Unsichtbare Hilfe

Rückenfrei tragen dank Klebe-BH: So klappt’s

Susanne Falleram 21.04.2016 um 11:53 Uhr

Wenn die Tage im Frühling und Sommer endlich warm und sonnig sind, dann tragen wir nur zu gerne luftige Kleidungsstücke, in denen wir Haut zeigen können. Dazu gehören auch gerne mal schulterfreie Kleider oder solche mit einem extratiefen Rückenausschnitt. Das Dilemma: Der normale Träger-BH sieht dazu einfach nicht gut aus. Zum Glück gibt es mit dem Klebe-BH eine clevere Alternative, die unbemerkt unter dem Kleidungsstück verschwindet. Wie er funktioniert und wie man ihn am besten pflegt, erfährst Du hier.

Trägerloser BH

Manchmal ist sogar ein trägerloser BH noch nicht praktisch genug

Ein bisschen Tricksen darf nicht nur beim Make-up, sondern auch in der Mode erlaubt sein. Denn was man mit Concealer, Mascara und Co. im Gesicht so richtig in Szene setzen kann, klappt auch am Körper in Sachen Fashion mit kleinen Helferlein, die auf den ersten Blick für das Auge gar nicht erkennbar sind. So zum Beispiel der Klebe-BH, den garantiert nie jemand zu Gesicht bekommt – oder zumindest bekommen sollte, wenn er richtig getragen wird – außer man selbst.

Der Klebe-BH kommt zum Einsatz, wenn dank eines extratiefen Rückenausschnitts bis runter zum Steißbein oder dank großer Cut-Outs seitlich des Oberkörpers nicht mal ein trägerloser BH unauffällig verschwinden, sondern gut sichtbar wäre. Und das ruiniert ja leider schnell die Optik des Gesamtbildes und sieht im schlimmsten Fall sogar billig aus. Was also tun, komplett „oben ohne“ das Haus verlassen? Nicht ganz, natürlich will Frau irgendwas haben, das den Busen trotz all dieser Styling-Schwierigkeiten in Form bringt. Ein Hoch also auf Klebe-BHs! Doch wie funktioniert das zugegeben nicht gerade attraktiv aussehende, dafür aber wahnsinnig praktische Dessous-Teil?

Was ist ein Klebe-BH eigentlich genau?

Ein Klebe-BH besteht in der Regel aus zwei Schalen-ähnlichen Silikon- oder Stoffpads, die in der Mitte durch einen aufmachbaren Clip oder ein festes Band miteinander verbunden sind. Auf der Innenseite hat er eine Klebeschicht, die in der Regel ebenfalls aus Silikon besteht. Er hat, im Gegensatz zum klassischen BH, kein Unterbrustband und natürlich auch keine Träger, die die Brust stützen. Damit ist er für Frauen mit großem Busen auf Dauer eher ungeeignet. Für sie wäre eine Variaton des Klebe-BHs besser geeignet, die über den gesamten Busen als dünne Klebeschicht wie eine zweite Haut aufgetragen und dann so nach oben gezogen und befestigt wird, dass sie einen Lifting-Effekt hat; die Brustwarzen werden mit kleinen Aufklebern kaschiert. Frauen mit normaler oder eher kleiner Oberweite können ihn dagegen besser tragen; da es ihn auch in Push-up-Form gibt, kann er die Brust nicht nur in Form bringen, sondern auch noch optisch größer wirken lassen.

Achtung: Bei besonders empfindlicher oder fettiger Haut sollte vorher zu Hause getestet werden, ob die Haut nicht auf den Klebe-BH reagiert oder ob er überhaupt richtig hält. Für Silikon-Allergiker könnte die Stoff-Variante eine gute Alternative sein.

Klebe-BH Silikon

Klebe-BHs gibt es aus Stoff oder Silikon

Voraussetzung ist in allen Fällen des Tragens, dass der Klebe-BH nicht für wilde Tanz-Abende und andere Aktivitäten eingesetzt wird. Durch die ruckartigen und schnellen Bewegungen wird das Bindegewebe der Brust durch die fehlende Stützung sonst zu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Starkes Schwitzen und das ständige Ziehen an der Haut durch überschwängliche Bewegungen sorgen außerdem dafür, dass sich der Klebe-BH schneller verabschiedet, als einem lieb ist. Ein Cocktail-Abend oder ähnliche, eher ruhige Events sind deshalb viel besser, um einen Klebe-BH einzusetzen.

Klebe-BH anbringen: So geht’s

Ein selbstklebender BH, der aus zwei Schalen besteht, muss so angebracht werden, dass die Pads etwa mittig der Brüste leicht außen liegen. Vorher sollte die Haut in dem Bereich jedoch gereinigt und von kleinen Fusseln und vor allem auch Fettrückständen befreit werden. So ist die Klebefläche sauber und trocken und das Ganze haftet besser. Dann gehst Du wie folgt vor:

  • Öffne den Klebe-BH, sodass Du beide Schalen einzeln anbringen kannst.
  • Entferne die Schutzfolien von den Klebeflächen. Nicht wegwerfen, da Du sie für die spätere Aufbewahrung des BHs nochmal brauchst!
  • Halte die erste Silikon- oder Stoffschale an den Enden fest und setze sie nun so auf die jeweilige Brust auf, dass die Schale schräg nach oben zeigt.
  • Das Gleiche machst Du jetzt mit der anderen Schale. Achte darauf, dass Du die Cups an anklebst, dass sie etwa symmetrisch und nicht zu weit entfernt voneinander sind.
  • Nun verbindest Du die beiden Einzel-Schalen wieder zu einem ganzen, indem Du den Clip oder Haken in der Mitte schließt. Dadurch sollte sich auch ein schönes Dekolleté ergeben.

Wenn es beim ersten Versuch nicht gleich gelingt, nicht verzagen, das Ganze ist schon ein bisschen tricky. Beim zweiten oder dritten Versuch klappt es garantiert besser. Übung macht die Klebe-Meisterin!

Hier kannst Du Dir das Ganze auch nochmal bildlich anschauen:

Wie pflegt man die Silikon-Schalen?

Nach dem Tragen ziehst Du den Klebe-BH wieder vorsichtig von der Haut ab. Die Klebeseiten reinigst Du dann vorsichtig mit etwas Wasser und milder Seife. Lass ihn nun am besten lufttrocknen, die Klebefläche sollte nach oben zeigen. Danach bringst Du die Schutzfolie wieder auf jene an, damit du sie vor Schmutz und Fusseln schützt, durch die die Klebewirkung verloren gehen kann.

Übrigens: Etwa 50 bis 100 Mal soll man, je nach Modell und Hersteller, einen Klebe-BH tragen können. Wie oft es dann tatsächlich geht, hängt jedoch wohl auch sehr von der Pflege, der Hautbeschaffenheit der Trägerin und weiteren Faktoren ab.

Ein Klebe-BH ist definitiv etwas, das in keiner Unterwäsche-Schublade fehlen sollte. Auch wenn er kein dauerhafter Ersatz für einen gut stützenden BH mit Unterbrustband, Schalen und Trägern ist, ist er eine clevere Lösung, wenn frau mal etwas mehr Haut zeigen und mit einem raffinierten Rückenausschnitt oder Cut-Out die Blicke auf sich ziehen will. (Psst: Alternativen zum Klebe-BH haben wir auch für Dich.)

Bildquellen: iStock/grove1189, iStock/ajr_images, iStock/John_Kasawa

Kommentare


Styling-Tipps: Mehr Artikel