bevorzugt und Bio-Materialien verwendet. Doch damit Mode wirklich öko ist, muss sie mehrere Kriterien erfüllen. Neben dem kontrolliert biologischen Anbau der Rohstoffe ist mindestens genauso wichtig, wie und unter welchen Bedingungen diese weiterverarbeitet und transportiert werden. So wird zum Beispiel bei der Herstellung von Öko-Baumwolle enorm viel Wasser benötigt. Außerdem kann der Transport durch lange Wege den Energieverbrauch in die Höhe treiben. Bei Öko-Mode, die ihren Namen wirklich verdient, wird bei der Verarbeitung der Rohstoffe auf umweltschädliche Chemikalien, Farbstoffe usw. verzichtet. Zudem wird die Kleidung nicht mit dem Flugzeug um die halbe Welt geschickt und auf fairen Handel geachtet.

Öko-Mode wird zum Massentrend

Ob nun in kleinen Boutiquen oder im Kaufhaus: Die neue grüne Mode ist auf dem Weg, ein richtiger Massentrend zu werden. Hollywood-Größen wie Julia Roberts, Sienna Miller oder Christina Aguilera schwören auf Bio-Kleidung und präsentieren ihre fair produzierten Lieblinge auf dem roten Teppich. Auch für uns Normalos liegt Öko-Mode im Trend: In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Umsatz mit Eco-Fashion in Deutschland laut einem Gutachten der Grünen mehr als verzehnfacht, auf zuletzt 654 Millionen Euro. Rund 3,6 Millionen Kleidungsstücke im Jahr 2013 wurden hierzulande in Bioqualität verkauft. Insgesamt macht Öko-Mode laut der Gesellschaft für Konsumforschung knapp vier Prozent des Bekleidungsmarkts aus. Nicht zu Unrecht spricht man also vom „Green Glamour“, der neuen Öko-Bewegung.

Öko-Mode: Die wichtigsten Gütesiegel

Soweit die Theorie. Doch in der Praxis ist es mit der Nachhaltigkeit oft nicht weit her. Das Problem: Im Bereich Mode sind die Begriffe „Bio“ und „Öko“ – im Gegensatz zur Lebensmittelindustrie – nicht geschützt. Deshalb ist es nicht immer leicht einzuschätzen, wie „fair“ ein Produkt wirklich ist. Einen wichtigen Anhaltspunkt bieten hier Gütesiegel. Wir stellen Euch die wichtigsten vor:

Fairtrade Certified Cotton: Das Siegel steht für Baumwolle, die aus fairem Handel stammt. Es wird nur Baumwolle zertifiziert, die ohne besonders schädliche Anbaumethoden hergestellt wird. Über die Bio-Qualität eines Produktes sagt dieses Siegel allerdings nichts aus.

Global Organic Textile Standards (GOTS): Dieses Siegel wird für Textilien vergeben, bei denen mindestens 70% der Fasern aus Bio-Anbau stammen. Die Schadstoffbelastung im Endprodukt wird damit gering gehalten. Außerdem garantiert das Siegel soziale Mindeststandards bei der Herstellung.

Naturland: Die Richtlinien dieses Siegels regeln, welche Verfahren und Stoffe bei der Verarbeitung der Textilien eingesetzt werden dürfen. Außerdem werden soziale Standards festgesetzt, die eingehalten werden müssen.

Naturtextil: Das Siegel steht für ökologischen Anbau der Rohstoffe sowie umweltschonende Verarbeitung. Außerdem werden hohe Sozialstandards gesetzt.

Ökotex: Zertifiziert werden Produkte, die besonders schadstoffarm hergestellt werden. Über die Herstellungsbedingungen und die Produktion der Rohstoffe sagt dieses Siegel allerdings nichts aus.

Öko-Mode: Grüner shoppen

Nachhaltige Kleidung zu kaufen, geht ganz leicht. Basic-Teile wie Unterwäsche und T-Shirts kannst Du heutzutage bereits für wenig Geld in fast allen großen Mode-Ketten erwerben. Nachhaltig einkaufen kannst Du auch in Second Hand Läden, wo du auch Altes wieder verkaufen kannst. Grundsätzlich gilt in Sachen Nachhaltigkeit allerdings: Weniger ist mehr. Kaufe lieber gezielt ein, als jedem Teil, das gerade Trend ist, hinterher zu jagen.

Moral und Mode, ökologisches Bewusstsein und die Modeindustrie sind heutzutage keine unvereinbaren Gegensätze mehr. Der Verbraucher kann ökologisch bewusst einkaufen und dennoch stilbewusste und trendige Kleidung finden. Und das Gute daran: Man muss für Öko-Kleidung gar nicht unbedingt mehr zahlen, denn mittlerweile ist die grüne Mode in fast allen großen Kaufhausketten erhältlich.

Bildquelle: iStock/LuminaStock, istock/olgakr

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