Ohne Leder

Hier findest Du schicke, vegane Schuhe!

Nina Rölleram 25.08.2016 um 09:49 Uhr

Eine Vorstellung davon, was veganes Essen ist, wirst Du wahrscheinlich durch den Vegan-Trend der letzten Jahre haben. Klar, das ist eine Ernährung frei von tierischen Zutaten wie Fleisch, Milchprodukten oder Eier. Konsequente Veganer achten aber nicht nur bei der Ernährung auf die Vermeidung von Tierleid. Denn auch Kosmetika, Bekleidung und Schuhe können tierische Bestandteile enthalten. Vor allem Schuhe sind häufig aus Leder, also den Häuten toter Tiere gefertigt und damit nicht vegan. Inzwischen gibt es aber Hersteller, die Schuhe ohne Leder in den unterschiedlichsten Styles und für jedes Budget herstellen. Wir stellen Dir die schönsten Modelle vor und erklären Dir, warum immer mehr Menschen auch aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen auf Leder verzichten.

Wenn Du selbst kein Veganer oder Vegetarier bist, wirst Du Dir vermutlich nie über Leder Gedanken gemacht haben. Während echter Pelz für die meisten als unnötige Tierquälerei gilt, wird Leder weiterhin als selbstverständliches Material für Schuhe, Taschen und Bekleidung angesehen. Dabei ist die Herstellung von Leder gar nicht so umweltverträglich, wie Du vielleicht denkst. Denn bei der Herstellung von Leder kommen hochgiftige Chemikalien zum Einsatz. Damit Du aufgrund des Lederverzichts keine Abstriche bei Deinem Styling machen musst, entwickeln derzeit immer mehr Designer umweltfreundliches und dennoch schickes Schuhwerk.

Vegane Schuhe

Die bekennende Veganerin Natalie Portman hat kürzlich eine komplett vegane Schuhkollektion auf den Markt gebracht.

Gute Argumente für vegane Schuhe

Bei Leder denken die meisten wahrscheinlich an ein hochwertiges Naturprodukt. Und grundlegend stimmt dies auch erst mal. Allerdings wird Leder heutzutage schon längst nicht mehr so hergestellt wie vor Hunderten von Jahren. Damit Tierhäute zu Leder verarbeitet werden können, müssen sie gegerbt werden. Hierzu wird fast ausschließlich das reaktive Schwermetall Chrom verwendet. Dieses macht das Leder zwar haltbar und geschmeidig, es schädigt aber sowohl die Gesundheit der Menschen, die bei der täglichen Arbeit damit in Kontakt kommen als auch die Umgebung der Lederfabriken. Rückstände des gesundheitlich bedenklichen Chroms finden sich laut Stiftung Warentest in vielen Lederprodukten wie Jacken und Schuhen und können Allergien und Hautreizungen auslösen. Leder ist also durch die chemische Behandlung kein natürliches Produkt mehr und kann biologisch auch nicht mehr vollständig zersetzt werden. Veganern, Vegetariern und Tierschützern geht es beim Verzicht auf Leder aber vor allem darum, dass sie Tierschlachtungen nicht noch profitabler machen wollen. Ein Großteil der Tierhäute für Leder fällt schließlich bei Schlachtungen für die Fleischproduktion an, für etwa 40 Prozent des weltweiten Lederbedarfs werden insbesondere Kühe lediglich für ihre Haut getötet. Wie gut, dass wir heutzutage nicht mehr ausschließlich auf Leder angewiesen sind und es schon längst eine Vielzahl natürlicher und synthetischer Materialen gibt, die mit den positiven Eigenschaften von Leder mithalten können oder diese sogar noch übertreffen.

Stylishe vegane Designer-Schuhe

Natalie Portmans vegane Schuhe

In ihrer Schuhkollektion zeigt Portman, dass stylische Schuhe auch ethisch korrekt herstellbar sind.

Während sich selbst namhafte Designer über die Herkunft ihrer Materialen oft bedeckt halten, spielt bei vielen die ethische und nachhaltige Produktion ihrer Kollektionen eine immer größere Rolle. Die überzeugte Tierschützerin Stella McCartney hat sich schon längst einen Namen mit ihren durchweg lederfreien Handtaschen und Schuhen gemacht. In einem YouTube-Video erklärt sie ihre Beweggründe, auf Leder zu verzichten. Lange war McCartney eine der wenigen Designerinnen, die sich auf vegane Schuhe spezialisiert hatten. Inzwischen sind aber einige hinzugekommen. Auch die Veganerin Natalie Portman hat mit dem Schuhlabel té casan eine limitierte, komplett vegane Schuhkollektion herausgebracht. Portman fand es lange Zeit schwierig, Schuhe zu finden, die gleichzeitig lederfrei waren als auch ihren hohen geschmacklichen Ansprüchen entsprachen. Also designte sie kurzerhand einfach ihre eigenen Schuhe und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!

VPL Vegane Schuhe

Unter dem Label VPL entwickelt die Designerin Victoria Bartlett ausgefallenes veganes Schuhwerk.

Auch andere Labels sind auf den Zug aufgesprungen. Das kanadische Label Matt & Nat verwendet statt Leder beispielsweise täuschend echt aussehende Materialien, die auch noch aus recyceltem Kunststoff hergestellt werden. Besonders stylische Modelle in knalligem Leder-Look gibt es außerdem unter dem Label VPL. Die Designerin Victoria Bartlett wurde von ihrer vegan lebenden besten Freundin dazu inspiriert, auch mal eine lederfreie Kollektion zu entwerfen, da es vor einigen Jahren noch fast unmöglich schien, hochwertige, vegane Schuhe zu kaufen.

Alltagstaugliche vegane Sneaker und Stiefel

Die Designer-Treter sind zwar ohne Frage schick, aber natürlich nicht etwas für den Alltag und jedes Budget. Viele Firmen und Schuh-Discounter bieten besonders im niedrigen Preissegment auch lederfreie Schuhe. Lederfrei bedeutet allerdings nicht zwingend vegan, da Schuhe manchmal noch mit tierischem Leim geklebt werden. Genaue Informationen musst Du Dir im Zweifelsfall beim Hersteller oder in veganen Facebook-Gruppen und Foren erfragen.

New boots from vegetarian shoes in Brighton! These are made in England, all vegan, waterproof and should last me a long ol’ time. The acceptability and desire for leather shoes still surprises me given that most people are against the use of fur. What is the difference between leather and fur? They are both the skin of an animal. Both require the animal to be killed. Both are unnecessary. if you are against fur but not leather, ask yourself why. I never really thought of it before going veggie but leather feels a bit creepy to me now, a bit Texas chainsaw massacre, (not that I have watched the whole thing) where the guy makes a mask out of human skin… We are all animals. We all bleed. We all feel pain. We all have the desire to live our lives, to be free, without being killed and made into someone else’s fashion or snack 🐮🐴🐑🐰🐹🐺🐍🐯🐼❤ #vegan #vegantravel #vegantravels #vegantraveler #boots #photography #veganberlin #saynotoleather #vegangirl #ood #thisisme #vegetarianshoes #vegetarianshoesuk #whstveganslooklike #veganuk #vegansofig #vegansofinstagram #veganboots #vegetarianshoesbrighton #style #veganshoes #veganfashion #veganclothes #fashion #travelingram #streetstyle #instafashion #travelgram

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Für gute Qualität musst Du natürlich etwas tiefer in die Tasche greifen. Viele Hersteller explizit veganer Schuhe achten außerdem, wie die bewährte Marke Vegetarian Shoes aus England, auf einen fairen Herstellungsprozess und eine umweltschonende Verarbeitung. Hier findest Du eine große Auswahl an klassischen Schuhmodellen, wie die Boots im Doc-Martens-Look oder eine schicke Alternative zu Birkenstock-Sandalen. In Deutschland werden Vegetarian Shoes vom veganen Schuh-Onlineshop Avesu vertrieben.

Schuhe aus Baumwolle, Leinen, Segeltuchstoff oder Gummi sind oftmals lederfrei, manche enthalten aber kleine Lederapplikationen. Auf der sicheren Seite bist Du mit diesen Fair Trade Chucks von Ethletic, die garantiert nicht mit tierischem Leim verklebt sind.

Viele bekannte Marken haben aber mittlerweile auch die Nachfrage nach veganen Schuhen erkannt und machen uns die Suche durch die explizite Auflistung ihrer tierfreien Sneaker wesentlich leichter. Die Skater-Marken Vans und Etnies bieten eine große Auswahl an Stoffschuhen an und auch Sportmarken wie Asics, Adidas und Nike haben mittlerweile einige schicke vegane Schuhe in ihrem Sortiment.

Auf den ersten Blick wirkt der Umstieg auf vegane Schuhe vielleicht etwas kompliziert. Da aber immer mehr Hersteller den Kundenwünschen entgegenkommen, ist es gar nicht mehr so schwer, vegane Schuhe zu finden. Zudem macht die genaue Beschäftigung mit der Herkunft der Materialien, die wir tagtäglich tragen, doch etwas nachdenklich und bewegt uns vielleicht immer mehr hin zu einem bewussteren Konsum.

Bildquelle: Getty Images/Astrid Stawiarz, Gett Images/Astrid Stawiarz, Getty Images/Jemal Countess

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