HomepageForenGedichte & KurzgeschichtenBrauche Liebesgedichte von Kästner!

Brauche Liebesgedichte von Kästner!

Tatjennaam 29.08.2008 um 15:37 Uhr

Mädels, ihr müsst mir helfen! Muss ein Gedicht vortragen auf nem Geburtstag. Und derjenige ist Kästner-Fan. Ich will aber nicht diese Kriegssachen vortragen, sondern lieber was freundliches, nettes. Freue mich auf eure Kommentare!

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  • von Aileen am 18.09.2008 um 13:09 Uhr

    Liebeskummergedichte
    Nacht ohne Schlaf

    Ich weiß, daß du jetzt wachst in deiner Nacht,
    So wie ich schlaflos wache in der meinen.
    Der gleiche Mond, der mich so kühl verlacht,
    Wird wohl auch jetzt dir Ruhelosem scheinen.

    Ich weiß, das Leid, das ich dir nicht geklagt,
    Wird mir im stillen Vers zur Ruhe gehen.
    So mag dein Weh, das du mir nicht gesagt,
    Dich tröstend wie ein Morgenwind umwehen.

    (Mascha Kaléko)

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    Erinnerung

    Hab` ich mich nicht losgerissen,
    Nicht mein Herz von ihr gewandt,
    Weil ich sie verachten müssen,
    Weil ich wertlos sie erkannt?

    Warum steht in holdem Bangen
    Sie denn immer noch vor mir?
    Woher dieses Glutverlangen,
    Das mich jetzt noch zieht zu ihr?

    Tausend alte Bilder kommen,
    Ach! und jedes, jedes spricht:
    Ist der Pfeil auch weggenommen,
    Ist`s darum die Wunde nicht.

    (Franz Grillparzer)

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    Über die Heide

    Über die Heide hallet mein Schritt,
    Dumpf aus der Erde wandert es mit.

    Herbst ist gekommen, Frühling ist weit –
    Gab es denn einmal selige Zeit?

    Brauende Nebel geisten umher,
    Schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer.

    Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai!
    Leben und Liebe – wie flog es vorbei!

    (Theodor Storm)

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    Du sprichst, daß ich mich täuschte

    Du sprichst, daß ich mich täuschte,
    Beschworst es hoch und hehr,
    Ich weiß ja doch, du liebtest,
    Allein du liebst nicht mehr!

    Dein schönes Auge brannte,
    Die Küsse brannten sehr,
    Du liebtest mich, bekenn es,
    Allein du liebst nicht mehr!

    Ich zähle nicht auf neue,
    Getreue Wiederkehr.
    Gesteh nur, daß du liebtest,
    Und liebe mich nicht mehr!

    (August Wilhelm von Platen)

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    Das zerbrochene Ringlein

    In einem kühlen Grunde

    Da geht ein Mühlenrad,

    Mein` Liebste ist verschwunden,

    Die dort gewohnet hat.
    Ich möcht als Spielmann reisen

    Weit in die Welt hinaus

    Und singen meine Weisen

    Und gehn von Haus zu Haus

    Sie hat mir Treu versprochen,

    Gab mir ein`n Ring dabei,

    Sie hat die Treu gebrochen,

    Mein Ringlein sprang entzwei.

    Ich möcht als Reiter fliegen

    Wohl in die blutge Schlacht,

    Um stille Feuer liegen

    Im Feld bei dunkler Nacht.

    Hör ich das Mühlrad gehen:

    Ich weiß nicht, was ich will –

    Ich möcht am liebsten sterben,

    Da wär`s auf einmal still!

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    Das verlassene Mägdlein

    Früh, wann die Hähne krähn,

    Eh die Sternlein verschwinden,

    Muß ich am Herde stehn,

    Muß Feuer zünden.
    Plötzlich, da kommt es mir,

    Treuloser Knabe,

    Daß ich die Nacht von dir

    Geträumet habe.

    Schön ist der Flammen Schein,

    Es springen die Funken;

    Ich schaue so drein,

    In Leid versunken.

    Träne auf Träne dann

    Stürzet hernieder;

    So kommt der Tag heran –

    O ging` er wieder!

    (Eduard Mörike)

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    Ein Jüngling liebt ein Mädchen,

    Dies hat einen andern erwählt;

    Der andre liebt eine andre,

    Und hat sich mit dieser vermählt.

    Das Mädchen heiratet aus Ärger

    Den ersten besten Mann,

    Der ihr in den Weg gelaufen;

    Der Jüngling ist übel dran.

    Es ist eine alte Geschichte,

    Doch bleibt sie immer neu;

    Und wem sie just passieret,

    Dem bricht das Herz entzwei.

    (Heinrich Heine)

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    Sachliche Romanze

    Als sie einander acht Jahre kannten

    (und man darf sagen: sie kannten sich gut),

    kam ihre Liebe plötzlich abhanden.

    Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

    Sie waren traurig, betrugen sich heiter,

    versuchten Küsse, als ob nichts sei,

    und sahen sich an und wußten nicht weiter.

    Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

    Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken,

    Er sagte es wäre schon Viertel nach Vier

    und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.

    Nebenan übte ein Mensch Klavier.

    Sie gingen ins kleinste Cafe am Ort

    und rührten in ihren Tassen.

    Am Abend saßen sie immer noch dort.

    Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort

    und konnten es einfach nicht fassen.

    (Erich Kästner)

  • von EllaM am 29.08.2008 um 15:59 Uhr

    Ja, die Kinderbücher fand ich auch toll. Ich glaub mit dem doppelten Lottchen hat er sich sicherlich totverdient!!! 😉

  • von FrauFrauke am 29.08.2008 um 15:51 Uhr

    Das ist echt lustig. 🙂 hab gar nicht gewusst, dass erich auch so lustig sein konnte. Ich dachte immer, der hat nur so kriegskram geschrieben…. und die kinderbücher natürlich.

  • von SchwabenClaudia am 29.08.2008 um 15:45 Uhr

    Hey. Also, ein Liebesgedicht ist es zwar nicht gerade, aber ich finds lustig. Kästner war nicht so der schnulzenkönig, er war eher humoristisch, was frauen anbelangte. Wenn du also was kitschiges suchst, bist du bei kästner wohl eher an der falschen adresse…
    hier ist eins von ihm:

    Steckbrief

    Sie gab mir Bridge- und Englischstunden,
    sprach über Freud und las Sanskrit;
    doch eines Tags war sie verschwunden
    und nahm sechs Silberlöffel mit.

    Wir hatten uns so gut verstanden!
    Mir kam, als sie von dannen fuhr,
    die ganze Heiterkeit abhanden
    samt meiner goldnen Armbanduhr

    Sie wirkte überaus japanisch
    und steckte Blumen in ihr Haar
    und war, obgleich leicht kleptomanisch,
    in mancher Hinsicht wunderbar.

    Azur war ihre Lieblingsfarbe
    und Saftgulasch ihr Leibgericht.
    Sie hatte eine Blinddarmnarbe;
    seit wann und wo, das weiß ich nicht.

    Ich weiß nur, das sie beim Erwachen
    wie eine Lady sich benahm,
    auch wenn von meinen Siebensachen
    mir dies und das abhanden kam.

    Mein Portefeuille kann ich leicht verschmerzen,
    selbst den Smaragd- und Siegelring;
    sie aber lag mir sehr am Herzen,
    besonders dann, bevor sie ging.

    Mein Steckbrief ist recht unvollständig;
    ich weiß bloß, daß sie mich verließ
    und sündschön war und lebendig
    und Herta oder Hilde hieß.

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