Schon probiert?

Kleidung verkaufen: So klingelt Deine Kasse

Jessica Tomalaam 17.05.2016 um 14:17 Uhr

Den Kleiderschrank auszumisten frisst leider nicht nur viel Zeit, sondern meist auch eine Menge Geld. Denn seien wir mal ehrlich kaufen wir gerade zum Saisonwechsel nicht für jedes Teil, das wir aussortiert haben mindestens ein neues Kleidungsstück? Das kann ganz schön ins Geld gehen. Wir verraten Dir, wie Du mit Deiner alten Kleidung Bares verdienen und so Deine Shoppingkasse aufbessern kannst.

Ein Pulli, der nicht mehr zur neuen Farbe der Saison passt. Eine Hose, die nach der letzten Diät etwas weit geworden ist oder ein Rock, der einfach nicht mehr zum eigenen Stil passt. Es gibt viele Gründe, warum wir unsere Kleidung aussortieren. Sei es, dass einfach kein Platz mehr im Kleiderschrank ist oder wir einfach von einem kleinen Putzfimmel infiziert werden. Zwar ist es durchaus löblich, gebrauchte Kleidung an Hilfsorganisationen zu spenden oder vielleicht sogar selbst an Bedürftige zu verteilen, aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, würden wir uns auch mal über ein paar mehr Euro mehr in der Tasche freuen. Wir haben für Dich einen Überblick über die besten Möglichkeiten, mit Deinen alten Sachen noch zu Geld zu verdienen.

Frau alte Kleidung

Alte Kleidung muss nicht immer gleich in den Mülleimer.

Traditionell – Der Flohmarkt

Ja zugegeben, auf den Flohmarkt zu gehen, während heutzutage schon alles über das Internet erledigt wird, ist etwas oldschool. Aber macht es nicht immer noch am meisten Spaß? Man kommt mit anderen Leuten in Kontakt, kann um seine Preise feilschen und gleichzeitig auch mal bei den anderen Flohmarktständen nach schönen Schätzen schauen. Klar ist – natürlich möchte jeder einen Schnapper machen, deshalb kann so ein Flohmarktbesuch auch frustrierend enden, wenn man nicht das Geld für seine Kleidung bekommt, das man sich erhofft hat. Außerdem werden natürlich gerade günstige Designersachen gesucht. Aber auch, wer vielleicht nur seine „normalen” Klamotten von H&M, Zara, Primark & Co verhökern will, kann auf dem Flohmarkt Erfolg haben. Wie? Kleiner Tipp: Drei bis fünf Kleidungsstücke als Paket zusammenschnüren und für 10 Euro anbieten. Die Flohmarktbesucher haben das Gefühl, mehr für ihr Geld bekommen zu haben und Eure Shoppingkasse füllt sich langsam. Vor allem in großen Städten gibt es mehrere Flohmärkte, die zum Beispiel sogar rein auf Kleidung spezialisiert sind. Es lohnt sich also mal im Internet nach Flohmarkt-Ankündigungen zu stöbern.

Der Klassiker – Online-Marktplätze

Über die Online-Marktplätze Ebay und Ebay Kleinanzeigen kann fast alles verkauft werden: Auch Kleidung. Auch hier gilt: am besten laufen natürlich Designerstücke. Aber vielleicht kannst Du auch hier mit kleinen Kleidungspaketen, wie beim Flohmarkt-Besuch, arbeiten. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, Deine Kleidung nicht zum Sofort-Kauf, sondern als Auktion mit einer Laufzeit von bis zu zehn Tagen anzubieten. Bedenken musst Du nur, dass Ebay eine Provision in Höhe von 10 Prozent des Verkaufspreises einbehält.

Bei Ebay Kleinanzeigen gibt es zwar nicht die Möglichkeit, eine Auktion einzustellen, aber Du kannst beim Preis angeben, dass es sich um eine Verhandlungsbasis handelt. Damit werden Kunden angelockt. Für beide Online-Marktplätze gilt: gute Beschreibungen und gute Fotos erhöhen Deine Verkaufschancen.

Auch über Mädchenflohmarkt kannst Du Deine alte Markenkleidung, Taschen und Accessoires loswerden. Über Portale wie Kleiderkreisel kannst Du Deine Sachen nicht nur zum Kauf anbieten, sondern in der Community auch mit jemanden tauschen.

Die Online-Ankäufer – Momox Fashion

Auch Online gibt es einige Anbieter, die Deine Kleidung ankaufen. Dazu gehören Portale wie „Momox Fashion“. Die Kleidungsstücke dürfen maximal fünf Jahre alt sein, wobei die Frage offen bleibt, wie das kontrolliert werden soll. Über die Internetseite kannst Du die Artikel auswählen und den Wert Deiner Kleidungsstücke ermitteln. Per Post wird das Paket an „Momox Fashion“ geschickt und die Kleidung überprüft. Wenn alles passt, wird das Geld auf Dein Konto überwiesen.

Die Offline-Welt – H&M und Second-Hand-Shops

Bei H&M gibt es zwar keine bare Münze in die Hand, aber zumindest einen Gutschein. Kunden der schwedischen Modekette H&M können weltweit ihre gebrauchte Kleidung in den Filialen zurückzugeben. Als Dankeschön gibt es einen Gutschein für den nächsten Einkauf. „Garment Collecting“ heißt der Beitrag zum Umweltschutz. Das Prinzip ist einfach: Unabhängig von Qualität, Marke und Zustand der Kleidung kann alles abgegeben werden. Für jede Tüte Kleidung gibt es einen Rabattgutschein für den nächsten Einkauf in Höhe von 15 Prozent ab einem Einkaufswert von 30 Euro. Pro Tag erhälst Du maximal zwei Rabattgutscheine. Mit den Kleiderspenden unterstützt das Unternehmen gemeinnützige Organisationen und die Erforschung von Verfahren zur Gewinnung neuer Fasern aus Alttextilien. Kleidung, die nochmal getragen werden kann, wird weltweit als Secondhand-Ware verkauft. Löchrige oder zerrissene Textilien sollen als Putzlappen dienen oder werden zur Herstellung von Dämm- und Isolierstoffen für die Autoindustrie verwendet. Für jedes Kilogramm gesammelter Kleidung spendet H&M 0,02 Euro an eine ausgewählte Organisation. In Deutschland ist das die Spendenorganisation „Menschen für Menschen“, die Projektarbeit in Äthiopien ermöglicht. Und nicht zu vergessen: Natürlich verdient H&M auch etwas daran, schließlich soll der Gutschein wieder in den nächsten Einkauf investiert werden.

Wem der PR-Coup der Modekette zuwider ist, kann auch mal bei seinem lokalen Second-Hand-Shop vorbeischauen. Auch hier ist Deine Verhandlungstechnik gefragt, denn die Inhaber wollen erfahrungsgemäß nur relativ wenig zahlen. Bei manchen gibt es sogar nur eine Auszahlung, wenn Dein Kleidungsstück verkauft wurde. Zu rechnen sind mit zwischen ein und drei Euro pro Teil, je nachdem in welchem Zustand das Kleidungsstück ist und ob es ein Designstück ist. Auch online gibt es Designer-Secondhandshops, wie „Vestiaire Collective“ und „Rebelle“, bei denen Du Deine alten Designerstücke anbieten kannst. „Vestiaire Collective“ wirbt beispielsweise damit, dass Du durchschnittlich 75 Prozent des Verkaufspreises erhälst.

Wie Du siehst, gibt es viele Wege aus Deiner alten Kleidung noch etwas Geld zu machen. Natürlich solltest Du trotzdem nicht vergessen, dass viele Hilfsorganisationen auch gerade auf Kleidungsspenden angewiesen sind, zum Beispiel die Obdachlosenmission. Vielleicht kannst Du für Dich einen Kompromiss finden und Die Hälfte Deiner Kleidung spenden, während Du mit der anderen Hälfte Dein eigenes Konto aufbessern kannst.

Bildquelle: iStock/NinaMalyna

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