HomepageForenGedichte & KurzgeschichtenEine Wahre Geschichte (TOD EINER UNSCHULDIGEN)

Minou1985

am 02.12.2008 um 21:40 Uhr

Eine Wahre Geschichte (TOD EINER UNSCHULDIGEN)

Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte.
Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol.
Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es vorhergesagt hattest.
Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten.
Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer recht hast.
Die Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg.
Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde:
aufgrund Deiner Erziehung – so verantwortungsvoll und fein.
Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein.
Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.
Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken.
Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss.
Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm` doch schnell.
Wie konnte mir das passieren? Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.
Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir.
Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.
Ich wollte Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken.
Es waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht nachgedacht.
Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami.
Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde sterben.
Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze Leben ruinieren.
Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf.
Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben.
Er guckt nur dumm.
Sag` meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami.
Und Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami,
schreibt “Papis Mädchen” auf meinen Grabstein.
Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami,
nicht trinken und dann fahren.
Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben.
Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst.
Bitte, weine nicht um mich, Mami. Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte.
Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe:
Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die sterben muss?

Antworten



  • von ErdbeerexX am 17.01.2009 um 15:38 Uhr

    omq..ein sehr trauriges gedicht

  • von Ostara am 14.12.2008 um 15:09 Uhr

    Das Gedicht hat mir mal eine Freundin am Telefon vorgelesen. Ich finde es traurig, dass es ganz oft unschuldige trifft und die die schuld haben, denen passiert nur selten was, schlimm.

  • von Schnegge89 am 03.12.2008 um 20:12 Uhr

    kenn ich.. ist sehr traurig… 🙁

  • von Minou1985 am 03.12.2008 um 14:33 Uhr

    nein habe das nicht geschrieben, das ist eigentlich ein Video habe das auf der Ausstellung Beifahrer Tod gesehen und irgendwann habe ich diese Geschichte im Internet gefunden!!!

  • von himmelerdbeer am 03.12.2008 um 11:42 Uhr

    Das ist ja heftig, hast du das geschrieben ??

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