Perret Schaad begeisterte auf der diesjährigen Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin mit einer einzigartigen Location und präsentierte seine Kollektion, die vor Individualität nur so strotzt.

von Christina Cascino

 

Eigentlich ist vor allem Karl Lagerfeld für seine außergewöhnlichen Locations bekannt, doch was der kann, kann das Designerhaus Perret Schaad schon lange. So verlegten die Designerinnen Johanna Perret und Tutia Schaad ihre Fashion Show mal eben in den Hellweg Baumarkt an der Yorkstraße in Berlin, um die neuen Stücke vorzustellen: Die Gäste nahmen auf Bierbänken unter rotumrahmten Preisschildern in einem Gang des Baumarktes Platz, der DJ stand an der Holzmarktinformation, Menschen tummelten sich auf geschichteten Holzplatten und Models stolzierten aus der Lagerhalle in den Verkaufsbereich.

Had a great show! Thank you #hellweg

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Die Herbst/Winter-Kollektion 2016/17 des Modelabels Perret Schaad besteht aus viel Filz und gewebten Stoffen, kommt in gedeckten Tönen daher und ist von japanischen Schnitten und Formen inspiriert: Große, organisch geformte Gürtel schlangen sich um die Taillen der Models, die weiten Kimonoärmel und der lässige Lagenlook vermittelten den Eindruck von Leichtigkeit. Johanna Perret und Tutia Schaad geht es bei ihren Designs um „reale Personen“, „coole Frauen, die viel unterwegs sind“ und sie fänden es „altmodisch“ nicht zu denken, sich einem großen Konzept unterzuordnen. Die Designerinnen ließen sich von dem inspirieren, was um sie herum passiert, von den Frauen, denen sie alltäglich begegnen, von sich selbst und dem eigenen Alltag. Dementsprechend divers ist auch die neue Kollektion, die sich vor allem über konträre Silhouetten definiert: mal körpernah, mal weit, mal fast boyish, mal feminin-elegant.

Perred Schaad: Konträre Silhouetten

Die unterschiedlichen Ansätze in der Kollektion waren deutlich auf dem Laufsteg zu spüren: Während das eine Model in einem blauen Mantel aus Wachs-Stoff, der im Inneren eine Weste verbirgt und somit unterschiedlich getragen werden kann, begeisterte, präsentierte die nächste Schönheit einen dunkelgrünen Rock aus einem Satin-ähnlichen Stoff, der glockenförmig in A-Linie fällt. Aber es gibt auch noch eine andere Seite dessen, was die beiden Designerinnen als Eindrücke aufsaugen und dann in ihrer Kollektion umsetzen:

Eichenblätter, die sie gesammelt haben, finden sich jetzt als Broschen wieder – mal in Silber, mal in Filz oder bestickt mit bunten Perlen. Die Broschen dienen nicht nur als Deko-Elemente, sondern auch als Verschlüsse, etwa an Mänteln, oder als lang schwingende Ohrringe auf einer Seite. Sattes Emeraldgrün steht schön in Verbindung zu den Blätterdetails. Großes Karo und Streifen als feine Linien nehmen das Verwunschene aus den Entwürfen und lassen sie klar und pur wirken.

Lebensnah und spontan: Perret Schaad tanzte auf der diesjährigen Fashion Week in Berlin mit der Präsentation und der Wahl ihrer Location aus der Reihe und zeigte damit, dass man Mode genau da findet, wo wir sie dieses Jahr bei dem Modehaus gefunden haben: In der Öffentlichkeit.

Bildquellen: GettyImages/Adam Berry

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